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Mobile Suchmaschinenoptimierung bringt Wettbewerbsvorteil

Laut dem Statistik-Portal Statista nutzen bereits 31 Millionen Unique User in Deutschland das mobile Internet. Wenn Du diesen Trend nicht verpassen willst und keine Umsatzeinbrüche in Kauf nehmen möchtest, solltest Du die mobile Suchmaschinenoptimierung sehr ernst nehmen. Hierzu müssen lediglich wenige, aber sehr wichtige Punkte, beachtet werden. So bekommt Dein Besucher ein attraktives Einkaufserlebnis.

Mobile Suchergebnisse aufpimpen

Tipps für die klassische Suchmaschinenoptimierung sind hinlänglich bekannt. Wie soll man nun aber optimieren, um auch in der mobilen Suche einen der vorderen Plätze zu ergattern, der noch möglichst oft geklickt wird?

In mobilen Suchergebnissen erscheinen aufgrund der längeren Ladezeiten meist weniger Bilder und Videos. Außerdem ist der Knowledge Graph hier oberhalb der organischen Suchergebnisse zu sehen – bei Desktop-Rechnern erscheint er neben den Suchergebnissen.

Für die mobile Suche stellt nun Google einige nützliche Hilfsmittel zur Verfügung. Damit kannst Du Deinen eigenen Eintrag hervorheben. So ist zum Beispiel ein Eintrag bei Google My Business empfehlenswert, da mit der Eintragung der Telefonnummer, der Adresse und der Webseiten URL, nutzerfreundliche Buttons für Anrufe oder etwa die Routenplanung erscheinen – doch dazu später mehr.

Internet mobil immer mehr genutzt

Wie die Grafik verdeutlicht, wird das WWW immer öfter auch mobil genutzt. Daher empfiehlt Google, Webseiten responsive zu gestalten. Diese passen sich der Bildschirmgröße des Endgerätes automatisch an.

Im Prinzip hast Du drei Möglichkeiten, eine mobile Version Deiner Website zu gestalten:

  1. Responsive Design
  2. Einbindung per Subdomain
  3. Ausgabe einer gerätespezifischen HTML-Version

Nutzer mobiles Internet

Quelle der Tabelle: Statista.com

1. Responsive Design

Ob Deine Website responsive ist, kannst Du sehr einfach testen: Ziehe das Browserfenster mit der Maus von dem Rand zur Mitte hin kleiner. Ist die Seite responsive, sollten sich die verschiedenen Elemente (Bilder, Produkte u.ä.) verschieben und trotzdem noch nutzerfreundlich aussehen. Ist sie nicht responsive, werden die Elemente quasi nur „abgeschnitten“. Am diesem Beispiel von Amazon kann man sehr gut erkennen, wie bestimmte Elemente beim Verkleinern des Browserfensters verschwinden, da diese den mobilen Nutzer nur stören würden:

Desktop Version – alle Elemente sichtbar:

Desktop Version

Mobile Version – Produkte und Navi ausgeblendet:

Amazon 2

2. Integration einer mobilen Subdomain

Auch wenn responsiv das Non-Plus-Ultra ist, gibt es auch noch andere Möglichkeiten, Webseiten suchmaschinengerecht zu optimieren. Eine davon ist beispielsweise die Einbindung einer mobilen Subdomain. Die Verknüpfung beider Websites erfolgt via „rel=alternate“ und „rel=canonical“. Mit diesen Befehlen bietest Du dem Google Crawler trotz Subdomain einzigartigen Content an. Passendes Video zum Thema Dublicate Content mit einer mobilen Subdomain von Googles Sprachrohr Matt Cutts:

Video: So umgehst du Dublicate Content

3. Ausgabe des HTML Codes nach Gerätetyp

Die dritte Möglichkeit für eine mobil nutzbare Webseite ist, den User je nach Endgerät den passenden HTML-Code auszugeben. Hier muss aber eine ausreichende Datenbank und Serverkapazität geachtet werden. Denn jedes Mal muss dein Server dann überprüfen, was für ein Gerät Dein Besucher nutzt.

Gerüchte über einen Google mobile Bot

Einige Zeit lang kursierten Gerüchte über einen eigenständigen mobilen Crawler, der nur mobile Webseiten durchsucht und spezielle Suchergebnisse liefert. Dieses Gerücht wurde mittlerweile widerlegt. Es gibt nur einen allgemeinen Crawler, der alle verschiedenen Versionen von Webseiten analysiert und indexiert. Trotzdem – oder gerade deswegen – sollte Deine Webseite für mobile Nutzer ausgelegt sein.

Spezielle Landingpages auf regional fokussieren

Auffällig ist außerdem, dass regionale Suchbegriffe viel häufiger mit mobilen Endgeräten gesucht werden, was folgendes Beispiel zeigt:

Das Keyword „Friseur Lüneburg“ wird im Verhältnis zu „Online Marketing Agentur Lüneburg“ fast sechs mal häufiger mit mobilen Endgeräten gesucht:

Suchbegriff „Friseur Lüneburg“: 39,5% mobile Suchanfragen

Screenshot 1

Suchbegriff „Online Marketing Agentur Lüneburg“: 7,7% mobile Suchanfragen

Screenshot 2

Um also die mobilen Nutzer abzugreifen, sollte man spezielle Landingpages zu regionalen Keywords einbinden. Das bringt Dir einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern. Hier lohnt ein Blick in den Keyword-Planner, um die gesuchten Keywords besser zu analysieren.

Lange Ladezeiten vermeiden

Zum Testen der Ladezeit ist das von Google bereitgestellte Tool PageSpeed Insights sehr nützlich. Denn hier erkennst Du sofort, dass die Anforderungen an mobile Webseiten um einiges höher sind.

Schon im Desktop Bereich stören lange Ladezeiten von besuchten Webseiten. Der mobile Surfer ist aber typischerweise unterwegs, wenn er etwas im Netz sucht oder einfach nur ein bisschen „herumstöbert“. Dauert das Laden einer Webseite über 3 Sekunden, steigt die Bounce Rate (die Absprungrate) erheblich an und der potentielle Käufer landet schnell auf einer Konkurrenzseite.

Es ist daher wichtig, sehr penibel auf die Dateigrößen zu achten.

  • Außerdem sollte auf das veraltete Video Format Flash verzichtet werden, da Nutzer von beispielsweise einem iPhone und Geräte mit Android 4.1 (und höher) von der Darstellung ausgeschlossen werden
  • Achte auf die korrekte Einbindung von CSS Dateien. Die CSS Dateien müssen von den gängigen mobilen Browsern interpretiert werden können
  • Störende Banner und Pop Ups sind in der mobilen Ansicht sehr nervig. Versuche sie also besser zu vermeiden!

Location based services mit Google My Business

Für die Mobile Ansicht in den Suchergebnissen ist es umso wichtiger dem Kunden, einfache call to actions anzubieten. Eine Routenplanung, ein Link zur Webseite oder ein Anruf kann so mit einem Klick auf den entsprechenden Button erfolgen. Damit diese Hilfsmittel eingeblendet werden, muss die Webseite bei Google My Business angemeldet sein und die entsprechenden Angaben wie Adresse, Telefonnummer und Webseiten URL bestätigt werden. Dazu ein Beispiel:

Suche: Friseursalon

Testen, testen, testen

Natürlich sollten alle Elemente der mobilen Webseite akribisch getestet werden. Schon kleine Unstimmigkeiten vergraulen User schnell.

Sind die Produkte gut zu erkennen? Läuft der Bestellprozess möglichst unkompliziert ab? Sind die Ladezeiten gering?

Es gibt zahlreiche Emulatoren, mit denen man die Kompatibilität mit den verschiedenen Geräten testen kann und so Usability Probleme aufdecken kann.

Für die Usability ist es wichtig, dass bestimmte Seiten mit hohen Zugriffszahlen und geringer Nutzerfreundlichkeit korrigiert werden. Seiten mit hohen Absprungraten sollten umgehend untersucht werden. Ein Blick in Google Analytics lohnt hier immer!

Wird die Desktop Version auf bestimmten Seiten überdurchschnittlich oft ausgewählt, deutet dies auf eine schlechte Nutzerfreundlichkeit hin!

Mobiles optimieren – die Mühe lohnt sich

Zugegeben, es ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden, eine perfekt funktionierende mobile Version der eigenen Webseite anzubieten. Sollten keine Ressourcen für die Erstellung verfügbar sein, kann die Webseite auch mit ein paar Handgriffen für mobile Nutzer attraktiv bleiben. Diese Maßnahmen unterstützen auch dem Desktop Besucher, das Gesuchte schneller zu finden.

Hier ein paar Tipps:

  • Aussagekräftige Kategoriebilder helfen bei der Navigation
  • Schlanke Verzeichnisebenen helfen dem Nutzer, das Produkt schnell zu finden

Checkliste: Mobile Suchmaschinenoptimierung

  • lange Ladezeiten vermeiden
  • Responsive Design verwenden
  • Störende Banner und Pop-Ups vermeiden
  • Alle Seiten der Webseite auf Nutzerfreundlichkeit überprüfen
  • Kein Flash benutzen
  • Location based services für die SERPs einbinden
  • Suchintentionen der mobilen Nutzer ausnutzen (mit spezieller Landingpage)
  • Webseite in den Google Webmaster Tools auf smartphone crawl errors untersuchen
  • Dublicate Content per „rel=canonical“ ausschließen

Und nun viel Erfolg beim Optimieren!

Beste Grüße

Unterschrift

Titelbild: © Hasloo Group Production Studio – shutterstock.com

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