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Pillar Pages – strukturierter Content für deine Nutzer

Du möchtest deinem Nutzer umfassende Informationen zu einem Thema bieten? Du hast bereits gute Inhalte, möchtest sie aber übersichtlicher gestalten – und nebenbei noch bessere Rankings bei Google erzielen? Dann führt kein Weg an der Erstellung einer Pillar Page vorbei. Wir zeigen dir, worauf es dabei ankommt!

Was ist eine Pillar Page?

Eine Landingpage, die alle Facetten eines Themas behandelt.

So lautet die kurze Antwort. Die Pillar Page ist der Mittelpunkt, das Fundament oder die Säule (englisch „pillar“), von der aus ein Thema betrachtet wird. Dabei muss eine Pillar Page nicht unbedingt 10.000 Wörter umfassen und jeden kleinsten Aspekt beleuchten. Auf der Pillar Page sollten alle relevanten Unterthemen anklingen, damit der Nutzer sich die Informationen nicht mehr aus unzähligen Seiten zusammensuchen muss.

Stellen wir uns etwa eine Pillar Page zum Thema „Bienen“ vor. Rund um diese Insekten schwirren unzählige Nutzerfragen im Netz herum, wie etwa

  • Was für Bienenarten gibt es?
  • Wann stechen Bienen?
  • Wie entsteht Bienenhonig?
  • Wie viele Bienen braucht man für 1 Glas Honig?
  • Warum sind Bienen so wichtig?
  • Wie kann man Bienen schützen?
  • Und natürlich noch viele weitere Fragen…
Honigbienen bei der Arbeit als Beispiel für Pillar Pages

Die Vorteile einer Pillar Page erklären wir euch am Themen-Beispiel Bienen. – Bildnachweis: William Jones-Warner/istockphoto.com

Wie man schnell erkennt, bedeutet die Beantwortung dieser Fragen ganz schön viel Arbeit! Der Clou bei der Erstellung einer Pillar Page ist nun folgender: Jedes Unterthema ist bereits als Absatz auf der Seite zu finden – wird aber erst auf Unterseiten genauer beschrieben.

Bringe Struktur in das Gewirr von Fragen

Was auf der Hauptseite angeklungen ist, kann nun auf den Unterseiten detailliert ausgeführt werden. Nutzer, die sich speziell für das Thema „Wie viele Bienen braucht man für 1 Glas Honig?“ interessieren, gelangen über einen internen Link auf die entsprechende Unterseite. Den umgekehrten Weg können die Nutzer natürlich auch gehen. Jede Unterseite verlinkt ebenso auf die Pillar Page, alle Wege führen zurück nach Rom. Durch die internen Verlinkungen versteht Google dazu besser, welches Thema du auf deiner Pillar Page vorstellst.

Grafik über Seitenstruktur für Bienen Pillar Page

Bildnachweis: web-netz.de

Unterschiede zu anderen Content-Formaten

In der Online-Marketing-Welt tummeln sich zahlreiche Buzzwords rund um die Erstellung von Inhalt. Da gibt es unter Anderem

  • holistischen Content
  • Blogartikel
  • How-to-Anleitungen
  • E-Books
  • Checklisten
  • Interviews
  • Gastbeiträge
  • News-Artikel usw.

Die meisten Übereinstimmungen mit der Pillar Page hat die holistische Landingpage. Das Ziel von holistischem Content ist ebenfalls, den Nutzer umfassend über ein Thema zu informieren. Im Holismus (griechisch holos „ganz“) wird davon ausgegangen, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Dementsprechend befinden sich auf einer holistischen Landingpage alle relevanten Informationen gebündelt auf einer einzigen URL. Die als Best Practice gehandelten Beispiele für holistischen Content sind daher oft ellenlange Landingpages mit sehr viel Text.

Zwar gibt es Mittel und Wege, diesen umfangreichen Inhalt aufzulockern: Aufzählungen, Tabellen, Grafiken und Videos halten den Nutzer bei Laune. Trotzdem hat die Pillar Page den großen Vorteil, dass nicht alle Inhalte auf eine URL gepresst werden müssen. Wenn du etwa bereits viele Inhalte zu einem Thema produziert hast, kannst du eine Pillar Page erstellen und über die Verlinkungen auf die Unterseiten das ganze Spektrum für deinen Nutzer auffindbar machen.

So erstellst du eine Pillar Page in vier Schritten

Schritt 1: Erst das richtige Thema finden…

Wie fange ich an? Als erstes musst du deine Säule finden, das zentrale Thema über das du informieren willst. Dies sollte zum einen etwas sein, wo du oder dein Unternehmen mit Expertenwissen glänzen können. Damit solltest du auch schon deine Zielgruppe im Blick haben: Welches Thema interessiert meine potenziellen Kunden? Was wird in der Hotline oder bei Kundengesprächen regelmäßig gefragt?

Darauf aufbauend musst du ein Thema finden, das breit genug angelegt ist, um Futter für ausreichend Unterseiten erstellen zu können. Vielleicht hast du ja bereits Blogartikel, Videos oder Interviews auf deiner Webseite, die sich mit einer Thematik beschäftigen. Aus diesen Inhalten kann dann das übergreifende Thema identifiziert und zu einer Pillar Page zusammengeführt werden.

Schritt2: … dann Keywords recherchieren

Die Keywords sollten nicht vor der Themenfindung recherchiert werden. Zu groß ist die Gefahr, dass einfach ein Suchbegriff gewählt wird, der von sehr vielen Nutzern bei Google gesucht wird. Genauso wichtig aber ist es, das richtige Thema für dich und deine Zielgruppe zu identifizieren.

Bei der Themenfindung können dir allerdings kostenlose Keyword Tools helfen. Sie listen Fragen auf, die häufig von Nutzern gestellt werden, geben Keyword-Ideen und zeigen das monatliche Suchvolumen von Suchbegriffen an. Der Keyword Planner etwa gibt folgende Daten für die von mir angedachten Bienen-Themen an:

Screenshot vom Google Keywordplanner des durchschnittlichen monatlichen Suchvolumens

Quelle: Screenshot Google Keyword Planner

Auffällig ist, dass das Thema „Biene“ am meisten gesucht wird. Mit der Erstellung einer Pillar Page verbesserst du deine Chancen, zu solchen vielgesuchten Begriffen bei Google gefunden zu werden.

Für die Recherche von Themen für die Unterseiten eignen sich insbesondere Tools, die konkrete Nutzerfragen auflisten. So werden etwa bei answerthepublic.com zum Suchbegriff „bienen“ alle Kombinationen mit W-Fragen dargestellt. Die grafische Darstellung erinnert bereits an den Aufbau der Pillar Page: Die Bienen sind der Dreh- und Angelpunkt, um den sich letztlich alle Fragen drehen.

Screenshot von WDF IDF-Tool AnswerThePublic zum Keyword Bienen

Quelle: Answerthepublic.com

Schritt 3: Aufbereitung für den Nutzer

Wie du genau die Landingpage aufbaust, hängt stark von deinem Thema, deiner Zielgruppe und letztlich dem Ziel der Seite ab. Es gibt aber ein paar Tipps, die du auf jeder Pillar Page beachten solltest.

Der Aufbau sollte übersichtlich und für den Nutzer auf den ersten Blick verständlich sein. Dabei helfen strukturierende Elemente wie etwa ein Inhaltsverzeichnis mit Sprungmarken zu den einzelnen Themenblöcken. Dies hilft dir zusätzlich um festzustellen, ob deine Überschriften selbsterklärend sind – nur wenn der Nutzer sofort versteht, worum es in dem Absatz geht, wird er ihn sich auch durchlesen.

Auch wenn die Seite nicht so umfangreich ist wie eine holistische Landingpage: Verwöhne deinen Nutzer mit unterschiedlichen Content-Formaten. Lockere den Text mit Grafiken, Videos oder kleinen Info-Boxen auf. Fette wichtige Wörter. So ziehst du die Aufmerksamkeit auf wichtige Inhalte.

Schritt 4: Regelmäßig pflegen und verbessern

Und selbst wenn du stolz deine Pillar Page fertiggestellt hast – bist du noch nicht fertig. Die regelmäßige Pflege und Überarbeitung ist ein Muss.

Gerade wenn es tagesaktuelle Entwicklungen gibt hast du so die Chance, neue Nutzer auf deine Seite zu führen. Da du zu deinem Oberthema bereits Rankings aufgebaut hast, sieht dich Google eventuell schon als Autorität zu diesem Thema – nutze das aus!

Auf einen Blick: Was sind die Vorteile einer Pillar Page?

  • Alle Informationen zu einem Thema kannst du auf einer Landingpage bündeln.
  • Du musst nicht bei Null anfangen sondern kannst bestehende Inhalte nutzen.
  • Du bringst Struktur und Übersicht in deinen Content.
  • So hilfst du deinem Nutzer und deine Nutzersignale verbessern sich.
  • Du erhöhst deine Chancen auf bessere Rankings bei Google.

Ein letzter Vorteil: Die Erstellung macht einfach Spaß! Bei der Recherche nach Themen tauchen immer weitere Fragen auf, die es zu beantworten gilt. Und wenn du das richtige Thema gefunden hast, sollte dir das auch nicht schwerfallen.

Wenn du gute Beispiele für Pillar Pages, Anregungen oder Fragen zu den Pillar-Pages hast, kannst du uns natürlich immer gerne kontaktieren oder hinterlasse mir hier gern einen Kommentar.

Christoph Schlüter

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Bildnachweis Titelbild: SHansche / istockphoto.com

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