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Mobile Benutzerfreundlichkeit – ein SEO Rankingfaktor?

Ein Blick auf das Nutzerverhalten der letzten Jahre zeigt deutlich: Der Zugriff auf das Internet erfolgt nicht mehr nur über stationäre Computer, sondern immer öfter über mobile Endgeräte. Da wird der abendliche Besuch im Restaurant einfach von unterwegs geplant, ein Geburtstagsgeschenk mit dem Smartphone ausgewählt oder das TV-Programm in der Mittagspause durchstöbert. Damit ergibt sich für die SEO-Branche eine wichtige Frage: Wie wirkt sich mobile Website-Optimierung auf die Suchergebnisse aus?

Relevanz von Mobile SEO

In den letzten Jahren kam es zu einer klaren Entwicklungstendenz des deutschen PC-Marktes: Höhere Nutzung von Tablets und Smartphones, weniger Surfen via Desktop-PCs und Notebooks. Der Zugriff auf das Internet über mobile Endgeräte ist daher in den letzten Jahren enorm angestiegen.

So nutzten 2012 knapp ein Drittel der deutschen Internetuser ab 10 Jahren das mobile Internet, 2013 stieg der Anteil bereits auf die Hälfte an und Anfang 2014 waren es schon 63 Prozent nach statista.

Im E-Commerce-Bereich zeigt sich auch ein starker Wandel. Die folgende Statistik zeigt dazu die Entwicklungen von 2011 bis 2014 der Anteile, die stationäre und mobile Endgeräte am Traffic-Aufkommen bei E-Commerce-Anbietern haben.

Entwicklung der Anteile von mobilen und stationären Endgeräten am E-Commerce-Traffic

2011 lag der Anteil der genutzten Geräte beim E-Commerce-Traffic noch bei 89 Prozent und lediglich 11 Prozent machten die mobilen Endgeräte aus. Einen wichtigen Wendepunkt stellt hierbei der letzte Vergleich im August letzten Jahres dar, in dem der Traffic mobiler Endgeräte mit 51 Prozent erstmals den E-Commerce-Traffic durch Desktops-PCs überholte.

Insbesondere beim Smartphone lässt sich diese Entwicklung gut erkennen. Heutzutage nutzen knapp die Hälfte der Smartphone-Besitzer (47,4 Prozent) mehrmals täglich das Internet und 23 Prozent täglich. Nur noch fünf Prozent der Befragten gehen weniger als ein Mal monatlich mit ihrem Smartphone online.

Häufigkeit Nutzung des mobilen InternetsExperten sind sich einig und auch die oben genannten Statistiken zeigen, dass der mobile Markt weiterhin wachsen wird.

Mobile vs. Desktop: Hauptunterschiede beim Suchverhalten

Warum müssen sich Webseiten-Betreiber auf den mobilen Internetnutzer einstellen? Die Antwort liegt zum einen im unterschiedlichen Nutzungsverhalten bei der mobilen Suche im Vergleich zur Desktop-Suche und zum anderen im mobilen Verhalten der User an sich:

Mobile Besonderheiten
Technische Restriktionen Kleinere Displays ändern die Struktur der angezeigten Suchergebnisse. Es können weniger Informationen dargestellt werden.
Suchbegriffe Im mobilen Bereich sind die Keywords meist lokal getrieben, d.h. es werden oft Begriffe im Bezug auf Essen, Dienstleistern, freizeitbezogenen Aktivitäten, Wetter und Fernsehprogramm gesucht. Alle übrigen Bereiche werden deutlich häufiger über die Desktop-Suchmaschine gesucht. Zudem fallen mobile Keywords kürzer aus.
Wahrnehmung des Sichtbereichs Der kleine Sichtbereich wird von Nutzern bewusster wahrgenommen bei mobilen SERPs. In Verbindung mit der Eigenschaft der Smartphone-User weniger zu scrollen, zeigt sich die Relevanz der Top-Treffer auf der Ergebnisseite.
Klickpfad Ein möglichst kurzer Klickpfad ist charakteristisch für mobile Nutzer, da diese i.d.R. nicht tief in die Seitenstruktur eintauchen.

Google fokussiert mobile Suche

Labeling Google Die Suchmaschine greift diese Entwicklung auf und versucht, die Nutzerzufriedenheit im mobilen Bereich zu stärken. Im November 2014 wurde daher im Webmaster-Blog angekündigt, dass auf Smartphones optimierte Websites mit dem Label „Für Mobilgeräte“ in den Suchergebnissen der mobilen Suche ausgezeichnet werden.

Bereits einen Monat später wurde das Labeling global umgesetzt und sofern mobile Kriterien erfüllt sind, erfolgt die Auszeichnung mit dem grau hinterlegten Hinweis “Für Mobilgeräte” in den mobilen SERPs. Die zuvor neu hinzugekommenen Features wie Smartphone Crawling Fehler und Mobile-Usability in den Webmastertools ließen bereits weitere Entwicklungen im Bereich mobile vermuten.

Die Kennzeichnung mobilfreundlicher Sites kann seitdem als Indiz dafür angesehen werden, dass die CTR bei Websites mit dieser Kennzeichnung zunimmt und bei Sites ohne Kennzeichnung abnimmt.

Ende Januar kam dann heraus, dass Google Hinweise auf den mobilen Suchergebnisseiten anstelle der Description anzeigt, falls Fragmente wie JavaScript oder CSS für den Crawler per robots.txt gesperrt sind.

Descrption Mobil Der Hintergrund ist, dass dem Google-Bot die Webseite nicht mehr so angezeigt werden kann, wie sie der Nutzer wahrnimmt. Deshalb kann Google die Informationen auf der Seite nicht mehr (vollständig) auslesen und daher wird keine Meta-Description in den SERPs angezeigt.

In den letzten Wochen wurden von Google auch E-Mails mit Warnungen über die Webmastertools verschickt, falls eine Website keine mobile Benutzerfreundlichkeit aufwies. Daraufhin verloren viele Websites ohne mobile Ansicht massiv an Sichtbarkeit und Traffic in den mobilen SERPSs.

warnung webmaster toolsDies wird auf den bereits von Google angekündigten neuen Rankingfaktor im Google-Algorithmus zurückgeführt, der die Mobilfreundlichkeit einer Website mit einschließt.

Diese Vermutung wurde bestärkt, da von Google auch weitere Panda- oder Penguin-Updates zu dem Zeitpunkt abgestritten wurden, die Einbrüche erklären würden. Das bedeutet nicht, dass die Seiten zwanghaft responsive sein müssen aber sie sollten bestimmte Kriterien erfüllen.

Google erklärt mir „mobile Benutzerfreundlichkeit“!

Google veröffentlichte im November letzten Jahres eine Liste von Anforderungen, die der Google-Bot auf einer Website erkennen muss, um das Label „Für Mobilgeräte“ auszustellen und sie als mobile-freundlich einzustufen:

1. Kein Flash: Um dem Nutzer als auch dem Google-Bot alle Inhalte einer Website zu präsentieren, sollte auf unübliche Programmiersprachen für Mobilgeräte wie Flash oder eine Darstellung mit Frames verzichtet werden, da die meisten mobilen Browser keine Flash-basierten Inhalte darstellen können.

2. Simples Design:

    • Wegen der Größe des Bildschirms eines mobilen Endgeräts sollte darauf geachtet werden, dass alle relevanten Inhalte und vor allem die Call-to-actions im Sichtbereich platziert werden, sodass der User nicht scrollen muss.
    • Eine klare Struktur mit möglichst wenigen Elementen und einem übersichtlichen Design sind hier das A und O. Die Seitenbreite sowie Bilder sollten auf die Displaygröße angepasst sein. Der redaktionelle Inhalt kann im Idealfall ohne Zoomen gelesen werden.
    • Bei einer mobilen Website sollen die Buttons und Text-Elemente großzügig gestaltet werden, sodass sie auch in dem entsprechenden Nutzungskontext ohne Probleme bedient werden können. Der Abstand zwischen Links muss groß genug sein, damit Nutzer problemlos auf den gewünschten Link tippen können.

3. Ladezeiten: Es ist wichtig, die Ladezeiten so gering wie möglich zu halten. In der Regel möchte ein Nutzer mit seinem Smartphone schnell ein Informationsbedürfnis befriedigen, oftmals während er unterwegs ist. Dabei kommt es bei langen Ladezeiten schnell zu Abbrüchen bei der Informationssuche. Eine akzeptable Ladezeit beträgt 5 Sekunden.

4. Informationsreichhaltigkeit: Auch bei mobilen Landingpages gilt: So wenig Informationen wie möglich, so viele wie nötig. Daher sollten auf lange Textpassagen oder Sätze verzichtet und mit der Headline das Wichtigste vermittelt werden.

5. Kontaktmöglichkeit: Gerade bei mobilen Endgeräten ist es vorteilhaft eine Kommunikationsmöglichkeit anzubieten wie beispielsweise eine einfach wählbare Telefonnummer oder den Standort eines Angebotes. Mit einem Smartphone ist es natürlich schnell gemacht, nach der Suche einen Anruf zu tätigen, da viele Funktionen vernetzt sind.

responsive design

Optimal wäre für die mobile Optimierung einer Website laut Google das Responsive-Design, dass die Flexibilität des Designs einer Website beschreibt. Je nach Bildschirmauflösung werden die Elemente einer Seite angepasst, da nicht mit festen Pixel-Werten gearbeitet wird, sondern mit prozentualen Größen.

Ob dadurch eine bessere Usability auf mobilen Endgeräten zustande kommt oder durch eine extra erstellte mobile Seitenversion, ist für Kunden kaum interessant. Google hingegen hat eine klare Präferenz für responsive Webseiten konstatiert.

Für die automatische Überprüfung gibt es den Test auf Mobiltauglichkeit.

Fazit

Google schenkte der mobilen Suche in den letzten Monaten hohe Aufmerksamkeit. Es wurde verdeutlicht, dass der Mobile-Bereich immer relevanter für den Traffic und die Sichtbarkeit einer Website wird. Viele Experten deuteten in der Jahresvorschau auch an, dass in den Bereich mobile dieses Jahr stärker investiert werden sollte.

Dies zeigt wie wichtig es ist, nicht nur eine mobile Version seiner Website oder das von Google empfohlene Responsive-Design anzubieten, sondern auch regelmäßig zu überprüfen, ob alle mobilspezifischen Anforderungen erfüllt sind. Falls nicht, sollten schnellstmöglich die hier beschriebenen notwendigen Optimierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Probiert es aus und testet eure Website auf mobile Benutzerfreundlichkeit.
Let´s go mobile!

Unterschrift Kim

 

 

 

 

 

Bildquellen:
©iStock.com/anyaberkut
©iStock.com/simpson33

 

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