Blog

How to lose your fans in 10 days

Online-Marketing-Manager und Journalisten haben eins gemeinsam: Sie lieben Tutorials und Top 10 Listen. Nichts ist ja bekanntlich schöner als ein knackiges „How To“ oder die fünf, nein sieben, ach was, die zehn besten Tipps für … eigentlich für alles. Und deshalb habe ich heute auch genau so eine Liste für euch. Zum Jahreswechsel wird es Zeit für neue Vorsätze und so habe ich hier ein paar Anregungen dazu für euch festgehalten.

Lose your Fans?

Was soll das denn? Eine „Wie mache ich es richtig“-Liste hat jeder schon mal gelesen. Deshalb zäumen wir das Pferd heute mal vom Schwanz auf. Mancher Social Media Manager dürfte sich durch unsere Tipps bestätigt fühlen. Das sind wahrscheinlich auch die Personen, die den Postillon für ein Nachrichtenmagazin halten.

Also Achtung: Dieser Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten und ist nur mit einer gesunden Portion Humor zu genießen.

<Ironie on>

Tag 1 – Werbung ist einfach!

Achte darauf, dass 90% deines Social Media Contents aus Produktwerbung besteht. Deine Kunden sind in den sozialen Medien unterwegs um neue Produkte zu finden und direkt zu kaufen. Hier noch eine tolle Nachricht für dich: Facebook wird Posts mit Werbecharakter zukünftig mit mehr Reichweite belohnen. Nutze also unbedingt reißerische Texte wie „Jetzt sofort kaufen! – Nur noch heute! – Super billig! – Schnell zugreifen!“ – das funktioniert immer.

Tag 2 – Schimpfen und Löschen

Wenn sich ein Nutzer auf deiner Facebook Fanpage über irgendwas beschweren sollte, gelten diese zwei Regeln:

  1. Beleidigungen: Mitmachen, mitpöbeln, dabei sein ist schließlich alles!
  2. Bei berechtigter Kritik an deinem Unternehmen oder Produkt: Ganz einfach – den Post kommentarlos löschen. Schließlich ist die Fanpage deine Werbeplattform und nicht für den Dialog mit Kunden gedacht. Oder?

Tag 3 – Copy, Paste, Fertig!

Verbreite ein und denselben Content unbedingt über alle Netzwerke! Deine Fans sind begeistert, wenn sie den gleichen Inhalt bei Facebook, Google+, Instagram, YouTube und Twitter zu sehen bekommen können. Duplicate Content is King!

P.S.: Besonders Twitter bietet sich hier an. Aufgrund der begrenzten Zeichenanzahl von 140 performen abgeschnittenen Tweets am besten. Das haben vertrauenswürdige Studien und repräsentative – total objektive – Umfragen schon mehrfach bewiesen.

Tag 4 – Kooperationen taugen eh nix!

Kooperationen mit Bloggern solltest du auf keinen Fall eingehen, sie wollen nur Gratisprodukte abgreifen und klauen dir darüber hinaus deine Reichweite. Außerdem haben Konsumenten sowieso kein Vertrauen in die Produktempfehlungen eines „Fremden“ aus dem Internet.

Tag 5 – Floskeln helfen!

Überschriften wie „Ich konnte es nicht glauben, dieses Video hat mir wirklich die Augen geöffnet!“ solltest du immer nutzen, um weniger interessante Inhalte zu verbreiten. Wenn Du die gesteckten Erwartungen mit deinem eigentlichen Inhalt nicht erfüllen kannst, macht das überhaupt nichts. Es reicht, Nutzer schlicht auf deine Seite zu locken. Sie mit qualitativen, guten Inhalten an dich binden zu wollen, wäre übertriebener Ehrgeiz. Qualität wird doch eh überbewertet.

 

222

Dieser Screenshot von www.heftig.co trifft mitten ins Herz. Oder nicht?

Tag 6 – Viel hilft viel!

Wenn du Beiträge via Facebook aussendest, kannst du ja Zielgruppen für deine Posts bestimmen. Diese Einstellungen sind vollkommen überflüssig, schließlich sind alle deine Themen für jeden deiner Fans interessant. Zielgruppenunterscheidungen schränken nur deine Reichweite ein, also weglassen! Hier gilt ganz deutlich: Die Masse macht‘s! Immer!

Tag 7 – „Die goldene Dating-Regel“

Wenn Kundenanfragen über ein soziales Netzwerk eingehen, warte mindestens drei Tage, bevor du dich zurückmeldest. Die goldene Date-Regel findet auch in Social Media Anwendung. Alternativ kannst du Fragen auch völlig unbeantwortet lassen, schließlich hast du ein Call-Center für solche Themen.

SchraubenTag 8 – Fotos finden sich schon irgendwann

Egal, was du verkaufst, du solltest unbedingt auf Instagram aktiv sein. Auch Schraubenköpfe sind sexy! Das Problem mit dem ansprechenden Bildmaterial löst sich dann schon von selbst. Und, wenn nicht, auch egal.

Tag 9 – Der Praktikant macht das schon!

Social Media kann jeder machen. Am besten stellst du jemanden auf Minijob-Basis ein, besser noch einen Praktikanten. Die zwei Posts die Woche sind schließlich schnell erledigt und wenn einem nichts mehr einfällt, gibt’s eben ein lustiges Katzenvideo.

Video: KEYBOARD CAT 96 TEARS

Tag 10 – Videos sind nix für Facebook

YouTube gehört zu Google und Google und Facebook verbindet eine innige Unternehmensbeziehung. Daher hat Facebook gerade bekannt gegeben, dass Videos, die von YouTube aus bei Facebook geteilt werden, im Algorithmus bevorzugt behandelt werden. Dies erspart Facebook das zusätzliche Datensammeln. Also: Keine Videos direkt bei Facebook hochladen, sondern immer den Weg über YouTube nutzen, damit ist dein Erfolg gesichert! Das kannst du mir ruhig glauben! Echt jetzt!

<Ironie off>

Das waren unsere 10 Tipps, mit denen du dir garantiert deine Fans und Follower vergraulen kannst.

Und was soll uns das jetzt sagen? Mit diesem Artikel blicken wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Social Media Landschaft in Deutschland, wo diese Fahrlässigkeiten, anders kann man es nicht nennen, leider immer noch oft Praxis sind. Social Media ist nicht Abverkauf, nicht Massenkommunikation und nicht „dabei sein ist alles“.

Mehrwert, Strategie und Dialog sind die Schlüsselbegriffe, nach denen soziale Medien für Unternehmen genutzt oder vielmehr gelebt werden müssen. Das sind doch eindeutig die besseren Vorsätze fürs neue Jahr, oder?

Und wenn ihr bei der Umsetzung eurer Vorsätze Unterstützung braucht, dann bin ich natürlich für euch da.

Bis dahin: Frohes Fest!

kristina

 

 

Bildquellen:© by instagram; © by iStock.com/Joe_Potato, © by iStock.com/croreja

 

2 Kommentare

Kommentar verfassen