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Social Media: mehr als Facebook

Warum Social Media nicht mehr nur Facebook ist

Analyse zeigt: Instagram und Pinterest laufen Facebook den Rang ab

Wenn es um Social Media geht, setzen die meisten dies immer noch in erster Linie mit Facebook gleich. Auch in Zeiten von Datenskandalen und den bevorstehenden massiven Änderungen durch die DSVGO am 25.5.2018 ist es immer noch der Kanal, der bei uns in der Agentur als DIE Social Media Leistung von Unternehmen angefragt wird.

“Wir würden gern auf Facebook starten”. Ähm ja…bekanntlich ist es ja nie zu spät, Dinge anzugehen. In dem Fall sollte man sich allerdings fragen, ob andere Social Media Kanäle nicht doch schnellere Erfolge erzielen, insbesondere wenn die definierten Ziele etwas mit Aufmerksamkeit für die Marke oder Traffic für die eigene Unternehmenswebseite zu tun haben.

Zugegeben, selbst mir mit Anfang 30 fällt es nicht ganz so leicht, mich auf Netzwerke wie Snapchat einzulassen. Doch das sollte nicht die erste Rolle spielen, wenn es darum geht, welche Kanäle man für die eigene Online-Marketing-Strategie nutzt.

Jedes Netzwerk bietet Potenzial und insbesondere für das Azubi-Marketing bspw. könnte Snapchat der Kanal Nr. 1 sein, um bei potenziellen Azubis aufzufallen und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

Doch zurück zum Kernthema: Ist Instagram wirklich ein Muss für ein Unternehmen? Oder nur ein Hype? Und was war nochmal dieses Pinterest?

Da biete ich gerne Nachhilfe an. Denn insbesondere Kleinunternehmer und Mittelständler unterschätzen Instagram und Pinterest gewaltig, da sie es oft selbst nicht nutzen. Dieser Beitrag soll helfen, mit Zahlen Argumente zu liefern, warum “Facebook first” nicht immer die erträglichste Wahl ist.

Dafür habe ich mir exemplarisch einige unserer Kunden zur Datenanalyse ausgewählt und die Kennzahlen Interaktion und Websitetraffic näher betrachtet. Das kam dabei heraus:

Instagram läuft Facebook in Sachen Reichweite und Interaktion den Rang ab

Diagramm: Facebook vs. Instagram, Post-Interaktion letzte 28 Tage bei vier Kunden

Facebook vs. Instagram: Das Diagramm zeigt die Post-Interaktion der letzten 28 Tage bei vier Kunden im Vergleich. (Bildquelle: © by web-netz)

Wow! Das ist eindeutig. Besonders, wenn man bedenkt, dass wir in den dargestellten Beispielen bei Instagram ein Werbebudget nutzen, das etwa halb so groß ist wie bei Facebook.

Das Herzen der Inhalte geht den Nutzern bei Instagram schnell von der Hand. Wer es hier schafft, sein Produkt oder Leistungen in Anwendung ansprechend zu inszenieren, gewinnt schnell an Aufmerksamkeit, Sympathie und “Brand-Lovern” dazu.

Am meisten unterschätzt dabei? Instagram Stories! Die sahnen in Punkto Reichweite derzeit richtig ab und bieten durch die Möglichkeit der Verlinkung auch noch das Potenzial, Nutzer direkt auf die Seite zu holen. Allerdings sollte das nicht das primär definierte Ziel für die Instagram-Strategie sein – da gibt es andere Kanäle, die diesem Ziel weitaus besser gerecht werden.

Für welche Unternehmen bietet Instagram Potenzial?

Hier können wir ganz klar sagen: Nach und nach für immer mehr Branchen. Das Netzwerk wächst und gedeiht. Weltweit sind monatlich 200 Millionen User der App monatlich aktiv und Pinterest boomt in Deutschland. Täglich merken sich Nutzer in Deutschland 3,2 Millionen Ideen auf ihren Pinnwänden. Für Unternehmen bietet Pinterest fast wöchentlich neue Features.

Ein paar Beispiele, was für unterschiedliche Unternehmen möglich wäre bei Instagram:

  • Als Meterwarenverkäufer Bilder von vernähten Stoffen zeigen, z.B. eine coole Tasche
  • Als Klamotten-Shop ein Tragefoto von den frisch eingetroffenen Sneakern und einer Eistüte in der Hand posten
  • Baumarkt oder Wandfarben-Anbieter? Die Käufer kreativ werden lassen und zeigen, wie cool das Wohnzimmer gestrichen in der neuen Farbe aussieht
  • Als Blumenladen oder Café die Gäste mit Fotos von einem Stück Kuchen und einem wunderschönen Strauß Blumen locken

Besonders älteren Kleinunternehmern und Mittelständlern, fehlt hier oft das Vorstellungsvermögen, was für Content gut ankommen würde. (Da können wir aber gerne Nachhilfe geben 😉 )Wie heißt es doch so schön? Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte.

Was wir dennoch nicht verschweigen wollen: Auch Instagram ändert sich, wie auch Facebook, gerade massiv. Der Werbedruck im Netzwerk nimmt zu und die kontinuierlichen Algorithmus-Anpassungen erfreuen nicht immer jeden Nutzer. Dennoch ist meine ganz klare Empfehlung, sich einmal mit uns oder anderen Instagram Nutzern über die Potenziale für das eigene Geschäft auszutauschen. Danach fällt es leichter zu priorisieren:

Mit welchen Ressourcen kann ich auf welchem Kanal meinen Unternehmenszielen am besten dienen?

Pinterest ist Spitzenreiter, wenn es um Website-Traffic geht!

Diagramm: Facebook vs. Pinterest, Sitzungsanzahl, über Facebook und Pinterest gekommen

Facebook vs. Pinterest: Das Diagramm zeigt die Anzahl der Sitzungen auf der Website, die über Facebook und Pinterest im Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 7. Mai 2018 bei zwei Kunden zustande gekommen sind. (Bildquelle: © by web-netz)

Gerade für Unternehmen, die eigene Blogs oder Magazine betreuen, als Publisher arbeiten (z.B. Verlage oder Nachrichtenseiten) und Betreiber von Online-Shops bietet Pinterest wahnsinniges Potenzial!

Mit tollem Content(-Köder) lassen sich scharenweise Nutzer auf die eigene Webseite leiten.

Der große Vorteil von Pinterest: Die Inhalte sind für immer da und nicht nur für wenige Tage relevant. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Blogartikel „8 Tipps für Pinterest – mit wenigen Schritten zum Erfolg“.  Der Input an zeitlichem Aufwand gegenüber dem Output an Website-Traffic steht bei Pinterest gegenüber Facebook in einem bombigen Verhältnis. Das alles funktioniert darüber hinaus (noch) ohne zusätzliches Werbebudget!

Aber geht Pinterest nicht nur, wenn ich tolles Bildmaterial habe?

Da ist was dran! Aber auch hier lassen sich Wege finden, wie man das Netzwerk auch ohne High-End Bildmaterial nutzen kann. Text auf Bild (“10 Tipps für…” mit darunter gelegtem istock-Bildmaterial geht eigentlich immer) und einfach erstellte Collagen im Hochformat funktionieren extrem gut.

Ein weiterer Vorteil: Bestehende Nutzerinhalte aus dem Netz, die mit meinem Unternehmen zu tun haben, lassen sich super für eigene Pinnwände nutzen. Mein Produkt inszeniert und angewendet durch echte Nutzer – authentischer gehts nicht. Selbst Instagram oder YouTube Inhalte von anderen können gepinnt werden. Grandios!

Rezepte, die Wohnungseinrichtung, Klamotten, DIY, Garten, Fahrräder, Fotografie, Fitness, Kostüme, Rucksäcke… die Liste der angesagten Themen auf Pinterest ist lang.

Die größte Herausforderung für Betreiber von Online-Shops besteht dann darin, die Webseitenbesucher über Pinterest davon zu überzeugen, auf der eigenen Seite zu shoppen. Ein Neukunden-Rabatt auf der jeweiligen Landingpage, ein Anstoß übers Retargeting kann da oft einfach und effizient nachhelfen.

Ich selbst bin dem Netzwerk schon seit einigen Jahren verfallen. Kochbücher nutze ich kaum noch, Sneaker für die nächste Online-Shopping-Tour sind vorgemerkt, die nächsten Urlaubsziele samt Café-Tipps (ja, auch lokaler Content ist hier gut aufgehoben) schlummern auf der Travel-Pinnwand, Ideen für die Wohnungseinrichtung (bis zum Rollo) recherchiere ich über Pinterest. Somit ersetzt Pinterest für mich somit ganz klar auch in großen Teilen die klassische Suchmaschine Google.

Weiterhin besticht Pinterest durch seine Zielgruppe: Hier tummeln sich vor allem weibliche Userinnen und Frauen treffen einen Großteil der Kaufentscheidungen oder haben zumindest einen sehr großen Einfluss darauf, was im Haushalt angeschafft wird. Außerdem hat Pinterest die ältesten User aller sozialen Netzwerke. Was dies über die Kaufkraft aussagt, liegt damit wohl auf der Hand.

Habe ich euch zum Nachdenken gebracht? Oder habt ihr Fragen? Möchtet ihr jetzt mit einem der Bildernetzwerke durchstarten? Als Heavy-User stehe ich gern für den Austausch bereit (nachdem ich aus dem Urlaub zurück bin – Unterkünfte und Wanderrucksackhabe ich natürlich ebenfalls über Pinterest recherchiert 😉 ) oder ihr wendet euch mit eurer Anfrage an meine Kollegen.

Bildquelle Titelbild : © by Prykhodov / iStockphoto.com;

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