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SEA Trend des Frühsommers: Google-Shopping!

Einer der wichtigsten Trends in der Suchmaschinenwerbung in diesem Sommer, wenn nicht sogar in diesem Jahr, ist der Launch und Ausbau von Google Shopping Kampagnen.

Worum geht es eigentlich?

Shopping – klingt doch gut – fast so, als hätten Google und ich nun das gleiche Hobby.

Letztendlich sind die aktuellen Google Shopping Kampagnen eine Weiterentwicklung der ursprünglich kostenfreien Google Shopping Suche – einer speziellen Google Suche, ähnlich wie die viel geläufigere Google Bildersuche.

Weiter ging es so: 2013 wurden dazu die kostenpflichtigen Product Listing Ads eingeführt, die über das Google AdWords-Konto ausgesteuert werden. Ausgespielt werden Sie meistens entweder über oder auch unter den Textanzeigen, immer häufiger aber auch rechts daneben.

Nichts ist umsonst

Gezahlt wird wie bei den Suchanzeigen pro Klick. Das kostenfreie Modell wurde also so nach und nach abgelöst. Der große Unterschied zu den herkömmlichen Textanzeigen ist die Integration von zusätzlichen Produktinfos wie z.B. einem Bild und dem Preis.

Zum Beispiel:

Grafik SEA Google Shopping Trend

Nun kamen wir „Online Marketers“ vermehrt ins Spiel: Schnell war klar, dass die hübschen Bildanzeigen wesentlichen öfter geklickt werden.

Das Auge kauft eben mit.

Deckel drauf, Schleife drum, fertig

Die Kampagnen, die hinter den Textanzeigen bei Google AdWords stehen, werden durch die Eingabe von bestimmen KeyWords ausgelöst und geschaltet. Eine meiner Aufgaben ist daher, relevante KeyWords zu identifizieren, diese hübsch in Kampagnen mit Anzeigentexten zu verpacken, damit sie den suchenden Usern dann auf ihrer Google Suchergebnisseite angezeigt werden.

Stark vereinfacht heißt das: KeyWords recherchieren, in Anzeigengruppen und Kampagnen gliedern, ansprechende Textanzeigen verfassen, Budget aufteilen. Fertig ist das hübsche Paket! Aber nicht mit Google Shopping!

Völlig anders gestaltet es sich bei den Shopping Anzeigen: Hier werden nicht KeyWords in Konten eingebucht. Stattdessen scannt Google bei jeder Suchanfrage die sogenannten Feeds.

Was das ist?

Man kann es sich als eine Art Datei bestehend aus allen Produktinformationen, die man auch im Shop findet, vorstellen: Produktname und -beschreibung, Preis, Bild, etc. Die Produkte, bei denen erstens der Feed am besten mit der Suchanfrage übereinstimmt und zweitens das jeweilige Cost per Click-Gebot dazu passt, werden angezeigt.

Natürlich gibt es Spielregeln, an die man sich halten muss. Alle Pflichtangaben müssen präsent sein, sowie Versandkosten transparent mitgeteilt werden – sonst lässt Google dich nicht mitspielen.

Alles neu macht die Shopping Kampagne

Ändert sich etwas? Laute Antwort: Oh ja! Erste Erfolgsgeschichten sprechen von einer Vervierfachung der Klickrate und einer 88-prozentingen höheren Conversionrate.

Dies heißt auf der einen Seite, dass Google Shopping  – richtig angewandt – für Produktverkäufer im Netz ein Erfolgsgarant ist. Es heißt aber auch, dass die Textanzeigen in der herkömmlichen Google Suche sowie auch die organischen, nicht bezahlten Ergebnisse, an Klicks verlieren.

Video: Google Shopping : Introduction

Und alle sind dabei!

Das erklärt, warum alle mitspielen: Im letzten Jahr haben sich die Ausgaben für die – damals noch PLAs genannten – Shoppinganzeigen mehr als verdoppelt, betrachtet man den Vorjahresvergleich.

Für uns fleißigen Google AdWords-Optimierer bedeutet dies auch: Wir arbeiten nicht mehr nur an Anzeigengestaltung und Klickpreisanpassung – nun optimieren wir zusätzlich Produktfeeds, damit unsere Kunden in dem begrenzten Platz bunter Bildchen überhaupt gesehen werden. Klar, eine Umstellung, aber eben auch eine schöne Ausweitung unseres Spielfelds.

Bei all‘ der Euphorie, gibt es Nachteile?

Erst einmal natürlich für alle, die bei Google Shopping nicht mitspielen wollen.

Dies erklärt sich von selbst: Klicken mehr User die Bildanzeigen mit übersichtlichen Preisangaben, klicken weniger Suchende die Textanzeigen.

Auf den zweiten Blick gibt es natürlich, wie überall im Leben, auch für Mitspieler ein paar Haken: die Feedbereitstellung und –optimierung ist wesentlich technischer und im Detail auch zeitaufwendiger als die gewohnte Arbeit an Google AdWords-Kampagnen. Und, zeitaufwändiger bedeutet natürlich auch erst einmal kostenintensiver.

Ein weiterer Nachteil ist, dass sich User an eine Preissuchmaschine erinnert fühlen können. So agiert man in direkter Konkurrenz zu den gängigen Anbietern, die preisbewusst Suchende bereits gewohnt sind.

Dies gilt dann so lange, bis Google eine höhere Datenqualität liefert als etablierte Preissuchmaschinen und User sich umgewöhnt haben.

Google Shopping – Quo vadis?

Wer also Produkte im B2C-Bereich anbietet, sollte schnell darüber nachdenken, den shoppingwütigen Usern – wie mir – die besonders übersichtlichen und informativen Bilder anzubieten; auch wenn der technische Aufwand vielleicht zunächst abschreckend wirkt.

Auch im B2B wird verstärkt auch Shopping gesetzt: Einkaufentscheider sind eben auch „nur“ Menschen.

Für Dienstleistungsanbieter ändert sich erstmal nichts, jedenfalls solange nicht, bis Google eine Möglichkeit gefunden hat, deine Dienste in einen Feed zu verpacken. Vielleicht fängst du schon mal an, ein paar Schnapsschüsse zu schießen …

Online Shopping XXL

Wahrscheinlicher ist es allerdings, dass Google zukünftig in vielen Konsumbranchen immer weiter auf den Ausbau der Shoppinganzeigen setzen wird. Branchenintern munkelt man von Plänen, dass sich Google zum eigenen Shoppingportal und zur Preissuchmaschine entwickelt.

Worauf wartet ihr also? An die Taschen, fertig, (Google) Shopping!

Bis bald, Eure Adrienne

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