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SEO-Strategie - nachhaltig optimieren

SEO-Strategie für Einsteiger: Nachhaltig optimieren

Technische SEO, Content oder Linkbuilding – Suchmaschinenoptimierung hat viele wirkungsvolle Hebel, um die organischen Rankings einer Domain zu beeinflussen. Doch was sind die ersten Schritte bei der Optimierung einer Domain? Welche Folgemaßnahmen sind nach der Grundoptimierung sinnvoll? Ich zeige dir drei Wege zum nachhaltigen SEO-Erfolg.

1. OnPage first: Eine solide Basis schaffen

Grundgerüst OnPage-SEOStellt man sich eine zu optimierende Domain als Gebäude vor, so wäre OnPage-SEO mit dem Grundgerüst oder Rohbau zu vergleichen. Eine intakte Technik und die Grundoptimierung der Website sollten also immer sichergestellt sein, bevor große Teile des Marketingbudgets in weiterführende Maßnahmen investiert werden. Denn: Die Wirkung von Linkbuilding, Content Marketing und Co. wird sich nur dann voll entfalten können, wenn gewisse OnPage-Basics erfüllt sind.

Dazu zählen nicht nur technische Aspekte wie z.B. die Ladezeit, ein valider Quellcode oder die Nutzung von Flash, iFrames oder JavaScript-Menüs. Wie ist es um die Crawlbarkeit und die Indexierungskontrolle der Seite bestellt? Gibt es vermeidbaren Duplicate Content? Wie zielführend ist das URL-Design? Gibt es eine aktuelle XML-Sitemap und eine korrekt aufgesetzte robots.txt? Zeigt der Daumen in der SEO-Analyse bei diesen und weiteren Onpage-Punkten nach unten, sind voraussichtlich keine herausragenden Erfolge in der organischen Suche zu erwarten – egal, wie gut im Bereich Content oder Linkbuilding gearbeitet wird.

Natürlich gibt es aber auch Szenarien, die erfordern, zunächst andere SEO-Disziplinen auf den Plan zu rufen. Sollten beispielsweise grobe Fehler im Linkaufbau begangen worden sein und konkrete Hinweise auf eine linkbasierte Abstrafung vorliegen, dann sollte die höchste Priorität zunächst beim Linkmanagement liegen.

2. Keyword-Strategie: Höhe vs. Breite

Nachdem die technische Grundoptimierung abgeschlossen ist, die wichtigsten URLs der Domain mit Texten, Metadaten und interner Verlinkung versehen wurde, stellt sich häufig die Frage: Wie geht es auf der Seite jetzt weiter? Oftmals wird die SEO-Arbeit zu diesem Zeitpunkt schwerpunktmäßig in den Bereich OffPage verlagert, was in vielen Fällen auch sinnvoll ist – die Relevanz von Backlinks nimmt zwar tendenziell ab, ist aber dennoch unbestritten vorhanden.

Doch auch auf der eigenen Domain liegen hier oftmals noch Potenziale, die für eine effektive Suchmaschinenoptimierung genutzt werden können – gerade im Bezug auf Keyword-Strategie. Hier sollte zunächst entschieden werden, ob man:

  • a) das bestehende Keyword-Set stärken oder
  • b) neue Keywords erschließen will

Bei Variante a) wird strategisch auf „Höhe“ gesetzt. Das vorhandene Keyword-Set wird durch Maßnahmen wie gezielte interne Verlinkung, Erweiterung/Verbesserung des jeweiligen Contents oder Bildung von Content-Hubs nach vorne gebracht. Variante b) zielt hingegen darauf ab, weitere lohnenswerte Keywords zu identifizieren und in die „Breite“ zu optimieren – natürlich lässt sich beides auch parallel durchführen.

Corporate Blog in der SEO-StrategieFür die sinnvolle Erweiterung des Keyword-Sets gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Eine gern Genutzte davon ist der Corporate Blog beziehungsweise ein Magazin. Gerade für Shops mit passender Zielgruppe eignet sich der Blog, um beispielsweise über Ratgeber-Beiträge Longtail-Keywordanfragen zu bedienen, welche nicht über die Shop-Kategorien abgebildet werden können.

Vorteil ist hierbei, dass der Nutzer auch über informationsgetriebene Suchanfragen schon vor dem Kaufprozess „abgeholt“ werden kann und so über interne Verlinkung auf die im Kontext der Suchanfrage relevanten Produkte bzw. Kategorien gebracht werden kann. Zu beachten ist jedoch, dass hochwertiger Blog-Content viel Zeit und Expertise erfordert und daher kostspielig ist. Dazu kommt: Blog-Traffic konvertiert naturgemäß deutlich schlechter als der von Abverkaufsseiten. Dafür bietet er jedoch auch viel Potenzial im Bereich OffPage-SEO, Content Marketing und Markenkommunikation.

Online Shop - ConversionSpeziell Online-Shops können ihr Keyword-Set außerhalb der Hauptkategorien aber auch im konvertierenden Bereich sinnvoll erweitern. Lassen sich bestimmte Schnittmengen von Produkten aus dem eigenen Sortiment sinnvoll auf einer eigenen Landingpage zu einer speziellen, kaufgetriebenen Suchanfrage (z. B. „Bequeme Schuhe mit Absatz kaufen“) zusammenfassen, welche nicht über die Kategoriestruktur oder Filterseiten mit statischen URLs abgebildet werden kann?

Falls dem so ist und das (Long-Tail-)Keyword ein lohnendes Suchvolumen hat, kann es durchaus Sinn machen, eine Landingpage zu dieser speziellen Anfrage zu erstellen und die passenden Produkte dort zu listen. Dies sollte jedoch nur geschehen, wenn es genügend passende Produkte gibt, da bei zu wenig Auswahl negative Nutzersignale drohen. Der Vorteil gegenüber dem Erstellen von Blog-Content: Der Nutzer hat bereits eine sehr spezielle Vorstellung bei seiner Suchanfrage, was für eine höhere Conversion Rate und Umsätze über die Landing Page sorgen wird.

3. SEO-Maintenance: Monitoring optimieren

Das Primärziel eines jeden Kunden und/oder SEO-Managers ist in der Regel Wachstum. Mehr Traffic, mehr Umsatz, bessere und weitere Rankings: Es soll in allen Bereichen weiter nach oben gehen. Neben allen Bestrebungen, eine Domain weiterzuentwickeln (siehe Punkt 2), sollte dabei jedoch ein Punkt nicht in Vergessenheit geraten: Wie erhalte und schütze ich die bisher erzielten Erfolge?

Auch wenn organische Rankings naturgemäß nachhaltiger sind als z. B. die On/Off-Sichtbarkeit durch Suchmaschinenwerbung, sind SEO-Rankings nicht in Stein gemeißelt. Analog zum Kraftsport ist also auch beim SEO ein bestimmter Aufwand nötig, um den hart erarbeiteten Status-Quo zu halten. Hier kommt das Thema SEO-Mainetenance ins Spiel.

Da in der Regel nicht nur SEO-Manager, sondern mitunter auch Kunden, Produktmanager, Entwickler und Redakteure an einer Domain arbeiten, gibt es viele mögliche Fehlerquellen, welche die SEO-Performance gefährden können. Wie Jens Fauldraht in seinem spannenden Vortrag auf dem SEO Day 2015 zeigte, lassen sich die Prozesse SEO-Monitoring und die Fehlersuche durch einige Handgriffe effizient gestalten und teilweise sogar automatisieren.

Google Alerts einrichtenEine automatisierte Datenerhebung über die API der Google Search Console kann z.B. nicht nur das vorhandene Datenlimit von 3 Monaten überwinden, sondern auch das Monitoring von OnPage-Problemen wie 404-Fehlern, Weiterleitungsketten, systembedingten Duplicate Content, fehlerhaften Canonicals und Co. erleichtern. Auch Google Analytics kann in diesem Kontext genutzt werden. Hier lassen sich „Benutzerdefinierte Benachrichtigungen“ anlegen, die beim Überschreiten bestimmter kritischer Schwellwerte auf etwaige Probleme hinweisen und die Reaktionszeit somit extrem verkürzen können.

Beispiele für mögliche Analytics-Alerts:

  • Rückgang des SEO-Traffics im Vergleich zum gleichen Tag in der vorherigen Woche > 20 Prozent

Alert-Funktion: Deutet z.B. auf Indexierungsprobleme hin.

  • Anstieg der durchschnittlichen Seitenladezeit im Vergleich zum Vortag > 30 Prozent

Analytics Alert einrichten

Alert-Funktion: Deutet z.B. auf zu große (Bild-)Dateien oder andere PageSpeed-Probleme hin.

  • Aufrufe der 404-Fehlerseite: Absoluter Wert ist größer als null

Alert-Funktion: Deutet auf fehlerhafte interne Verlinkung hin.

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten und Strategien, um nachhaltige SEO-Erfolge zu erzielen – mit diesen drei Ansätzen solltest Du für den Anfang jedoch gut gerüstet sein! Viel Spaß und gutes Gelingen bei der Optimierung deiner Domain!

Thomas

 

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