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Webdesign: Die Vor- und Nachteile von Kauf-Templates

Ein Design besteht nicht einfach daraus, Inhalt hübsch aufzubereiten. Welche Gedanken und wie viel Hirnschmalz in einem Webdesign stecken und warum man mit einer professionellen Beratung und Umsetzung meist besser beraten ist als mit der Methode „Heimwerker“, zeige ich euch in diesem Artikel.

Was kann ein Webdesign überhaupt erreichen?

Was möchtet ihr denn, das euer Webdesign erreicht? Grundsätzlich kann man diese Frage mit „Alles und nichts“ beantworten.

Buzzwörter zu "Professionelles Webdesign"

Ein professionelles Webdesign kann viel erreichen! Was ist das Ziel eurer Website?  Bildnachweis: web-netz

Ein professionelles Webdesign ist in der Lage, die Bekanntheit der Marke zu steigern, den Umsatz als Vertriebskanal zu erhöhen oder euer Produkt zu erklären. Genauso gut kann euer Webdesign eurer Marke oder Produkt aber auch schaden, dies kann eintreten, wenn ihr für eure Zielgruppe absolut belanglosen Inhalt liefert oder der Inhalt falsch aufbereitet ist. Wir wollen nicht das der User mit dem Gefühl „jetzt bin ich genauso so schlau wie vorher“ die Website verlässt. Das kann natürlich passieren, wenn der User bereits bestens informiert ist über das Produkt oder die Marke, aber dann hatte er bereits eine ganz andere Erwartungshaltung beim Aufrufen der Seite, in diesem Fall habt ihr den User hoffentlich den Besuch so angenehm wie möglich gestaltet (Bedienbarkeit, Lesbarkeit etc.) oder ihn womöglich sogar unterhalten.

Wir müssen also erst die Frage klären: Was ist euer Ziel? Was soll eure Website erreichen? Wenn ihr euch an eine Agentur wendet, dann wird sowas in der Regel innerhalb von Workshops, die der Umsetzung vorausgehen, ausgearbeitet und definiert – in Form von Zielen. Oftmals habt ihr auch schon das ein oder andere Ziel im Kopf, was die Website alles können und erreichen soll.

Diese Ziele sind für alle von Belangen, auch für das Design.

Ein Beispiel für Ziele einer Website

Eine Wohltätigkeitsorganisation, die Bäume im Regenwald pflanzt, benötigt eine Website. Spender übernehmen Patenschaften für einzelne Bäume, die dann angepflanzt werden.

Vermutlich ergeben sich folgende „grobe Ziele“:

  1. Spender über aktuellen Stand unseres Projektes schnell und übersichtlich informieren
  2. Aufklären, warum es wichtig ist, das Projekt zu unterstützen
  3. Leute animieren eine Patenschaft zu übernehmen
  4. Spendern ihren Beitrag und damit einhergehenden Fortschritt visualisieren
  5. Alles einfacher machen (Patenschaften abschließen, kündigen, informieren usw.)

Mit diesen Zielen ergeben sich schon einige Anforderungen an die Seite, sowohl für das Design als auch den technischen Part. Auch das Marketing kann hiermit schon einen groben Fahrplan für die Bewerbung erstellen.

Im Design ist uns das jetzt aber nicht greifbar genug und geht nicht genug in die Tiefe, nehmen wir Punkt 4. als Beispiel: „Spendern ihren Beitrag und damit einhergehenden Fortschritt visualisieren“. Wir haben eine grobe Vorstellung von dem, was wir visualisieren sollen bzw. eigentlich nur eine grobe Reihe an Dingen, die man darstellen könnte und wie man sie visualisieren würde. Ihr wollt aber bestimmt das euer Grafik-Designer bestimmte Dinge umsetzt. Also arbeiten wir aus diesem „groben Ziel“ ein „feines Ziel“ für die Website der Wohltätigkeitsorganisation heraus:

„Unsere Kunden sollen auf einer Weltkarte sehen, wo die Bäume stehen, für die Sie eine Patenschaft übernommen haben. Zeitgleich soll ersichtlich sein:

  • für wie viele Bäume eine Patenschaft übernommen wurde,
  • die Möglichkeit die Bäume zu benennen
  • neue Patenschaften mit einem Klick zu übernehmen
  • eine Galerie mit aktuellen Fotos der gepflanzten Bäume.“

Mit diesem herausgearbeiteten Ziel kann das Design gestaltet werden, es ist auch bewertbar, ob dieses Ziel korrekt, im Sinne der Marke und des Corporate Designs, umgesetzt werden kann.

Gutes Webdesign ist nicht subjektiv.

Blick durch eine Sonnenbrille
Bildnachweis: web-netz

Beim Webdesign rücken persönliche Empfindungen, was Stil und Ästhetik betreffen mehr in den Hintergrund als man das vielleicht sonst gewohnt ist. User bewerten ein Webdesign hauptsächlich an der Bedien- und Lesbarkeit. Wie gut sind die gesuchten Informationen zu finden und zu erfassen. Die wenigsten steigen bei einem Webdesign ein oder aus mit dem Gefühl: „Grün find ich ja richtig doof, schlechte Website“. Das führt eher dazu, dass sich unser User kein grünes T-Shirt kauft und anzieht. Wir befinden uns dennoch wie im Design immer in einem Mal mehr mal weniger großen Teilbereich der Kunst und diese wird immer unterschiedlich aufgefasst.

Jegliche Kunst ist stets Selbstdarstellung, dies weiß ein guter Grafik-Designer zu verhindern.

Warum nicht einfach ein Kauf-Template nehmen und „Heimwerken“?

Um diese Frage zu klären müssen zuerst einige Dinge erklärt und überprüft werden.

Klären wir erstmal den Unterschied zwischen einem individuellen Design und einem Kauf-Template.

Ein Individuelles Design wird frei von Grund auf kreiert, speziell angepasst auf die Marke und die gesamte Zielsetzung. Hierbei ist alles frei kontrollier- und steuerbar. Zielgruppenanalyse, Markenwerte und bereits bestehendes Corporate Design sowie Markenkommunikation können vollständig einbezogen werden.

Ein Kauf-Template beinhaltet vermeintlich „Alles was ihr benötigt“, der Umfang und die Möglichkeiten sind stark abhängig vom Template. Nicht jedes Template bietet das gleiche. Für gewöhnlich bieten diese Templates mehr oder minder umfangreiche Möglichkeiten das im Template mitgelieferte Design anzupassen. Schriftarten, Farben, Galerien und verschiedenste grafische Elemente. Hierbei bestehen aber wie bereits erwähnt, gravierende Unterschiede. Zudem sind umfangreiche Anpassungen auch hinsichtlich der Technik öfter mal ein Problem, das lange Entwicklungszeiten verursachen kann.

Die Vor- und Nachteile im Kurzüberblick

Ein wichtiger Hinweis: Die Nachteile können auftreten, wenn vorher nicht genau geklärt wurde, wie die Zielsetzungen aussehen und was genau benötigt wird und abgedeckt werden soll.

Individuelles Design Vorteile:
– Website und Design exakt umsetzbar anhand der Zielsetzungen
– Exakte Umsetzung der Gestaltungsvorlagen anhand des Corporate Designs
– Umsetzbarkeit „aller“ gewünschten Optionen, Funktionen und Workflows möglich
– Jahrelanger Einsatz möglich durch eine hohe Erweiterbarkeit
– Kurze Ladezeiten durch optimierten Quellcode
– Updatefähig durch klare Trennung von System, Programmierung und Gestaltung

Individuelles Design Nachteile:
– Je nach Umfang längere Entwicklungszeit
– Je nach Umfang höhere Entwicklungskosten
Kauf-Template Vorteile:
– schnelle Einsetzbarkeit
– kostengünstige Umsetzung sofern umfangreiche Anpassungen entfallen
– solider und schneller Einstieg in die Online-Welt

Kauf-Template Nachteile:
– Mangelnde Flexibilität
– eingeschränkte Anpassungen an das Corporate Design
– eingeschränkte Anpassungen der Funktionalitäten
– umfangreiche Umbauten verhindern unter Umständen Update-Fähigkeit
– teilweise schwierige Systemwechsel aufgrund proprietärer Datenspeicherung (ein Problem alter Templates)
– Ladezeiten können um vielfaches höher ausfallen
– Abhängigkeit vom Hersteller

Wofür eignet sich jetzt aber was? Individuelles Design vs. Kauf-Templates

Individuelles Design eignet sich für:

  • Image-Seiten
  • Online-Magazine
  • Online-Shops
  • Seiten mit umfangreichen Funktionen oder Einbindungen von Workflows

Kauf-Templates eignen sich für:

  • Image-Seiten (One Pager)
  • Landingpages
  • kurzlebige Aktionen (z.B: Gewinnspiele)
  • Kleinere Produktseiten
  • Persönliche Blogs und Websites

Jetzt wissen wir wo die jeweiligen Vor- und Nachteile liegen und grob für welchen Einsatzzweck sich die beiden Möglichkeiten am ehesten eignen. Aber wozu benötige jetzt noch professionelle Beratung oder sogar eine professionelle Umsetzung, wo mir doch einige Kauf-Templates alles zu bieten scheinen?

Erschlagen wir erstmal einige dieser Punkte mit einer kurzen Checkliste.

Professionelle Beratung und Umsetzung:

  • Know-how der Designer & Entwickler
  • Ausgeprägte und vielseitige Kreativität der Grafik-Designer
  • Aktueller Wandel der Usability wird mit einbezogen
  • Beratung über die vielfältigen Möglichkeiten
  • Prozessschritte sind nachvollziehbar und werden stetig überprüft
  • Pflege und Support wird gewährleistet
  • Umfassende Leistungen wie SEO, Usability, Marketing und Co. werden berücksichtigt

Heimwerker-Methode mit Kauf-Templates:

  • schnell entstehen unnötige Kosten
  • lange Entwicklungszeiten
  • Verwendung von Baukasten-Systemen schadet der Wiedererkennung
  • schnell verliert man die am Anfang gesetzte Richtung aus den Augen
  • viele unbekannte Faktoren, die die Arbeit erschweren, verzögern und hohe Kosten verursachen können

Beim „Heimwerken“ stirbt man schnell in Schönheit, aber wieso?

Das passiert vornehmlich, wenn jemand nicht in der Materie steckt und nur die Oberfläche sieht und bewertet. Wir haben bereits gehört das gutes Webdesign nicht subjektiv ist. Oft wird vergessen das ein Produkt gestaltet und umgesetzt wird, das einem Ziel dient. Hart ausgedrückt: Es ist vollkommen irrelevant, ob dem CEO von Siemens die Farbe Viridian Green gefällt, natürlich verschieben sich diese Grenzen sehr schnell je nachdem wie groß oder klein ein Unternehmen ist. Kleine Unternehmer, die ihre Marke von null aufgebaut haben, verfügen über einen vollkommen anderen emotionalen Bezug zu der Marke als ein Chairman, der alljährlich wechselt. Zudem sitzt ihr vermutlich wesentlich näher an eurer Marke als dies in riesigen Konzernen der Fall ist. Hier besteht dann die Stolperfalle, das man umsetzt was einem persönlich gefällt und nicht, was die Zielgruppe anspricht und die Marke benötigt.

Was die Ziegruppe verzeiht und was nicht: Die Zielgruppe verzeiht euch im Webdesign Farben, die ihr persönlich nicht gefallen – solange die Website den gewünschten Mehrwert bietet und sich entsprechend optimal bedienen und erfassen lässt. Was sie euch nicht verzeiht, ist ein Farbschema, das gegen die Werte sowie Emotionen der Marke oder des Produkts geht und vielleicht sogar noch Bedien- und Lesbarkeit negativ beeinflusst.

Vielleicht habt ihr den Eindruck bekommen, das wir „gegen“ Kauf-Templates sind, keineswegs. Naja, eher „jein“ – wie bereits geschrieben haben beide Lösungen Einsatzgebiete, in denen sie kosten-/leistungstechnisch wesentlich besser arbeiten können. Wenn ein Kunde an uns herantritt, arbeiten wir zu Beginn aus, wo die Zielsetzung liegt. Entsprechend ergeben sich die Anforderungen.

Sollte sich herausstellen, dass ein Kauf-Template die wesentlich kostengünstigere Lösung ist und auch die Zielsetzung erfüllt und mögliche, wahrscheinliche Zielsetzungen in der Zukunft bedienen kann, wird auch entsprechend ein Kauf-Template empfohlen. Hier wird von uns aber auch klar kommuniziert, wo die entsprechenden Limitierungen von Möglichkeiten liegen.

Online Marketer bei der Projektarbeit
Bildnachweis: web-netz

Wie wir zu Beginn eines Webprojekts arbeiten und was ihr als Kunde für einen schnellen Start tun könnt, das hat unser Projektmanager Kai aufgeschrieben. Viele Ratschläge zur guten Projektvorbereitung findet ihr in diesem Blogartikel: Webshop Projekte durchführen – So beschleunigst du den Start

Kostenlose Online-Marketing Webinare

Wir bieten bei web-netz übrigens jede Woche zwei kostenlose Online-Marketing Webinare an zu SEO, SEA, Google Analytics, Cookie-Banner, Social Media und E-Commerce. Am Donnerstag, den 23.7.20, geht es bei meiner Kollegin Jannina Ackel von 10 bis 11 Uhr um Social Media Marketing für die Generation Z. Mein nächstes Webinar zum Thema dieses Artikels ist am 10. September um 10.00 Uhr. Da zeige ich euch auch von uns erstellte Websites als Beispiele und erkläre euch, welche Überlegungen dahinterstecken. Ihr könnt mir und meiner Kollegin Lisa dann sehr gern live eure Fragen stellen!

Kostenloses Webdesign Webinar am 10. September. Bildnachweis: web-netz

Schlusswort: Lasst eure Marke auf der Website nicht im Stich

Seit der Einführung des einheitlichen Unternehmensbildes, bekannt als Corporate Design, geht es darum den Wiedererkennungswert und die Abgrenzung der eigenen Arbeit und Qualität zu anderen zu wahren. Eure Website ist eines der größten Elemente eures Corporate Designs, vermeidet den Fehler das eure Website jeder anderen x-beliebigen Seite gleicht. Lasst eure Marke auf der Website nicht im Stich.

Sagt eurem Grafik-Designer nicht er soll, was auch immer, hübsch machen. So einfach ist das nicht. Gebt dem Design ein Ziel, welches erreicht werden soll. Dann erhaltet ihr ein Produkt, das euch, eurer Marke und vor allem eurer Zielgruppe über viele Jahre viel Freude bereiten wird.

Euer Webdesign kann alles sein, oder nichts.

Kevin

Bildnachweis Titelbild: Sophie Wolter Fotografie / web-netz

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