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Instagram Ads – Was geht, was geht (noch) nicht?

Instagram ist in aller Munde: Das aktuell am schnellsten wachsende soziale Netzwerk machen sich auch immer mehr Unternehmen zu Nutze. Seit vor kurzem die 300 Millionen Nutzermarke geknackt wurde, wird niemand mehr abstreiten, dass das mobile Bildernetzwerk eine hohe Relevanz hat, um eine breite Basis an Nutzern zu erreichen – gerade in der recht jungen Zielgruppe der 16 – 34-Jährigen, die sich auf dem großen Bruder Facebook nicht mehr uneingeschränkt erreichen lässt.

Dies haben auch Unternehmen gemerkt und engagieren sich mehr und mehr auf Instagram. Bisher gab es allerdings oft ein Problem: Wie kommen meine Follower auf meine Website und wie mache ich die Herzen zu Umsatz, wenn ich doch nur einen Link in meinem Profil zur Verfügung habe und nicht in jedem Post einen Link unterbringen kann? Hier bringen die Instagram Ads nun die Lösung – in diesem Jahr schon längere Zeit als Beta mit sehr hohem Einstiegsbudget verfügbar, ist die Werbeform des Bildernetzwerkes nun für potenziell jeden Werbetreibenden möglich. Dieser Artikel soll eine kleine Hilfestellung für den Anfang bieten und unsere bisherigen Erfahrungen zeigen.

Instagram Ads oder „Wie sieht das eigentlich aus?“

Instagram Ads ist die noch recht junge Werbeform des mobilen Bildernetzwerkes Instagram. Wenn du, so wie ich, ein aktiver Instagramer bist, hast du sicherlich schon einmal ein paar solcher Ads gesehen – außer einem kleinen „Gesponsert“ oben rechts und einem eventuellen „Call to Action“ unten rechts unterscheiden sie sich rein optisch kaum von den normalen Postings, wie sie ganz regulär auch von Privatpersonen angezeigt werden. Zudem kann man die beliebten Herzen vergeben und kommentieren. Hier ein paar Ads, die in meinem persönlichen Newsfeed kürzlich angezeigt wurden:

Sponsered Instagram Ad MercedesSponsered Instagram Ad foodistboxSponsered Instagram Ad Adidas

Jeder, der mich kennt, denkt nun: Was hat Adrienne mit Fußball zu tun? Die Antwort: Wirklich rein gar nichts, ich schaue nicht einmal WM-Spiele. Daran sieht man, dass aktuell noch vorwiegend große Werbetreibende unterwegs sind, die ihre Werbung sehr breit streuen. Die Überraschungsbox mit Leckereien wäre schon eher etwas für mich und Sportklamotten gehen sowieso immer. 😉 Jetzt aber ran an die Umsetzung!

Los geht’s oder „Wie erstelle ich ein Instagram Werbekonto?“

Die Überschrift ist eigentlich falsch – denn wenn du schon auf Facebook wirbst, brauchst du kein neues Ad Konto erstellen. Die Instagram Ads werden komplett über das Facebook Ads Werbekonto abgerechnet und auch in diesem erstellt. Sehr praktisch, wie wir finden. Man muss also den schon vorhandenen Instagram Account im Facebook Business Manager einfach hinzufügen.

Wie geht das?

  1. Logge dich in deinem Business Manager ein.
  2. Unter Einstellungen bzw. Business Settings kannst du nun „Instagram Accounts“ bzw. „Instagram Konten“ auswählen.

business manager

3. Klick auf „Claim New Instagram Account“ bzw. „Neues Instagram Konto hinzufügen“ und gib nun deinen Nutzernamen und dein Passwort ein. Mehr braucht es nicht – jetzt kannst du loslegen.

placement

Als nächstes kannst du eine Kampagne neu hinzufügen – wähle dazu beim Erstellen der neuen Kampagne und auf Anzeigengruppenebene Instagram als Placements aus (Achtung! Geht nicht bei jedem Kampagnenziel, s.u.). Wähle den dazugehörigen Instagram Account aus, auf dem du ausspielen möchtest. Hier werden natürlich nur die Accounts angezeigt, die du vorher verknüpft hast.

Verfügbare Formate oder „Wie sieht das Ganze aus?“

Man kann aktuell zwischen drei verschiedenen Zielen und somit Ausspielungsarten wählen:

  • „Klicks auf die Website“ – Hier kann man jeden beliebigen Link hinterlegen, der User wird nach einem Klick auf die entsprechende Ad weitergeleitet. Du hast 125 Zeichen Platz, deine Botschaft an die Instagramer dieser Welt zu formulieren. Insider-Tipp für dich: Hänge einen utm-Parameter an den Link dran und verfolge so die Ergebnisse mit deinem Tracking Tool, z.B. Google Analytics, um die Performance vergleichbar zu machen. Weiterhin kannst du aus optionalen Call to Action-Buttons auswählen: z.B. „Jetzt Buchen“, „Kontaktiere Uns“, „Download“, „Mehr dazu“ oder „Jetzt kaufen“.klicks
  • „App installieren“ – Zusätzlich zu den oben genannten Call to Actions gibt es hier die Optionen „Video ansehen“, „Mehr ansehen“, „Jetzt anhören“ oder auch „Jetzt installieren“.
  • „Video Views“ – Du hast ein interessantes Video? Dann kannst du hiermit ebenfalls bei Instagram werben, gar kein Problem. Call to Actions können hier ebenfalls integriert werden.

video ad„Carousel Ads“ – Der Name erinnert an den Jahrmarkt und fast genauso aufregend ist es auch. Analog zu den Optionen bei den Facebook Ads können hier mehrere Bilder hochgeladen werden, die der User dann „durchblättern“ kann.

Targeting-Optionen oder „Wem wird meine Ad ausgespielt?“

Hier kommt eine gute Nachricht: Da die Instagram Ads über das Facebook Werbekonto verwaltet werden, kannst du alle Targeting Optionen nutzen, die bei den altbewährten Facebook Ads auch nutzbar sind. Neben den üblichen Funktionen wie Demografie oder Interessen kannst du also auch deine bereits angelegten Custom Audiences wie Retargeting-Listen oder Look-a-Like-Audiences nutzen. Es ist also kein Problem, auch Nutzer auf Instagram zu identifizieren, die schon einmal auf deiner Website waren und sie zurück in den Shop zu locken.

Einschränkungen der Instagram Ads oder „Was funktioniert (noch) nicht?“

Neben den nicht ganz so umfangreichen Zielsetzungen der Ads wie bei Facebook gibt es leider aktuell noch weitere Einschränkungen. Obwohl die Instagram Ads offiziell für jeden Werbetreibenden verfügbar sein sollen, klappt es mit der Verknüpfung nicht immer. Die Info-Einblendung im Screenshot oben zeigt, was oft noch der Fall ist: Instagram Ads werden faktisch immer noch ausgerollt und sind (noch) nicht in jedem Business Manager verfügbar. Wichtige Voraussetzung ist hier weiterhin: Nur der Inhaber des Werbeaccounts kann problemlos verknüpfen – nicht jeder Admin.

Eine weitere Einschränkung ist, dass man diese aktuell nur über den Power Editor und noch nicht im Facebook Werbeanzeigen Manager erstellen kann. Der Power Editor erweist sich allerdings schon recht lang als nützliches Tool und Freund jedes Werbetreibenden auf Facebook und ist so, zumal kostenlos, nicht wirklich eine Einschränkung.

Follower für den Instagram Account zu gewinnen ist noch nicht möglich, jedenfalls nicht als offizielles (also auszuwählendes) Ziel einer Instagram Ad. Bei unseren Tests hat sich aber herausgestellt, dass auch eine Ad mit dem Ziel „Klicks auf Website“ zu generieren, durchaus nicht unerheblichen Einfluss auf die Followeranzahl hat. Weiterhin kann man keine Postings hervorheben – allerdings kann man hier eine Ad analog zu einem Post aufsetzen und so testen. In unserem Blog findest du Tipps für Unternehmen, die auf Instagram aktiv werden wollen.

Des Weiteren eine technische Angelegenheit: Man muss – wählt man Instagram als Placement aus – eine eigene Kampagne dafür erstellen. Man kann (noch) nicht in einer Kampagne Ads auf Facebook und auf Instagram schalten.

Erste Tests ergeben… oder „Was sagen die Zahlen?“

Die Spannung stieg natürlich ins Unermessliche, als ich meine ersten Instagram Ads aufgesetzt habe. Bei der ersten Kontrolle konnte ich vergnügt feststellen: Es kommt Traffic – und das sogar zu günstigeren Klickpreisen, verglichen mit den gleichen Zielgruppeneinstellungen auf Facebook. Nach etwas mehr Zeit liefen sogar Conversions auf (auch wenn dies nicht als Ziel der Ad einstellbar ist, kann man den Trackingpixel mit aufnehmen). Auch die Kosten pro Conversion sind aktuell recht niedrig, was vermutlich auch auf die noch geringe Konkurrenz im Vergleich zur viel härter umkämpften Plattform Facebook zurückzuführen ist. Case Studies von Instagram selbst zeigen, dass die Werbeerinnerung um bis zu 97% steigt oder verzeichnen ebenfalls einen Anstieg der Gesamtconversionrate. Ein Test lohnt sich also allemal!

Neugierig geworden? Die offiziellen Informationen gibt es hier: https://business.instagram.com/advertising/.

Ansonsten: Viel Spaß und geht nicht verloren im Meer der bunten Bilder!

Nur das Beste,

eure Adrienne-Unterschrift1

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