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Snapchat Screenshot

Snapchat – Social Media Kanal für Unternehmen sinnvoll?

+++300 Millionen User weltweit +++ 3 Millionen davon in Deutschland +++ 60% davon sind zwischen 13 und 24 Jahre +++ Besonders in Amerika boomt der neue Social Media Kanal +++  Auch Deutschland zieht nach+++

Spätestens seit der re:publica 2016 ist es sicher: der neue Social Media Hype heißt Snapchat. Und da selbst der Branchenhahn Sascha Lobo zugibt, eigentlich zu alt für den Kanal zu sein und Social Media Manager zuhauf eine „How-to“-Veranstaltung nach der anderen besuchen, müssen wir einräumen, dass dieser Trend relativ hohe Einstiegskriterien hat. Die Snapchat App macht es einem nicht leicht, auf den Zug aufzuspringen und wahrscheinlich liegt genau darin auch der Reiz des neuen Kanals.

Bekanntheit nur von kurzer Dauer

Aber welche Hürden gibt es? Zum einen unterscheidet sich die Bedienung deutlich von Instagram und Co. Es wird gewischt, nicht gescrollt, es wird sich dargestellt, ohne dass man genau weiß, wer etwas wie findet – es gibt keine Chronologie der Eitelkeiten. Jeder Beitrag verschwindet nach 24 Stunden, ohne dass man seine Likes konservieren kann.

Des Snaptchats Kern

So sieht die Snapchat-DNA aus: keine Timeline, keine Fanzahlen, kein einsehbares Engagement, keine beständigen Profile, nur Accounts, auf denen maximal gezeigt wird, was in 10-Sekunden-Videos Platz findet. Oder man betextet seine Bilder, gestaltet sie aufwendig (meist lustig, denn auf Snapchat herrscht eine fröhliche bis alberne Stimmung), aber auch diese verschwinden einen Tag nach dem Hochladen wieder.

Hund SchnappschussWider dem Ernst

Man muss also schnell und mutig, braucht umgekehrt aber nicht eitel sein. Genau genommen darf man sogar gar nicht eitel sein, denn dann hat man hier verloren und sich den falschen Kanal ausgesucht. Die Schnelllebigkeit bietet keinen Platz und keine Notwenigkeit für Akribie und Ernst. Man muss probieren wollen. Selbst der größte Quatsch ist morgen schon die Zeitung, in die der sprichwörtliche Fisch gewickelt wird.

Und das Internet vergisst doch

Nachdem wir also jahrelang die warnenden Stimmen verinnerlicht haben, die mahnen, dass das Internet nie und nimmer vergisst und man achtgeben soll, was man von sich zeigt, kommen die Halbstarken der digitalen Welt (also jene, die seit jeher Trends begründen) und haben Spaß auf einem Kanal, der genau das Gegenteil des Dogmas tut: vergessen, was gestern war.

Snapchat online kann Image pflegen

Klingt nach einem Ort für allerbesten „Online-Leichtsinn“. Und genau das ist Snapchat bisher: ein Kanal für die junge, schnelle, federleichte Zielgruppe. Und wie immer ziehen die (bisher flotten) Erwachsenen mit, wollen auch einen Schluck vom Zaubertrank abbekommen, bevor sich die Mode durchgesetzt hat. Und klar, auch Unternehmen wittern die Chance, Markenbotschaften an die begehrte Zielgruppe auf deren ureigenen Spielplatz loszuwerden. Allein: es gibt keine Insights, keine messbaren Erfolge, keine Nachhaltigkeit. Wieder erfordert Snapchat also Mut.

Snapchat MuellerDer Blick in die Kristallkugel

Die Inhalte werden, auch bei Unternehmen, nach der genannten Zeit gelöscht. So ist allein Imagepflege möglich, aber kein substanzielles Brandbuilding. Wer als Unternehmen snappen will, muss vorher orakeln, ob die Zielgruppe überhaupt schon da ist und sich festlegen, ob die Marke Humor verträgt.

Derzeit vor allem Verlage auf Snapchat

Deutsche Mediaplaner sind bisher zögerlich, aktuell zeigen sich nur wenige Unternehmen aktiv. Besonders Verlage und Medienhäuser lassen den Redaktionen der jungen Formate die Freiheit sich auszuprobieren, aber auch der Jung von Matt Prestigekunde Sixt und – erstaunlicherweise – Neckermann versuchen sich schon am Storytelling in Echtzeit.

Kanal steckt noch in den Kinderschuhen

Perspektivisch wird Snapchat erst in ca. zwei Jahren auch für Unternehmen so relevant werden, da momentan nur die jungen Wilden dort um ihr Image snappen. Aber auch dieser Kanal wird sich verändern, wird erwachsener und vielleicht langweiliger werden. Und spätestens dann wird Snapchat kein Hype oder Trend mehr sein, sondern ein obligatorischer Punkt im Maßnahmenplan.

Drei Tipps für Unternehmen auf Snapchat:

  1. Zielgruppe prüfen: Zunächst sollte man sich darüber klar werden, ob man seine Zielgruppe über Snapchat erreicht und mit ihr auf Snapchat interagieren kann. Nur dann bietet der Kanal einen Mehrwert und die Mühe lohnt sich. Falls das noch nicht der Fall ist: abwarten. Der Kanal wächst und etabliert sich.
  2. Andere Kanäle mit einbeziehen: Snapchat steht nicht in Konkurrenz zu anderen Kanälen. Um den eigenen Account bekannter zu machen, sollte man die bestehenden Communities über die Snapchat-Aktivitäten informieren. Auf Snapchat selbst finden exklusive Inhalte wie Vorschauen, Unternehmens-Insights etc. Platz.
  3. Prinzipien vergessen: Die bisher gelernten KPIs finden auf Snapchat keine Anwendung. Man kann weder das Engagement tracken, noch gibt es andere messbare Insights. Es gilt also, die bisherigen Maßstäbe zu verlassen und auszuprobieren, was funktioniert.

Snapchat wird kommen, soviel ist sicher. Und wir behalten die Entwicklung im Blick, soviel ist ebenfalls sicher.

Beste Grüße

Maia Unterschrift

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