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Retargeting und InShop-Layer – worauf achten?

„Online-Marketing einfach erklärt“ – so heißt unsere neue Interview-Reihe. Dazu befrage ich je einen unserer Abteilungsleiter, welche Themen sie im Team derzeit so am meisten beschäftigen. Das erste Interview dieser Reihe habe ich gerade eben mit Daniel, bei web-netz der Mann mit der Affiliate-Mütze auf, geführt. Über zwei Begriffe, die derzeit in aller Munde sind, haben wir dabei gesprochen: Retargeting und InShop-Layer.

Bei Wikipedia steht es so: „Retargeting, oder auch Re-Targeting geschrieben, kommt vom englischen re für „wieder“ und targeting für „(genau) zielend“.“ Bei diesem so genannten Verfolgungsverfahren werden Besucher einer Internetseite oder eines Webshops markiert und bekommen dann, wenn sie auf einer anderen Seite unterwegs sind, gezielt Werbung von dem besuchten Shop eingespielt – durch Banner oder andere aufpoppende Fensterchen. Und das Ganze dann auch noch, wenn es über ein Affiliate-Programm abgewickelt wird, rein erfolgsabhängig – und nicht auf z. B. klassischer TKP-Basis. Aber wie sollten das Shopbetreiber am besten, am effektivsten machen?

Daniel: Ziel des Retargetings ist es, den User mit einem Produkt zu konfrontieren, dadurch dann die Werberelevanz und somit die Klick- und Konversionrate (z. B. Bestellquote) zu steigern.

Das klassische Retargeting hat den Fokus auf dem Shopuser, man spricht also keine Unbekannten an. Wenn nun ein Shopuser abspringt – und die Konkurrenz schläft ja bekanntlich nie – versuchen wir, ihn im Shop zu halten.

Hättest Du ein Beispiel?

Daniel: Es kommt drauf an, wie der Kunde reagiert, gehandelt hat. Hat er etwas gekauft, dann macht es Sinn, ihm ein dazu passendes Produkt vorzuschlagen – z. B. durch Banner.

Mein Lieblingsbeispiel ist immer die Spielekonsole – ist sie gekauft, hat der User vielleicht noch Interesse an einem zweiten Controller. Wenn es aber gar nicht erst zum Kauf gekommen ist, dann kann ich ihm ja auch andere Produkte der Marke, an der er interessiert gewesen ist, vorführen.

Im wahrsten Sinne des Wortes: Vor Augen führen! Also a) ähnliches oder dazu passendes Produkt und b) andere Produkte der Marke.

Daniel: Genau.

Target Conept

So, wenn wir nun weiter vorausschauen, dann kommt kein Shopbetreiber am Pretargeting vorbei, oder?

Daniel: Das würde ich so sagen, ja. Die Möglichkeiten dabei sind einfach enorm, denn die Userprofile können dank größerer Shops und entsprechend größeren Datenmengen genauer erstellt werden.

Dazu kommt, dass die heutigen Analyseprogramme natürlich auch viel weitreichender sind als noch vor ein paar Jahren. Das erhöht natürlich die Trefferquote. Wir können das Kundenverhalten viel besser und genauer deuten. Daher können wir auch deren – ich nenne sie gern – statistische Zwillinge genauer bespielen.

Konkret geht das wie?

Daniel: Indem wir – beispielsweise die Partner, die für uns die Pretargeting-Kampagnen betreiben – dann den Shopusern sehr ähnliche Profile erstellen können, ist die Wahrscheinlichkeit im Netz auf Profile zu treffen, die gleiche Vorlieben haben, immer höher. Das sind dann diese so genannten statistischen Zwillinge. Auch wenn die dann grundsätzlich vielleicht an anderen Dingen interessiert sind, ist die Übereinstimmung bei eben diesen Produkten doch gegeben. Ohne Pretargeting wäre man nie auf diese Nutzer gekommen.

Targeting Line

Welche Anreize kann man denn überhaupt bieten, sodass Kunden bleiben?

Daniel: Hier kommen die InShop-Layer zum Einsatz. Wenn zum Beispiel ein User einen Warenkorb befüllt hat und dann aber doch das Fenster schließen möchte, dann kann ein Fenster aufpoppen, worin dann steht: „Wollen Sie wirklich den Warenkorb verlassen?“ Hier kann man auch einen Gutschein anbieten, Rabatte gewähren, auf andere Produkte hinweisen etc. pp.

Und bevor jemand befürchtet, es könne zu penetrant sein: Die InShop-Layer können beispielsweise so eingestellt werden, dass der User sie nur beim ersten Shop-Besuch angezeigt bekommt. Retargeting darf den Kunden natürlich nicht stören, entsprechend darf die Werbepenetration nicht so hoch sein. Auch muss der richtige Retrageting-Partner gewählt werden, damit die Reichweite hoch genug ist.

Man kann aber diese Fenster auch zum Optimieren des Shops nutzen, oder?

Daniel: Das ist richtig, z. B. kann ein InShop-Layer auch ein Kasten sein, in dem der Kunde eine Frage zum Produkt stellen kann – z. B.: „Haben Sie Anmerkungen an unseren Kundenservice? Gern nehmen wir Ihre Anregungen an.“ Wenn man dann viele Fragen gesammelt hat, kann der Shop-Betreiber daraus beispielsweise eine FAQ-Liste machen, womit der Kunde wieder dort abgeholt wird, wo er ist.

Also bieten InShop-Layer Shopbetreibern viele Informationen, die er unterschiedlich nutzen kann.

Daniel: Und, etwas weiter gedacht, können diese Affiliate-Programme dann auch Informationen für andere Online-Marketing-Disziplinen wie zum Beispiel SEO generieren. Wenn etwa diese FAQ-Liste genommen wird, um daraus dann Landingpages oder einen Blog zu kreieren.

Robin und Daniel

Daniel, ich dank Dir sehr.

Daniel: Aber gerne doch!

Bildnachweis Titelbild: ©iStock.com/HelleM

Bildnachweis Textbild: ©iStock.com/ Thumb, ©iStock.com/ MayerV

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