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Pinterest – eine Liebeserklärung an das digitale Bilderbuch

„Eine Pinnwand […], ist ein Brett bzw. eine […] Platte, woran sich mit Reißzwecken, Stecknadeln oder Pushpins Zettel befestigen lassen“, so steht es auf Wikipedia. Das soziale Netzwerk Pinterest (zusammengesetzt aus den Begriffen pin = dt. Stecknadel und interest = dt. Interesse) entspringt diesem Gedanken, hat aber unser Verständnis von der traditionellen Pinnwand revolutioniert und durch den Einsatz digitaler Kommunikationswerkzeuge grundlegend überholt. Durch diesen Artikel möchte ich dir die Vorteile von Pinterest für deine Marketing-Kampagnen zeigen: vom wachsenden Webseiten-Traffic über das Erschließen anspruchsvoller und profitabler Zielgruppen, bis hin zur gezielten Produktbewerbung – Pinterest ist ein Alleskönner-Netzwerk, welches nicht zuletzt auch schön aussieht.

Einleitung – Bilder sind Kommunikation

Als Kind der 90er ist mir analoge Fotografie als teures Hobby, als Kunstform oder für das Familienalbum noch geläufig. Durch die digitale Fotografie, das Internet und die sozialen Medien hat sich der Kreis an möglichen Bildempfängern vom ausschließlich Privaten zum Allumfassenden entwickelt. Dabei sind Bilder nicht nur schön anzusehen, sie sind der Einstieg für eine Geschichte, ein Teaser. Sie sollen Neugier erwecken, zum Nachfragen anregen und Lust auf mehr machen. Pinterest hat diese positiven Eigenschaften wirkungsvoll vereint. Durch den Einsatz deiner Bilder kannst du mit Hilfe von Pinterest spannende und innovative Erzähl- und Marketingstrategien entwickeln.

Was ist Pinterest?

Zum Einstieg möchte ich dir ein paar Pinterest Fakten vorlegen, damit du eine ungefähre Vorstellung davon bekommst, was Pinterest überhaupt ist:

Pinterest ist laut eigenen Angaben „… ein Ort, an dem du dir Ideen von Gleichgesinnten für all deine Projekte und Interessen holen kannst.“ Diese Ideen werden auf Pinterest in Form von digitalen Bildern ausgespielt, welche auf einer Karteikarte mit Informationen über Ort, Veröffentlichungsdatum und Autor, samt einer kurzen Beschreibung dargestellt werden. Ausgespielt werden die Bilder oder „Pins“ in einem vertikalen News Feed (siehe Abbildung), welches sich optimal an das jeweilige mobile Gerät oder an den Desktop PC anpasst.

web-netz Pinterest

Wer ist auf Pinterest?

Pinterest hat laut Schätzung von September 2015 aus ca. 100 Millionen angemeldete Nutzer, davon kommen ca. 3 Millionen aus Deutschland. Der durchschnittliche „Pinner“ ist weiblich, gut situiert und im Schnitt älter und besser gebildet als typische Nutzer anderer sozialer Netzwerke. Heute aktive Pinner sind irgendwann durch die Suche nach Inspirationen auf das Netzwerk gestoßen. Ob auf der Suche nach Bastelanleitungen, Einrichtungstipps, modischen Trends oder Rezeptideen, Pinner sind auf der Suche nach einem innovativen Angebot. Zusammengefasst finden sich auf Pinterest Menschen, bei denen es sich lohnt sie als leidenschaftliche Fans seiner Marke zu gewinnen.

Dein Einstieg bei Pinterest

Um zu verstehen, wie die Pinterest Community auf dein Brand aufmerksam werden kann, möchte ich dir in Kürze die grundlegenden Funktionen und ihre Vorteile beschreiben:

Grundsätzlich braucht man für die Anmeldung auf Pinterest nur eine Emailadresse und ein Passwort. Die gängige Alternative dazu ist das Anmelden via Facebook-Connect, Twitter- oder Google Plus-Account. Als Unternehmen solltest du definitiv alle Einstellung deines Pinterest-Kontos ausfüllen: Stell dich vor, Nutze dasselbe Logo wie auf allen anderen Kanälen, pass deine/n Pinterest URL/Nutzernamen an, verlinke deine Webseite oder deinen Shop und vergiss den Impressumslink nicht (!). So schaffst du einen Wiedererkennungswert, hast die Möglichkeit Interessenten direkt anzusprechen und erscheinst seriös.
Ein frisch aufgesetztes Pinterest-Konto startet in der Default-Ansicht, sprich, Pinterest spielt dir aus, was generell beliebt ist. Diese sich thematisch dynamisch ändernde Ansicht lädt bereits herrlich zum Stöbern ein. Dabei wird schnell klar, auf was es bei der Pinterest-Nutzung ankommt: das Netzwerk und seine Nutzer lebt von und für hohe Bildqualität, bzw. Bildästhetik.

Pinterest

Viele Pinterest Profile beinhalten mehrere tausende Pins auf zig Pinnwänden. Allgemein werden die Pinnwände auf Pinterest gerne als „Moodboards“ bezeichnet. Es soll eine Stimmung, Atmosphäre, Meinung oder klare Kommunikationslinie in ihnen ausgedrückt werden.

Durch das geschickte Vermischen von deinen Produkten mit passenden Impressionen kannst du somit deine Marke facettenreich emotional aufladen. Wenn du zum Beispiel ein neues Hautpflegeprodukt auf Pinterest pinnst, dann veröffentlich doch drum herum ästhetische Nahaufnahmen von den natürlichen Inhaltsstoffen. Dabei bist du nicht zwangsläufig darauf angewiesen ausschließlich eigene Inhalte zu erstellen, denn auch als Unternehmen kannst du das vorhandene Bildmaterial auf Pinterest verwenden (repinnen) um das thematische Umfeld deines Brands zu vervollständigen. Das spart nicht nur Geld und Zeit, sondern macht auch gleichzeitig auf dich aufmerksam.
Wann macht Pinterest für deine Marke Sinn?

Du suchst nach einem neuen Social Media Performance Kanal, dann bist du bei Pinterest goldrichtig. Da das Hauptaugenmerk von Pinterest auf dem Teilen und Verteilen von visuellen Inhalten liegt, hat das Netzwerk schnell das Interesse von Bloggern, Kreativen und E-Commerce Unternehmen auf sich gezogen. Auf Pinterest gibt es keine Einzelkämpfer, hier gilt das Credo, wer etwas pinnt, stellt es für alle Nutzer zur Verfügung. Besonders positive Resultate haben dabei Unternehmen oder Accounts rund um die Themen Essen und Trinken, Design, Einrichtung, Do it Yourself, Mode und Reisen erzielt. Je emotionaler du dein Angebot vorstellen kannst, desto besser passt es auf Pinterest. Steuerberater und Versicherungen werden es dagegen schwer haben, Fuß zu fassen.

Die große Stärke – Mehr Webseiten-Traffic durch Verlinkung

Durch das Bereitstellen von eigenen Inhalten ist hier Möglichkeit gegeben, diese von der Nutzergemeinde weiter streuen zu lassen. Dabei ist wichtig, dass jeder Pin mit einem Webseiten-Link versehen werden kann, wodurch sich für dein Unternehmen nicht nur organische Reichweite aufbauen kann, sondern auch gezielt Webseiten-Traffic generieren lässt. Begünstig wird dieser Umstand dadurch, dass man bei Pinterest, im Gegensatz zu Instagram und Facebook, nicht von einer Timeline spricht. Auf Pinterest kann ein einmal geteilter Inhalt durch das Repinnen selbst nach sehr langer Zeit wieder brand aktuell sein und erneut Traffic bringen. Somit ist Pinterest gut geeignet für das Branding und den Ausbau der eigenen Marke. Dabei entsteht die Pin-Performance auf drei Arten:

  1. Deine Pins und Pinnwände sind von ihrer Beschreibung nach den Konventionen des Netzwerks ideal benannt und werden von Nutzern über die Suche im News-Feed ausgespielt. Die Pinterest-Nutzer stoßen somit alleine auf deine Pins und werden durch die Bildbeschreibung oder einen Text im Bild dazu angeleitet auf das Bild zu klicken und somit auf deine Webseite zu gelangen.
  2. Der Nutzer ist im Idealfall bereits Fan von deiner Marke oder ist auf die besonders attraktiven Grafiken auf deiner Webseite oder in deinem Shop aufmerksam geworden. Da diese in seine Interessenswelt passen, pinnt er sie über eine von dir im Shop angebotene Sharing-Funktion oder die „Pin it“ Browsererweiterung in eine seiner Pinnwände. Der so geteilte Pin bekommt direkt die URL seiner Herkunftsseite angehängt, wodurch jeder, der auf das geteilte Bild klickt, zurück in deinen Shop oder auf deine Webseite geleitet wird.
  3. Du wirst selbst aktiv. Passend zu deinem Brand, deiner Webseite oder einzelnen Produkten entwirfst du attraktive, hochqualitative Grafiken und veröffentlichst sie mit einer entsprechenden Verlinkung auf deinen Webseite. Um auf dich gezielt aufmerksam zu machen, suchst du im semantischen Umfeld deines Brands, deiner Produkte nach Pinnwänden anderer Nutzer. Diese machst du dann durch Kommentare, Likes und das Teilen ihrer Inhalte, sofern passend, auf deinen Kanal aufmerksam.

Keiner der drei Wege alleine führt zwangsläufig zum Erfolg. Versetze ich in deine Zielgruppe hinein, verfolge, wie sie deine Pins annehmen und finde einen Weg mit ihr in Kontakt zu treten. Für die genauere Analyse deiner Pinterest-Aktivitäten empfehle ich dir, Pinterest Analytics zu nutzen. Pinterest Analytics (analytics.pinterest.com) ist ein enorm praktisches und kostenloses Tool zum Auswerten deiner Post-Performance. Wandel dein Pinterest-Konto einfach in ein Unternehmenskonto um und du bekommst Information darüber:

  • Frequenz von Likes, Kommentaren und Shares.
  • Welche deiner Pins am besten ankommen
  • Welche Bilder von deine Webseite wie oft auf Pinterest geteilt werden
  • Informationen über dein Pinterest-Publikum
  • Und, und, und (…)

Das sollte fürs Erste reichen. Bei tiefer gehendem Interesse empfehle ich dir, dich bei uns noch einmal speziell für über deine Zielgruppe oder dein Gewerbe zu informieren. Es ist auch nie verkehrt sich über Bildnutzungsrechte zu Werbezwecken, Pinbewerbung über das Unternehmenskonto, Fotografie und Designtrends, die kommenden Videoeinbettung auf der Plattform, sowie SEO Tricks anhand von Pinterest zu informieren.

Frohes Ablichten wünscht

Ingmar

Bildquelle: iStock.com / Stefano Carocci

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