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How to: Retargeting im Affiliate-Marketing – Teil 1

Retargeting ist im Affiliate-Marketing sowohl ein interessantes als auch ein stets diskutiertes Thema. Doch was ist eigentlich Retargeting? Welche Vorteile bietet Retargeting für mich als Merchant und eignet sich jeder Shop für eine Retargeting-Kampagne?

Christian BünderDiese und weitere Fragen wird uns Retargeting-Experte Christian Bünder in dem zweiteiligen Interview „How to Retargeting“ beantworten. Christian betreut bei belboon den Bereich Performance Display Advertising. Gemeinsam mit seinen Premium-Partnern setzt er in diesem Bereich vielfältige, reichweitenstarke Display Kampagnen um, vor allem im Bereich Retargeting. Darüber hinaus gehört die Integration und der Ausbau von neuen, innovativen Targeting-Lösungen zu Christians Aufgaben. Weiterhin hat er sich bereit erklärt, mir heute Rede und Antwort zu stehen…

Erst einmal vielen lieben Dank, Christian, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Für die Leser, für die Retargeting ein ganz neuer Begriff ist: Was ist das eigentlich?

Christian: Kurz gesagt bietet Retargeting den Online-Shops die Möglichkeit, unentschlossene User in Käufer umzuwandeln.cookies
Geht man von einem Standardwert aus, so verlassen etwa 98% der Shopbesucher die Website, ohne den Kauf abgeschlossen zu haben. Ziel des Retargetings ist es nun, diese User nach Verlassen des Shops auf verschiedenen Websites mit einer hochgradig relevanten Werbebotschaft anzusprechen, um sie wieder in den Shop zurückzuführen und letztendlich den Kaufprozess abschließen zu lassen.

Technisch betrachtet wird dabei der User beim Besuch des Shops mit einem Cookie markiert. Im Cookie werden Informationen, die zur späteren Auslieferung der Kampagne notwendig sind, gespeichert.

Svenja: Was sind deiner Meinung nach die stärksten Vorteile des Retargetings und warum sollte Retargeting über den Affiliate-Kanal abgewickelt werden?

Christian: Retargeting ist in meinen Augen zu einem unverzichtbaren Teil in einem erfolgreichen und ganzheitlichen Online-Marketing-Mix geworden.

  • Durch den Einsatz von Retargeting werden die Merchants in die Lage versetzt, ihre Werbemittel nur denjenigen Usern anzuzeigen, die bereits ein deutliches Interesse an ihrem Shop bzw. an dem Produkt gezeigt haben. Somit können Streuverluste vermieden und Werbebudgets effektiver eingesetzt werden. Der ROI (Anm. Redaktion: „Return on Investment“) der Merchants steigt.
  • Zudem weisen Retargetingkampagnen durch die hohe Werberelevanz der Werbemittel in der Regel deutlich höhere Klick- und Conversion Raten auf, als klassische Performance Display Kampagnen. Dies sorgt für höhere Onlineumsätze.
  • Neben der Ansprache und Rückführung von kaufinteressierten Usern in den Shop stellt Retargeting auch eine wichtige Möglichkeit zur Kundenbindung dar. So können Kunden nach ihrem Kauf im Anschluss über gezielte Cross- und Up-Selling-Aktionen weiter angesprochen und in aktive Bestandskunden umgewandelt werden.
  • Ein weiterer entscheidender Faktor bei Retargeting-Kampagnen, der aus meiner Erfahrung heraus öfter einmal unter den Tisch fällt, ist der positive Einfluss der Kampagnen auf das Brand Image. Bei jeder Einblendung des Werbebanners wird die Marke wieder ins Bewusstsein des Users gerufen und gewinnt an Wiedererkennungswert. Diese Branding-Effekte steigern das Volumen der Suchanfragen in den Suchmaschinen und erhöhen den Webseiten-Traffic, der über direkte Eingabe der URL kommt.

Indem Merchants Retargeting über ein Affiliate Netzwerk abwickeln, profitieren sie zunächst von ihren gewohnten Strukturen wie das bereits vorhandene Reporting und Tracking.

  • Die Retargeting-Partner werden lediglich als ein weiteres Publisher-Segment hinzugeschaltet. Die Auswertung der Kampagnen kann dabei bis ins Detail über das Netzwerk stattfinden. So behalten die Merchants stets den Überblick, welchen Einfluss die Retargeting-Kampagne auf die Gesamtperformance ihres Partnerprogramms hat.Startet ein Merchant somit die Kampagne über sein Netzwerk, so müssen auf seiner Seite keine zusätzlichen Ressourcen geschaffen werden, um die Kampagne zu betreuen.
    Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Netzwerk und Retargeting-Partner stellt dabei sicherlich auch einen zusätzlichen Vorteil dar.

Svenja: Für welche Affiliate-Programme eignet sich Retargeting bzw. gibt es Online-Shops, für die Retargeting nicht in Frage kommt?

Christian: Grundsätzlich kann man sagen, dass eine im Vorfeld konsequent und transparent geplante Retargeting-Kampagne für nahezu alle Online-Shops einen Mehrwert darstellen kann. So ist dieses Thema nicht nur für die trafficstarken Onlineshops interessant, sondern vor allem auch für Merchants, die im sog. Longtail Bereich (Anm. Redaktion: Nischenprodukte statt Massenprodukte) angesiedelt sind.

Wichtig sind hierbei realistische Kampagnenziele, die die jeweiligen Herausforderungen und Wünsche des Merchants widerspiegeln.

Entscheidende Werte im Hinblick auf die Kampagnenplanung sind bspw. die monatlichen Unique User im Shop, die monatliche Gesamtanzahl an Conversions im Shop sowie die CR (Anm. Redaktion: „Conversionrate“). Diese Angaben helfen uns dabei, die geeigneten Kooperationspartner zu identifizieren und die Kampagne optimal zu gestalten.

Svenja: Im Retargeting gibt es die Möglichkeit, statistische oder dynamische Banner einzusetzen. Wie unterscheiden sich statistische und dynamische Banner voneinander?

Christian: Beim statischen Retargeting werden die User nur markiert, ohne dabei zu betrachten, welche Produkte sie sich angesehen haben bzw. welche Artikel in den Warenkorb gelegt wurden.
Somit sind statische Banner im Grunde feste Banner-Sets, die von den Merchants bereitgestellt werden.

Darin kann man zum einen eine allgemeine Ansprache wählen, die das gesamte Angebot im Shop aufgreift oder gezielt auf einen reinen Branding-Effekt setzt.
Diese Werbemittel können bequem über das bestehende Netzwerk bereitgestellt und über die Retargeter ausgeliefert werden.

Im Gegensatz zum statischen Retargeting bieten dynamische Banner die Möglichkeit, dem User innerhalb des Werbemittels im höchsten Maße individualisierte Werbebotschaften anzubieten. Dabei werden innerhalb der Werbemittel dynamische Produktempfehlungen angezeigt, die auf dem Surfverhalten des einzelnen Users basieren.

Somit besteht bei dieser Werbeansprache ein sofortiger Wiedererkennungswert. Diese zielgruppengerechten Werbebotschaften steigern die Klick- und Conversionrate.

Innerhalb der dynamischen Banner können zudem befristete Aktionen wie exklusive Gutscheincodes, Social Media Buttons und saisonale Promotionaktionen eingebunden werden.

Mann fängt fliegendes Geld.

Svenja: Wann werden im Retargeting statische Banner und wann dynamische Banner eingesetzt?

Christian: Dynamische Banner haben in der Regel eine deutlich höhere Conversionrate sowie Click-ThroughRate. Somit ist deren Einsatz grundsätzlich immer zu empfehlen.

 Allerdings ist es unter bestimmten Voraussetzungen für einige Merchants durchaus sinnvoll und sogar vorzuziehen, mit statischen Bannern zu starten. So ist es bspw. für Shops, deren Sortiment nur über ein oder wenige Produkte verfügt, sinnvoll, auf statische Banner zurückzugreifen.
Auch bei Anbietern von bspw. Dienstleistungen bzw. aus der Telekommunikations-Branche bietet sich meistens der Einsatz von statischen Bannern an.

Um dynamisches Retargeting zu starten, benötigen wir einen Produktdatenfeed vom Merchant. Sämtliche Daten, die in den dynamischen Werbebannern angezeigt werden, wie Preis, Produktbild und Produkttitel, werden aus diesem Feed entnommen.

Die Erstellung der dynamischen Werbemittel findet übrigens vollständig durch den Retargeting-Partner statt und ist für den Merchant kostenlos.

Fortsetzung folgt…

Festzuhalten ist also, dass Retargeting im Affiliate-Marketing einen Mehrwert für nahezu jeden Shop darstellt. Die Bewerbung kann sowohl über statische als auch über dynamische Banner erfolgen.

Nach diesem kurzen aber sehr interessanten Einstieg in das Thema wollen wir natürlich mehr wissen und tiefer in die Retargeting-Materie eintauchen. Deshalb wird Christian im zweiten Teil von „How to Retargeting mit Affiliate-Marketing“ auf Vergütungsmodelle, technische Fragen und Retargeting-Trends eingehen. Schon neugierig geworden? Dann schau gerne nächsten Monat wieder rein!

Falls du hierzu Fragen haben solltest, freue ich mich auf Deinen Kommentar!

Liebe Grüße

Svenja-Unterschrift

Bildquelle: iStockphoto.com / mack2happy; eatcute; Top_Yimgrimm

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