Blog

SEAcamp 2017 – das Klassentreffen der PPC-Branche

Am 27.04.2017 stand es wieder an, das SEAcamp in Jena. „Wissen teilen. Neues lernen. Weiterkommen.“ So lautet das Motto des Barcamps. Alljährlich treffen sich hier PPC-Profis, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen. Auch das eine oder andere kontroverse Thema konnte in lockerer Atmosphäre diskutiert werden.

Selbstverständlich war web-netz in diesem Jahr wieder mit von der Partie. Die Übersicht mit 21 Sessions versprach schon im Vorfeld eine Menge Input und interessante Themen.
Darüber hinaus war es auch noch ein Jubiläum, 5 Jahre SEAcamp, das hieß es gebührend zu feiern. Die Tickets  waren übrigens innerhalb von 48 Std. ausverkauft.

Wie gewohnt startete das SEAcamp mit der obligatorischen Session-Planung in der jeder Vortragende sich und seine Session kurz vorstellen konnte, um dann das Interesse der Teilnehmer abzufragen.

SEAcamp Sessionvorstellung

SEAcamp Sessionvorstellung

Auch wenn einige der Teilnehmer mit Session-Vorschlag einfach nicht erschienen, so waren die Slots am Ende doch gut gefüllt. Ärgerlich war das Ganze natürlich nur für diejenigen, deren Session-Vorschläge im Vorfeld wegen zu vieler Einreichungen abgelehnt oder verschoben werden mussten.

Hier nun eine Auswahl der Sessions, für die wir uns entschieden haben und ein kurzer inhaltlicher Abriss dessen, was wir aus den Vorträgen mitnehmen konnten:

AdWords Attribution – Timo Wöhrle (Finch)

Wie auf vielen anderen Konferenzen stand auch auf dem SEAcamp das Thema Attribution auf der Agenda. Unter dem Motto „Alles ist besser als Last-Click-Counts, außer First-Click-Counts“ lief der Vortrag „AdWords Attribution“ von Timo Wöhrle (Finch).

Nach einer kurzen Einführung, um alle Teilnehmer abzuholen, ging es ans Eingemachte.

Das Thema Attribution ist ja quasi allgegenwärtig, im AdWords-Account genau wie in Google Analytics. Während im AdWords-Konto durch Attribution allerdings eine optimale Verteilung der Budgets im Account möglich ist, schaut Google Analytics wie gewohnt „über den Tellerrand“ und macht die strategische Bewertung verschiedener Kanäle auch in Bezug auf den Upper-Funnel möglich. Beide Attributionsmodelle ergänzen sich also gut und schließen sich nicht gegenseitig aus.

Die von Google aktuell forcierte datengetriebene Attribution im AdWords-Account wurde von allen Teilnehmern eher kritisch gesehen, da man hier die Kontrolle abgibt. Einhelliger Tenor war, dieses Feature vereinzelt zu testen, Erfahrungen zu sammeln und nicht gleich in allen Accounts auszurollen.

Aufbäumen gegen Google Shopping – Judith Rogl (norisk)

Der Vortrag „Aufbäumen gegen Google Shopping „ von Judith Rogl (norisk) resultierte in einer sehr praktischen Anleitung, aus einem sauberen Datenfeed mit Hilfe einiger Skripts automatisch Search-Kampagnen zu erstellen, um eine möglichst vollständige Abdeckung der Suchanfragen zu erreichen. Grundsätzlich wird mit unterschiedlichen Keyword-Kombinationen gearbeitet, die dann jeweils eine separate Anzeigengruppe bekommen.

Und so geht’s:

  1. Nutzung eines sauberen Datenfeeds mit möglichst vielen Spalten für Infos.
    Aufbereitung z.B. über Feedplattform (Productsup/Channelpilot etc.), wenn man es selbst nicht kann.
  2. Aufteilung des Sortiments in Aggregationsebenen. Hier ist zwingend Hirnschmalz notwendig, weil man sich die sinnvollen Keyword-Optionen schon selbst überlegen muss.
    Einige Beispiele: Marke + Farbe, Marke + Titel, Marke + Titel + Farbe, Marke + Titel + Farbe + Geschlecht etc.
  3. Skripte starten und automatisch neue AdGroups erstellen lassen.

Grundsätzlich eine tolle Möglichkeit, den eh vorhandenen Shopping-Datenfeed auch für den Search-Bereich zu nutzen.

SEAcamp-Sessionplan

SEAcamp-Sessionplan

Dyn. Ads mit IF-Funktionen & Datenfeeds – Martin Röttgerding (Bloofusion)

Im Vortrag „Dyn. Ads mit IF-Funktionen & Datenfeeds“ von Martin Röttgerding (Bloofusion) wurde es dann dynamisch. Ein sehr praxisbezogener Leitfaden, alle möglichen dynamischen Anzeigenelemente einfach und schnell im Alltag für relevantere Anzeigen zu nutzen.

Hier mal ein paar Beispiele für den Einsatz der relativ neuen IF-Funktion:

  • Unterscheidung nach Device
    In der mobilen Auslieferung das Smartphone erwähnen, die mobile Site erwähnen, eine App erwähnen etc. und für alle anderen auf diese Devices generischer formulieren.
  • Unterscheidung der Zielgruppe, z.B.:
    • Zielgruppe Warenkorbabbrecher vs. normale User -> Rabatt vs. Non Rabatt
    • Zielgruppe Neukunden vs. Stammkunden -> Neukunden- vs. Stammkundenangebote
    • Zielgruppe Katalogbesteller vs. alle anderen User -> Rabatt vs. Katalogbestellung

Da immer eine „normale“ Backupanzeige ohne dynamische Elemente notwendig ist, gab Martin den Tipp als Anzeigenrotation nicht die gleichmäßige Ausspielung zu nehmen, denn wenn die dynamische Ad gut läuft, soll sie ruhig öfter bespielt werden.
Alles in allem wurde klar, dass es kein Hexenwerk ist und jeder seinen Anzeigen relativ unkompliziert mehr Zielgruppen-Relevanz verleihen kann.

Tod dem Campaign Manager 2.0 – Farschid Eshaghmohammadi (PPC Detective)

Farschid Eshaghmohammadi (PPC Detective) lieferte mit seinem Slot „Tod dem Campaign Manager 2.0“ quasi die Fortsetzung aus seinem Vortrag aus 2016.
Es ging um ein mit Google-Bordmitteln (Gebotsstrategien, Skripte, dynamische Suchanzeigen etc.) im vergangenen Jahr vollautomatisiertes Konto und die Resultate daraus. In diesem Account wurden nach eigenen Aussagen über den kompletten Zeitraum keine manuellen Anpassungen vorgenommen.

Die Resultate waren mit zwei Punkten ziemlich eindeutig:

  • Ziel-CPA wurde erreicht bzw. sogar um 10% übertroffen
  • Ad Impressions konnten demgegenüber nur zu 50% bedient werden

Fazit:

Eine komplette Voll-Automatisierung des Accounts verhindert eine komplette Abdeckung der Anfragen! Man sollte beim Einsatz von automatisierten Tools jederzeit den Überblick über das Konto behalten und manuell eingreifen, da ein Tool nicht den gesunden Menschenverstand ersetzen kann.

Freund oder Feind? Vor- und Nachteile von Keyword- und Produktdaten gezielt nutzen – Florian Nottorf (Adference)

Der Vortrag von Florian Nottorf (Adference) – „Freund oder Feind? Vor- und Nachteile von Keyword- und Produktdaten gezielt nutzen“ lieferte eine hands-on Anleitung, wie man mithilfe der Leistungsdaten aus den Shoppingkampagnen in Kombination mit den Attributen des Shoppingfeeds beliebige Cluster bilden kann. Dadurch ist es möglich, auch für Produkte, die noch zu wenige bis gar keine Daten geliefert haben, sinnvolle Vorhersagen zu treffen und Gebote festzulegen.Gefühlt war es quasi ein Bidmanagement-Algorithmus-Light.

Einen Tipp für die Struktur innerhalb von Shoppingkampagnen lieferte Florian noch frei Haus:
Diese sollte sich immer an den eigenen Zielen und Margen orientieren und nicht Google überlassen werden! Warum? Ganz einfach: Google kennt deine Margen nicht!

Leitsatz: „Dem passenden Traffic die richtige Anzeige ausspielen!“

AdWords Automatisierung – Gunnar Hopfe (Finch)

In Bezug auf „AdWords Automatisierung“ gab es interessante Einblicke von Gunnar Hopfe (Finch). Der Fokus lag hier allerdings nicht auf der Landingpage an sich. Bei Gunnar handelte es sich vielmehr um „Multipages“, die er mit dem Tool Convertizer erstellt.
Ziel ist es, das Zielprodukt als PopUp vor einer Übersichtsseite mit ähnlichen Produkten auszuliefern. Klickt der User das PopUp weg, ist das Zielprodukt auf der Übersichtsseite ebenfalls auf Platz #1 gelistet.

Warum das Ganze?

  • Man zeigt dem Kunden die weite Produktspanne und mögliche ähnliche Produkte.
  • Der Nutzer muss dadurch nicht mehr bei anderen Anbietern nach ähnlichen Produkten suchen.

SEAcamp-Vortrag zur AdWords-Automatisierung

Hier noch ein paar andere klasse Vorträge, die wir besucht haben:

  • Lokale Relevanz bei Suchanfragen ohne Standortbezug – Eckart Backofen (WinLocal)
    Sehr granulare, lokale Aussteuerung von Kampagnen anhand von Geschäftsdaten und TrackValue-Parametern.
  • GDN 2.0: Of Structures and Parameters – Sophia Skuratowicz (audible)
    Wenn man Google einfach mal machen lässt, dann fordert das extreme Nerven und literweise Schweiß, funktioniert am Ende aber!
  • Dein Analytics belügt Dich – Michael Janssen
    Der Titel sagt eigentlich alles…
  • 10Jahre-CallLeads.zip – Dennis Klaus & Markus Fabritius (MaTelSo)
    Je nach Branche können CallConversions einen großen Anteil ausmachen und sie nicht zu tracken schmälert den Performance-Nachweis.

Unser Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das SEAcamp ist eine Bank.
Man bekommt das, was man erwartet! Und wird trotzdem jedes Jahr aufs Neue überrascht.

  • Warm-Up-Party am Vorabend
  • Wissen, Wissen, Wissen
  • Top-Verpflegung über den kompletten Tag
  • After-Show mit anschließendem „Geheimtippausklang“
SEAcamp-Buffet

SEAcamp-Buffet im Hotel Steigenberger Esplanade Jena

Wir sind ganz sicher beim nächsten Mal wieder mit von der Partie!

Weitere Impressionen und Recaps vom SEAcamp findet Ihr hier bei den Veranstaltern.

Viele Grüße

Unterschrift Nico

 

Bildquellen: © Titelbild by SEAcamp 2017; © Alle weiteren Bilder by web-netz

1 Kommentar

Kommentar verfassen