Blog

Straßenschild

Marktplatzoptimierung: Amazon SEO öffnet Türen – Teil 2

Im ersten Teil dieser dreiteiligen Artikelserie habe ich euch bereits erzählt, warum Amazon ein spannender Marktplatz ist, welches Ziel das Unternehmen verfolgt und mit welchen Möglichkeiten ihr anhand der Relevanzfaktoren euer Ranking optimieren könnt. Im zweiten Teil erfahrt ihr mehr über die Performancefaktoren, die sogenannte BuyBox und die Unterschiede zwischen direkt und indirekt beeinflussbaren Parametern.

Performancefaktoren sind wichtig

Wie sich unschwer vermuten lässt, handelt es sich bei den Performancefaktoren um Faktoren, die die Leistungen eures Produktes auf dem Marktplatz Amazon widerspiegeln. In erster Linie sind hiermit Verkaufsfaktoren gemeint, welche die aktuelle und die zukünftige Wahrscheinlichkeit eines Kaufs vorhersagen. Leuchtet selbstverständlich ein, denn Amazon möchte nicht nur Produkte anzeigen die bestimmte SEO Keywords enthalten, sondern solche, die im besten Fall gekauft werden. Im ersten Teil dieses Artikels habe ich erklärt, warum das so ist. Somit unterteilt Amazon seine Performancefaktoren in drei wichtige Kennzahlen:

  • Absatz (Verkäufe)
  • Klickrate
  • Conversion Rate

Genau wie die Relevanzfaktoren, möchte ich auch diese drei Kennzahlen einzeln erläutern.

Click Laptop

Warum der Absatz (Verkäufe) zählt?

Hierbei handelt es sich selbstverständlich um die verkaufte Stückzahl eures Produktes. Logischerweise hat es für Amazon einen höheren Stellenwert, wenn euer Produkt häufiger verkauft wird und somit zum Ziel des Customer Lifetime Value beiträgt. Ebenfalls klar ist, dass ein Produkt, welches in der Vergangenheit gut verkauft wurde, auch in der Zukunft durchaus Potenzial hat, weiterhin ein Renner zu sein.

Zu beachten gilt es vor allem, dass Amazon den sogenannten Sales Rank (Amazon-Bestseller-Rang) ermittelt, welcher sich auf einen bestimmten Artikel bezieht und hier die Konkurrenten miteinander vergleicht. Der Sales Rank wird angeblich einmal pro Stunde aktualisiert und basiert auf früheren und aktuellen Verkaufszahlen. Die aktuellen Verkaufszahlen haben hierbei einen etwas höheren Wert als die vergangenen. Für neue Produkte ist es also durchaus schwierig, von Beginn an zu dominieren.

Bessere Platzierung = höhere Klickrate

Die Klickrate beschreibt, wie auch in der Google-Suche oder in eurem Online Shop, die Anzahl der Klicks auf euer Suchergebnis. Hier ist es ganz einfach. Je besser euer Produkt platziert ist, desto höher ist die Klickrate. Auch hier also wieder eine deutliche Parallele zu Google. Was jedoch viel wichtiger ist, ist die Tatsache, dass ihr eure Klickrate durchaus beeinflussen könnt. Ihr fragt euch wie? Denkt nochmal an Teil 1 dieser Serie und die dort erläuterten Relevanzfaktoren. Wenn ihr hier sauber arbeitet, erfolgreich optimiert und ansprechende Informationen zur Verfügung stellt, dann steigt euer Ranking und somit bestenfalls auch eure Klickrate.

Grund hierfür sind vor allem die Produktdaten, die bereits auf der Suchergebnisseite von Amazon für den Besucher zu sehen sind, was vor allem den Produkttitel betrifft. Hinzu kommen Dinge wie Lieferbedingungen oder auch Kundenbewertungen, welche nur bedingt durch euch beeinflussbar sind. Kundenbewertungen gehören zu den nicht beeinflussbaren Dingen. Lieferbedingungen hingegen könnten von euch beeinflusst werden. Zum Beispiel mit dem Amazon Prime Programm, welches Prime Nutzern eine kostenlose Lieferung garantiert und somit eine Art Klickreiz auslösen kann. Auch für die Conversion Rate ist eine kostenlose Lieferung durchaus wertvoll.

Conversion Rate

Die Conversion Rate ist die Anzahl der verkauften Produkte im Vergleich zu den Besuchern der Produktdetailseite. Dies gilt sowohl in euren Onlineshops als auch bei Amazon. Es gilt also, mit bestimmten Hilfsmitteln, die Besucher zu Käufern zu machen.

Vorne weg direkt wieder der Bogen zu den relevanten Faktoren, denn auch für die Conversion Rate sind gepflegte und informative Produktdaten ein wichtiges Instrument. Sprecht den Besucher mit euren Inhalten an und überzeugt ihn von eurem Produkt.

Des Weiteren darf man die Auswahl des richtigen Bildmaterials nicht unterschätzen. Abgesehen davon, dass Amazon ein Produkt ohne Bild erst gar nicht im Ranking mit aufnimmt, sind optische Reize für Besucher immer wichtig. Jeder möchte sehen, was er kaufen möchte. Im besten Fall aus allen erdenklichen Winkeln und möglichst noch mit Produktvideo. Das klingt wie eine Übertreibung – ist es aber nicht. Amazon gibt euch die Möglichkeit bis zu acht Bilder hochzuladen. Nutzt es!
Hinzu kommt, dass ihr bestenfalls Bilder mit der Mindestgröße 1.280 x 3.000 Pixel nutzt, da ab dieser Größe erst die Zoomfunktion ermöglicht wird.

Eine weitere Möglichkeit zur Erhöhung der Conversion Rate ist die Einbindung von Parent-Child-Beziehungen. Das bedeutet, dass ihr für Produktvarianten keine eigenen Produktseiten anlegt, sondern alle Varianten auf einer Produktseite habt. Dies bietet euch gleich mehrere Vorteile.

  • Die Kundenbewertungen werden für alle Varianten ausgespielt.
  • Die Nutzerführung ist eleganter, da Besucher einfacher navigieren können.
  • Der Nutzer verbringt mehr Zeit auf eurer Produktseite.

Vor allem der letzte Punkt ist besonders wichtig, da die Verweildauer auch Einfluss auf eure Performance hat. Hier trackt Amazon nämlich die Zeiten und bezieht sie ins Ranking mit ein. Gleichzeitig verringert es die Absprünge innerhalb einer bestimmten Zeit (Bounce Rate) auf eurer Produktseite. Auch hier trackt Amazon fleißig.

Sneaker

Viele der oben genannten Dinge sind in dieser Abbildung wunderbar umgesetzt.

Da die Kundenbewertungen zwar Auswirkungen auf die Klickrate und die Conversion Rate haben können, aber kein Performancefaktor im eigentlichen Sinne sind, werde ich hier nicht weiter auf diesen Punkt eingehen, da die Ausführungen bei Zeiten eher einen eigenen Artikel verdient haben.

Direkte und indirekte Rankingfaktoren

Wie sicher schon deutlich geworden ist, gibt es bei Amazon direkt und indirekt beeinflussbare Faktoren. Die Relevanzfaktoren gehören eindeutig zu den direkten Faktoren, wohingegen die Performancefaktoren zu den indirekten gehören. Zusätzlich zu den erwähnten Faktoren kommen aber noch einige weitere, weshalb ich euch in einer Tabelle noch mal beide Varianten auflisten möchte.

Tabelle

How-to Amazon SEO – der Clou

Nun kommen wir zum Clou der ganzen Amazon SEO-Geschichte. So schön sich die bisherigen Zeilen gelesen haben, gibt es immer einen kleinen Haken. In diesem Fall ist es so, dass sich alle oben beschriebenen Optimierungsmöglichkeiten nur auf exklusive Produkte anwenden lassen.

Was ist die BuyBox?

BuyboxBedeutet im Klartext: Wenn ihr Produkte verkauft, bei denen ihr nicht der exklusive Verkäufer seid, ist eine derartige Optimierung für euch nicht relevant. Grund ist, dass das Produkt, welches ihr verkauft bereits bei Amazon besteht und sich viele weitere Händler darum bemühen, dieses Produkt zu verkaufen. Es gibt aber nur eine Produktdetailseite, welche verständlicherweise nicht jeder der jeweiligen Händler bearbeiten kann.

Ihr kennt es vielleicht, dass es bei gewissen Produkten die Info gibt, es gäbe noch weitere Angebote für dieses Produkt. Hier sind dann alle Händler aufgelistet und nur einer von Ihnen ist automatisch in der BuyBox (also auf dem Einkaufswagen-Button) hinterlegt. Übersieht jemand also die weiteren Angebote, hat der Händler, der aktuell am besten bewertet wird den Verkauf eingeheimst.

Um hier an erster Stelle zu stehen, gibt es auch wieder verschiedene Dinge zu beachten und ein Scoring, welches Amazon entwickelt hat. Dieses kennt man aber nicht im Detail und kann nur Vermutungen anstellen. Aus diesem Grund wird es vorerst keine weiteren Infos zur BuyBox Optimierung geben, da es den Rahmen des Artikels sprengen würde.

Ich hoffe, euch haben die zwei Artikel gefallen und wünsche euch viel Erfolg, wenn ihr exklusive Produkte vertreibt und euch für eine Amazon Optimierung entscheidet.

Autor Marc

PS: Hier geht es zu den anderen beiden Teilen der Amazon SEO-Serie:

 

Bildquelle: © by anyaberkut LIVINUS / iStockphoto.com, © by thomas lehmann / iStockphoto.com; © by LIVINUS / iStockphoto.com, © by thomas lehmann / iStockphoto.com

2 Kommentare

  1. Daniel

    Hey webnetz,
    vielen Dank für die großartigen Tipps zu den Rankingfaktoren. Immer wieder eine Freude euren Blog zu lesen.
    Habt ihr vielleicht ein paar Tipps, wie man das Ranking verbessern kann, wenn man gleiche Produkte anbietet, wie die Konkurrenz ?

    Beste Grüße, Daniel

    1. web-netz GmbH

      Hallo Daniel,
      vielen Dank für dein Feedback!

      Wenn ich deine Frage richtig verstehe, beziehst du dich auf identische Artikel, die nur einmal vorhanden sind, aber von mehreren Verkäufern angeboten werden?
      Hier käme dann die bereits kurz angesprochene BuyBox-Optimierung ins Spiel. In Kürze wird es darüber ebenfalls einen Artikel hier im Blog geben.
      Sollte deine Frage dann noch nicht beantwortet sein, komm gerne erneut auf mich zu.

      Viele Grüße
      Marc

Kommentar verfassen