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Recap: Social Media Conference Meets Content Marketing

Social Media Conference Meets Content Marketing. Oder: Content, Content, noch mehr Content. Unter diesem Motto fand vom 06.-08. Oktober die diesjährige Social Media Conference statt. Im Empire Riverside Hotel in Hamburg. Und, eins war sofort klar: Die veranstaltende crowdmedia GmbH hat ein gutes Händchen für Kulissen.

Adrienne & KristinaNeben dem tollen Look ging es auch gleich nach der Anreise mit einem wärmenden Kaffee durch die kalte Hansestadt dank der üblichen steifen Brise in zwei aufregende Konferenztage, die wir beiden Social Media Bienen Kristina und Adrienne untereinander aufgeteilt haben. Ich, Adrienne, durfte am ersten Tag spannenden Vorträgen lauschen, interessante Kontakte knüpfen und leckere Häppchen genießen. Daher schreib ich auch zuerst. 🙂

Social Media ist tot – es lebe Social Media

So wurde das erste Häppchen serviert. Die Geschäftsführerin von crowdmedia, Svenja Teichmann, hielt eine kleine begrüßende Ansprache. Im Laufe des Tages sollten noch neun Vorträge von zehn Referenten folgen. Themen: Trends rund um Social Media. Dabei allein an diesem Tag vier Beispiele direkt aus der Praxis. Auf dem Programm große Namen wie beispielsweise Nadine Neubauer direkt vom Branchenguru Facebook, die wiederauferstandene bonprix Handelsgesellschaft, Handelsblatt Online aus der schreibenden Riege, T-Systems Multimedia Solutions und bekannte Kollegen aus der Online-Welt wie z. B. Johannes Lenz von AKOM360.

Adrienne’s Highlights

Social Media Conference 1Allen voran der wirklich sehr unterhaltsame Vortrag von Tina Halberschmidt, Social Media Redakteurin vom Handelsblatt Online, zum Thema „Die Zeit des Stillhaltens ist vorbei – Wie Handelsblatt Online mit Trolls, Lästereien und Shitstorms umgeht“. Der Titel hielt, was er versprach: Nach einer Einführung, wie viel Zeit in Kommentare von Trolls (User, die die Kommunikation auf Online-Plattformen nachhaltig durch aggressives Verhalten stören) fließt und wie viel Unmut dies bei den betreffenden Community Managern auslöst; denn bekanntlich macht ein Troll auch vor persönlichen Beleidigungen nicht Halt. Höhepunkt hier: Das von der Social Media Redaktion erstellte Video der besten Kommentare mit dem bezeichnenden Titel „Ich bin wie eine Speckschwarte“.

Nach einer Clusterung der Trolls in verschiedene Typen, vom Oberlehrer mit den Spezialgebieten Grammatik, Atomphysik und Innenpolitiker bis hin zu Verschwörungstheoretikern sowie Aggressoren, stellte Halberschmidt die Frage, ob wir unser heißgeliebtes Netz wirklich diesen Usern überlassen wollen. Antwort: Ein klares Nein!

Wider den rauen Ton im Netz

Aus diesem Grund hat das Handelsblatt online die Aktionswoche mit Titel „Mach das Web sozialer – wider den rauen Ton im Netz“ gestartet und hier täglich Artikel und Kommentare zum guten und weniger guten Ton im Netz online gestellt. Bestandteil war unter anderem ein offener Brief an alle Facebook User, in denen die Redakteure ihre Erfahrungen und Gefühle gegenüber Trollen offenlegen. Der Mut der Aktion wurde belohnt: Das Handelsblatt Online verzeichnete 90% positive Resonanz.

Ein weiterer Lichtblick war Saskia Templin, Managerin Online Marketing & Social Media von Marabu, einem süddeutschen Hersteller von Kreativfarben. In einem Vortrag, der sehr detailliert, mit viel Charme und Praxiseinblicken rüberkam, zeigte sie auf, wie sich der gemeine Mittelständler an sich mit guten Inhalten und selbstgeschriebenen Stories in der Social Media Welt einen Namen gemacht hat.

Bleibe authentisch

Ihr Tipp: Authentisch sein, Multiplikatoren der Branche identifizieren und mit ihnen kollaborieren, Geschichten erzählen, die für die eigene Zielgruppe relevant sind und diese kanalgerecht in den verschiedenen Medien verbreiten. Intern arbeitet das 3-köpfige Team einen 12-Schritte Plan ab und dürfte damit ein sehr strukturiertes Vorbild für Nachmacher abgeben. Vielen Dank für diese tiefen Einblicke!

Unternehmen brauchen Ohrfeigen!

Ähnliche Learnings zeigten auch die anderen Vorträge dieses ersten Tages: Erzähle gute Geschichten, Qualität wiegt mehr als Quantität, hab immer die Bedürfnisse deiner Zielgruppe im Blick und wähle hierfür den richtigen Kanal und nutze ihn richtig. Social Media hat in vielen Branchen noch viel Potenzial: Viele, auch große, Unternehmen hören ihren Usern einfach nicht richtig zu, schloss auch Martin Meyer-Gossner in seinem leidenschaftlichen Vortrag zum Thema „Social Media ist Chance und Change! Oder: Wieso man so manches Unternehmen ohrfeigen müsste.

Vortrag im Hörsaal

After Vortrag: „Round Table“

Für mich ein absolutes Novum: Nach den Vorträgen wurde zu Thementischen geladen, an denen man mit Experten und anderen Teilnehmern zu vorher bekanntgegeben Themen diskutieren konnte. Inspiriert vom Vortrag entschied ich mich für das Thema „Shitstorm- & Krisenmanagement“. Dies war eine wunderbare Gelegenheit, gemachte Erfahrungen zu teilen, von anderen zu lernen und Gemeinsamkeiten in der täglichen Arbeit im Community Management zu finden. Vielen Dank für die intensiven Gespräche!

Kristina‘s Tag: Konferenz Tag Nummer 2

Am zweiten Tag der Social Media Conference zeigte sich Hamburg wieder von seiner schönsten Seite: Sturm und Regen, typisches Hamburger Schietwetter eben. Das hat die Organisatoren und Referenten allerdings nicht davon abgehalten, an diesem Tag noch einmal geballtes Wissen und vor allem viele eigene Erfahrungen mit uns Zuhörern zu teilen.

Meine persönlichen Highlights des Tages:

Den Anfang machte Magnus Kleditzsch von Vodafone, der uns den Weg der Marke hin zur Social Brand beschrieb. Auf diesem Weg mussten auch einige „Königreiche eingerissen werden“, wie es hieß. Denn bei dem organisch gewachsenen Unternehmen wurden früher die unterschiedlichen sozialen Kanäle dezentral von verschiedenen Abteilungen geführt und keine war gewillt ihr Hoheitsgebiet aufzugeben. Struktureller, aber auch kultureller Wandel innerhalb des Unternehmens war dringend nötig. Das scheint funktioniert zu haben, denn jetzt macht Vodafone vor, wie ein Social Media Board, das u. a. aus Mitarbeitern von PR, Customer Service und Brand Marketing besteht, gemeinsam eine Strategie entwickeln und über alle Kanäle hinweg umsetzen kann. Hier können sich viele Unternehmen noch etwas abgucken.

Schneller Antworten als der Branchenprimus

Ebenso bei der Content-Strategie. Denn dort setzt Vodafone vor allem auf Content-Curation, um sich bei den Fans als kompetenter Ansprechpartner für alle Themen rund um Mobilfunk und Technik zu positionieren. Im Newsroom werden tagesaktuelle Infos gescannt, gefiltert und so verarbeitet, dass sie den eigenen Fans als Entscheidungshilfe weitergegeben werden können. Abgerundet wird das Engagement durch 24/7 Service-Kanäle auf Facebook und Twitter, die in der Antwortzeit sogar die Telekom hinter sich lassen.

Social Media Conference 2

Lass uns dicke Freunde werden – auch abseits des Buffets

Es folgte ein Vortrag von Philipp Thurmann von der Agentur buddybrand. Thurmann berichtete über die (Wieder-) Belebung einer alteingesessenen Marke im Social Web: den Super Dickmann‘s. Dazu wurde „Dickie“ entwickelt – Dickie der Schokokuss mit Turnschuhen und Cap, der uns liebevoll Einblicke in sein Leben gewährt, uns an seinem Alltag teilhaben lässt und hofft, dass wir dicke Freunde werden.

Das Community-Building erfolgt dabei organisch. Nur zu Saison-Highlights, wenn auch die Sonderofferten aus dem Handel von Dickie auf der Fanpage präsentiert werden, werden mit Fanpage Anzeigen zusätzliche (dicke) Freunde gewonnen. Und die Community ist begeistert, liked, kommentiert und schreibt des Öfteren eine herzliche Liebeserklärung. Ein bisschen lustig, ein bisschen absurd, vor allem aber sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass sich hier sogar mal die POS-Marketer von der Social-Abteilung inspirieren ließen und Dickie-Inflatables jetzt den Handel zieren. Einen letzten Tipp gab Thurmann uns noch mit auf den Weg: Wir sollten aufhören, in Kanälen zu denken!  Stelle lieber die Idee in den Vordergrund!

Video ist nicht gleich Video

Am Nachmittag ging es um Online Video Marketing mit YouTube-Strategien. Andreas Groke von Videobeat Networks gab Tipps für die Content-Strategie während Dominique Korschinek parallel die Umsetzung dieser Strategie bei Otto vorstellte.

Wie sollte die Content-Strategie auf YouTube also ausgerichtet sein? Groke und Korschinek unterschieden drei Arten von Videos.

  • Der Hygiene-Content wird genutzt um maximales Suchvolumen abzugreifen. Dazu setzt man vor allem auf How To’s, Tipps und Tutorials, eben die Themen, die auf YouTube gesucht werden.
  • Hub-Content dagegen zielt auf die Generierung von Abonnenten ab. Diese Inhalte sind persönlicher und zeigen zumeist einen Blick hinter die Kulissen.
  • Mit dem Hero-Content werden aktuelle Trends wie beispielsweise die „Ice Bucket Challenge“ oder die Fußball-Weltmeisterschaft aufgegriffen, um vom allgemeinen Hype zu profitieren. Sowohl Hygiene als auch Hero Content sollten dabei auf den Hub Content verweisen, damit langfristig Abonnenten gewonnen werden können.

Neben diesen Themen, ging es am zweiten Tag auch um Zahlen und Fakten. Schwerpunkte waren dabei Digitale Listening Center, Customer Profile Management mit Social Log-Ins und die Auswahl des richtigen Monitoring-Tools.

Video: web-netz – Ice Bucket Challenge

Social Media Conference mit Mehrwert

Neben viel Wissen, Know-How, Erfahrungen, guten Gesprächen und vielen kulinarischen Häppchen Stand vor allem auch der Austausch in der Branche im Fokus. Dies machte die diesjährige Veranstaltung wieder zu einem Highlight.

Hier die Schlüssel-Learnings der Social Media Conference HH in Zitaten der Speaker zusammengefasst!

  • „Manchmal muss man im Unternehmen Königreiche einreißen, um sich weiter zu entwickeln.“
  • „Wir sollten aufhören, in Kanälen zu denken und die Idee in den Vordergrund stellen.“
  • „Jeder Jeck ist anders: Nörgler wird es immer geben. Auf Mecker-Kommentare einfach mit gesundem Menschenverstand und einer Portion Humor reagieren.“
  • „Gutes Content Marketing zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht nach Marketing aussieht.“
  • „Social Media Marketing sollte man nutzen, also: Hören Sie mal zu und machen Sie was daraus!“

Unser Fazit

Ein bunter Mix aus Themen.
Sicher ist nicht für jeden alles relevant, aber allein schon zu sehen, wie es andere machen, bringt einiges an Inspiration. Nächstes Jahr sind wir gerne wieder mit dabei und beschäftigen uns nun damit, Geschichten zu erzählen.

Frohes Storytelling euch allen!

Eure AdrienneUnd-Zeichenkristina

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