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Blogartikel TikTok

Generation Z berichtet: Wie dein Unternehmen mit TikTok die Käufer von morgen erreicht

Ich habe vielleicht die Gründung der Backstreet Boys 1993 verpasst, dafür war ich bei Britney Spears Glatzen-Skandal schon stolze 10 Jahre alt. Das Highlight meiner Jugend? Das war allerdings 2016 – die Gründung des chinesischen Unternehmens TikTok.
Ich gehöre zur Generation Z und erzähle dir, wie ich TikTok kennen und lieben gelernt habe.

Liebe auf den ersten Blick? Das ist TikTok!

Das hier wäre kein Blogartikel, wenn wir uns nicht erstmal mit den harten Zahlen auseinandersetzen würden. Also: Wer oder was ist diese App, an der kein virtueller Weg mehr vorbeiführt?

Entwickelt von dem chinesischen Unternehmen „ByteDance“ war die Geburtsstunde von TikTok im September 2016. Allerdings war dies nicht der Moment, in dem die App komplett durch die Decke ging. Sagt dir der Name „Musical.ly“ noch etwas? Richtig. Die Social Media App, mit der Menschen zu einem Full-Playback-Lied ihre Lippen bewegt haben. Im August 2018 wurde der Name „Musical.ly“ weltweit gestrichen und die Nutzer vom App-Dienst TikTok übernommen. And here we go.

Innerhalb von einem halben Jahr(!) wurde die App weltweit über eine Milliarde Mal heruntergeladen. Bereits im Juni 2018 zählte die App monatlich 500 Millionen aktive Nutzer. Damit ist TikTok die führende Kurzvideo-Plattform in Asien mit der weltweit größten Playbackvideo-Community und ist die erste chinesische App überhaupt, die in den USA funktioniert.

Und damit nicht genug: Mit 1,5 Milliarden Downloads ist TikTok auf Platz 1 der internationalen Download-Charts und überholte damit sogar WhatsApp.

Grafik zur Social-Media-Entwicklung von TikTok, Instagram und Snapchat

Während Tik Tok Snapchat längst abgehängt hat, bleibt die App Instagram weiter auf den Fersen. Geplant sind bei Instagram allerdings bereits Duplikate von Tik Tok in den Storys. Grafik: https://mediakix.com/blog/top-tik-tok-statistics-demographics/

Und in Deutschland? 5,5 Millionen Deutsche sind aktuell monatlich auf TikTok aktiv und öffnen die App durchschnittlich 10-mal am Tag. Wer jetzt allerdings denkt, dass die App genau wie Instagram beliebter bei Frauen ist, der irrt. Nur 40 % der Nutzer auf TikTok sind weiblich.

Wie die Überschrift des Blogartikels bereits verrät, fokussiert sich die App auf die Generation Z. 69 % der TikTok-Nutzer weltweit sind zwischen 16 und 24 Jahre alt – nur 31 % sind über 25 Jahre alt. Warum eine ganze Generation so auf TikTok abfährt, fragst du dich? Ganz einfach: Es ist anders. Sobald du TikTok öffnest, bist du drin. Du benötigst keine Anmeldung, insofern du nichts liken, kommentieren oder selber hochladen willst, die Videos nehmen den ganzen Handybildschirm ein und werden nach dem Zufallsprinzip und deinen bisherigen Interessen ausgespielt. Das gefährliche daran? Du kannst dich problemlos stundenlang von Video zu Video befördern und der Algorithmus lernt natürlich mit jedem Video, welches du dir bis zum Schluss anschaust, was dir am besten gefällt. Die Herausforderung der Influencer und Marken ist es auf deiner „For You“-Page aufzutauchen, damit du ihnen im Anschluss folgst.

Aber halt! Solltest du dir nun denken: „Die Nutzer sind viel zu jung. Das ist für mein Unternehmen nicht relevant.“ Dann nimm dir einen Kaffee oder Tee, mach es dir bequem und lass dir von mir erzählen, warum GERADE JETZT TikTok für dein Unternehmen relevant ist und sein sollte.

Ist TikTok bislang eine Blackbox für dich? Dann schau dir das Video an!

Schnell. Einfach. Unkompliziert. Drei Worte mit denen man TikTok fabelhaft beschreiben kann. Video: TikTok/web-netz

Über Einzelkämpfer und Individualisten: Warum ist die Generation Z gerade auf Tik Tok?

Lass mich dir zunächst eine einfache Frage stellen. Wann hast du dich das letzte Mal gefragt, ob die Marketing-Maßnahmen deines Unternehmens die richtige Zielgruppe erreichen? Ich würde behaupten, dass dies mindestens einmal im Jahr vorkommt.

Die meisten Unternehmen – und da du diesen Blogartikel liest vermute ich auch deins – setzen besonders auf die Millennials (Alter 23 – 38) oder die Generation X (Alter 39 – 54). Aber warum? Ganz einfach: Sie sind leichter zu erreichen und sind bei vielen Unternehmen durch ihre hohe Kaufkraft am beliebtesten. Allerdings ist es keine Neuheit, dass sich immer mehr Unternehmen von ihren klassischen Maßnahmen trennen und versuchen ihre Marke zu verjüngen, um die Käufer von morgen zu erreichen. Diese Unternehmen stellen schnell fest, dass sie Menschen wie mich, weder auf Facebook noch auf Instagram kriegen, dafür allerdings auf „Snack-Content“ Plattformen wie TikTok. Aber wie erreichst du mich ­­­­und warum solltest du dich überhaupt auf mich fokussieren?

Draufsicht von vielen Personen mit ihren Smartphones in der Hand

Ohne Handy? Ohne mich! Ca. 100.000 Jugendliche in Deutschland geben an, sie wären nach WhatsApp, Instagram und Snapchat abhängig. Bildnachweis: ViewApart/istockphoto.com

Ich gehöre zu einer Generation, die ihre eigenen Regeln aufstellt und die sich von der Masse abheben will. Eine Generation, die darauf bedacht ist, so viele Erfahrungen wie möglich zu machen und seine eigenen Ziele zu verfolgen und erfolgreicher zu sein, als jeder davor. Um allerdings festzustellen, ob ich tatsächlich der oder die Beste in etwas bin, benötige ich etwas Bestimmtes. Denkst du an das Gleiche wie ich? Richtig. Ich brauche Herausforderungen! Noch besser ist es nur, wenn ich mich dabei mit anderen messen kann.

TikTok lebt von solchen Challenges, um genau zu sein von „Hashtag-Challenges“. Das perfekte Beispiel hierzu liefert OTTO. Mit der Hashtag-Challenge #machdichzumOTTO, sollten die Nutzer von TikTok dazu animiert werden, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Mit Erfolg: Innerhalb von vier Wochen verzeichneten Videos mit dem Hashtag #machdichzumOTTO 147 Millionen Views. Laut OTTO wurden 59.000 Videos in den ersten sechs Tagen mit dem Hashtag kreiert.

Auch BMW generierte mit der Hashtag-Challenge #icelebrate in einer Woche ca. 19 Millionen Views.
Es muss allerdings nicht immer ein eigener Hashtag erfunden werden. Das Unternehmen „Subway“ machte sich den bereits existierenden Hashtag #lovemyjob zu Nutze und gab anderen Nutzern durch seine Mitarbeiter einen kurzen Einblick hinter die Kulissen. Auch große Marken wie der FC Bayern München, die Kosmetik Marke MAC und viele weitere nutzen die App bereits, um sich bei der jungen Zielgruppe zu positionieren. Ich schreibe bewusst „positionieren“, weil du TikTok nicht in deine Maßnahmen aufnehmen solltest, wenn dein einziges Ziel der Abverkauf ist.

Screenshots von TikTok

OTTO und BMW machen es vor: Die Kampagne #machdichzumotto hat Stand November 2019 bereits über 179 Millionen Aufrufe generiert und die Awareness-Kampagne von BMW #icelebrate knapp 23 Millionen. Subway nutzte für einen Blick hinter die Kulissen den bestehenden Hashtag #lovemyjob.

Es geht (noch) nicht um Conversions. Es geht um Markenbindung.

Kommen wir nun also zur Abschlussfrage: Wann und für welches Unternehmen eignet sich TikTok nun wirklich?  Jeder liebt Listen und konkrete Beispiele, also los geht’s.

Du solltest TikTok nutzen, wenn:

  • du die Positionierung oder das Images deines Unternehmens oder deiner Marke nachhaltig verjüngen möchtest,
  • du experimentierfreudig bist und deine aktuellen Maßnahmen dich nicht mehr zufrieden stellen,
  • deine Strategie sich auf B2C-Marketing bezieht oder
  • es dir nicht primär um Abverkauf geht, sondern um Bekanntheit für dein Unternehmen oder deine Marke.

„Aber was bringt mir Markenbekanntheit, wenn niemand mein Produkt kauft?“ hör ich dich sagen. Damit greife ich wieder die Überschrift des Blogartikels auf. Es geht um die Käufer von morgen. Überzeugst du mich früh von deinem Unternehmen, gewinnst du später. Du musst es schaffen, mich mit einer einzigartigen und einfallsreichen Idee für immer an dein Unternehmen zu binden. Oder eben immer wieder an dein Unternehmen zu binden. Aber irgendwie muss es ja losgehen. 😉

Social Commerce: Experimente von TikTok

Mit Social Commerce könnte es bei TikTok aber bald beginnen. Wie Techcrunch diese Woche berichtet, experimentiert TikTok bereits in den eigenen Kernmärkten China und Indien damit, es  einigen Usern zu erlauben  Links zu E-Commerce Webseiten (oder zu anderen Seiten) in ihre Bio und direkt in ihre Videos einzubauen. Follower können so aus den Videos direkt zu den Produkt-Verkaufsseiten gelangen. Instagram hat diese Funktion schon vor langer Zeit integriert. In vielen Märkten wie China, Südostasien und Indien wird Social Commerce immer beliebter und beginnt eine Herausforderung für „traditionelle“ E-Commerce Player wie Amazon darzustellen.

Fazit

Fassen wir also nochmal zusammen: TikTok ist die am schnellsten wachsende Social Media Plattform aller Zeiten und fokussiert sich besonders auf die Generation Z.

Die App lebt von der Partizipation der Nutzer, die es lieben, sich gegenseitig herauszufordern. Diesen Trend haben bereits Unternehmen und Marken wie OTTO und der FC Bayern München (759.100 Follower) verstanden und nutzen ihn mittels Hashtag-Challenges, um sich in den Köpfen der Gen Z zu verankern. TikTok sollte kein Abverkaufskanal für dich sein, sondern eine Möglichkeit, um Aufmerksamkeit zu generieren und dann eine intensive Bindung zu deinen zukünftigen Käufern aufzubauen.

Also was sagst du? Bist du bereit es mit meiner wilden und ungezähmten Generation aufzunehmen? Wenn die Antwort „JA!“ lautet, dann bleibt mir nur eins zu sagen: Make my day. 😉

Jannina

Unterstützung im Social Media Marketing gesucht?

 

Bildnachweis Titelbild: imgflip.com

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