Blog

Affiliate

Gutes Verhältnis zu Publishern ist die halbe Miete

Ein gutes Verhältnis zu den Vertriebspartnern ist für jedes Unternehmen von existenzieller Bedeutung. Oft wird dieser Faktor im Bereich Affiliate-Marketing jedoch deutlich unterschätzt. Dabei sind Publisher ebenfalls nichts anderes als Vertriebspartner – nur eben im Onlinebereich.

Aber warum ist es so wichtig, ein gutes und möglichst harmonisches Verhältnis mit den Publishern zu pflegen? Täglich drängen neue Affiliate-Programme auf den Markt. Darunter auch Programme der Konkurrenz. Diese große Auswahl führt natürlich dazu, dass die Publisher die Qual der Wahl haben, für wen sie Werbung schalten wollen.

Heute erhältst du ein paar Anregungen und Tipps, die du beim Umgang mit deinen Publishern beachten solltest, damit euer Verhältnis weiterhin gut bleibt.

Tipp 1: Bewerbungen regelmäßig prüfen

Die Bewerbung des Partners gibt den Startschuss für eine gute Partnerschaft – oder auch nicht, wenn z. B. keine Reaktion des Merchants erfolgt. Deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig (ca. 1-3 Tage) nachzusehen, ob für dein Affiliate-Programm im Netzwerk neue Bewerbungen eingegangen sind und diese vor allem zeitnah zu bearbeiten. Anfangs hat der Publisher nämlich noch starkes Interesse an deinem Programm – immerhin hat er sich ja aktiv dafür beworben. Lange Verzögerungen können das Interesse aber auch schnell abflauen lassen – immerhin gibt es alternative Programme der Konkurrenz …

Falls du eine Bewerbung ablehnst, solltest du deine Entscheidung begründen. In den meisten Netzwerken kannst du zwischen bereits vorgefertigten Antworten wählen, z.B. „Inhalt passt nicht zur Kampagne“ oder „Qualität der Webseite zu gering“.

Damit gibst du dem Bewerber auch die Möglichkeit, auf die Absage zu reagieren und dich vielleicht doch noch davon zu überzeugen, dass seine Webseite zu deinem Programm passt.

Tipp 2: Post von Publishern zügig beantworten

Ein Publisher hat einen Wunsch oder eine Frage? Merchants sollten alle 1-2 Tage den Posteingang kontrollieren, um zügig auf Fragen oder Wünsche der Partner antworten zu können. Dass dieser Turnus aufgrund von Feiertagen und Urlaub nicht immer eingehalten werden kann, versteht sich natürlich von selbst. 😉

Affiliate

Tipp 3: Persönliche Kontakte aufbauen

Sie gelten als das Vitamin B in sämtlichen Branchen der Unternehmenswelt – die persönlichen Kontakte. Im Affiliate-Marketing ist das nicht anders. Wer einen guten persönlichen Draht zu seinen Publishern aufbaut, erhöht damit natürlich die Partnerbindung. Man wird bevorzugt über ausgefallene Deals und Aktionen informiert und auch die Kommunikation über z. B. plötzlich aufgetretene Problematiken (z.B. Trackingausfall) läuft in der Regel schneller und reibungsloser.

Die beste Möglichkeit, den Partner näher kennenzulernen, mit denen man sonst nur losen E-Mail-Kontakt hat, ist natürlich auf ausgesuchten Affiliate-Events. Bei einem Bierchen oder einem Glas Wein an der Bar in ausgelassener Stimmung „networkt“ es sich doch gleich viel besser. Aber auch der persönliche Austausch am Telefon, z. B. über Saisonstarts oder zukünftig geplante Affiliate-Aktionen, kann zu einem besseren Verhältnis beitragen.

Übrigens ist es nicht unüblich, dass es sich unter Publishern herumspricht, mit welchem Merchant oder mit welcher Agentur sich die Zusammenarbeit sowohl wirtschaftlich als auch partnerschaftlich wertvoll gestaltet. Mund-zu-Mund-Propaganda kann auch eine Möglichkeit sein, neue Partner zu gewinnen!

Tipp 4: Transparenz bei der Programmbeschreibung

Die im Netzwerk hinterlegte Programmbeschreibung ist die Visitenkarte für ein Affiliate-Programm. Denn hier erfährt der (zukünftige) Publisher alles, was er über das Programm wissen möchte. Neben allgemeinen Angaben zum Shop, zum Beispiel zur Stornoquote und zum durchschnittlichen Nettowarenkorbwert, sollten auch Einschränkungen bei der Verprovisionierung erwähnt werden.

In der Regel gibt es in den Netzwerken bereits vorgesehene Felder, in denen Einschränkungen und Restriktionen zum Programm vermerkt werden können.

Je transparenter die verprovisionierten Leistungen aufgeschlüsselt werden, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es später mit den Partnern zu Missverständnissen kommt, wenn die generierten Sales validiert werden.

Tipp 5: Keine „technischen Raffinessen“ verschweigen

Die Cookie-Weiche mag für den einen oder anderen Merchant als technische Raffinesse eine Erleichterung darstellen, da sie die Zuordnung der Sales nach den Online-Marketing-Kanälen vereinfacht. Zu starke Restriktionen bei der Einstellung der Weiche können jedoch dazu führen, dass das Affiliate-Programm von den Partnern als unattraktiv angesehen wird, wenn sie das Gefühl haben, dass anderen Kanälen stets der Vorrang gewährt wird und sie für ihre Werbeleistung nicht belohnt werden.

Das kann sogar dazu führen, dass die Publisher die Partnerschaft beenden und sich für Programme der Konkurrenz bewerben, die keine Cookie-Weiche einsetzen oder deren Restriktionen nicht so stark sind.

Den Einsatz einer Cookie-Weiche jedoch zu verschweigen, damit lukrative Partner das Programm trotzdem bewerben, ist auf keinen Fall eine Lösung!

Denn sollte diese „Schwindelei“ herauskommen, ist das Vertrauensverhältnis zu den Partnern höchstwahrscheinlich dauerhaft gestört und das Affiliate-Programm weniger attraktiv als hätte man am Anfang den Einsatz der Cookie-Weiche kommuniziert – und so etwas spricht sich auch gerne unter den Publishern rum …

Um die Partner darauf aufmerksam zu machen, dass eine Cookie-Weiche im Einsatz ist und vor allem wie deren Einstellungen sind, ist es ratsam, einen Hinweis in die Programmbeschreibung mit aufzunehmen. Bei bereits laufenden Programmen empfiehlt es sich, die Partner rechtzeitig, d. h. mit Vorlauf, über den Netzwerk-Newsletter oder weitere Kontaktmöglichkeiten über die neue Cookie-Weiche zu informieren. Das Gleiche gilt natürlich auch für alle weiteren Programmänderungen, die die Partner betreffen, z.B. Provisionsanpassungen.

Tipp 6: Anreize durch Aktionen für Partnerakquise und -bindung bieten

Aktionen sind immer ein ideales „Nice-to-Have“, um die Beziehung zu den Partnern zu stärken. Ebenso kann eine gut geplante Aktion dazu beitragen, neue Publisher zu akquirieren oder nicht aktive Publisher zu reaktivieren.

Insbesondere Aktionen, bei denen es etwas on top gibt, wie Provisionsaktionen oder Gewinnspiel-Rallyes, erfreuen sich bei den Partnern großer Beliebtheit.

Dass man den Erfolg einer Rallye nicht unbedingt an der Anzahl an Sales messen kann, sollte hierbei im Hintergrund und stattdessen der glückliche Partner als Gewinner im Vordergrund stehen.

Welche Aktionen für wen am besten geeignet sind, erfährst du in unserem Blogbeitrag dazu.

Tipp 7: Umfangreiche Auswahl an Werbemitteln zur Verfügung stellen

Eine umfangreiche Auswahl an unterschiedlichen Bannerformaten erleichtert es den Partnern, das Werbemittel einzusetzen, das sich am besten in das Design und den Aufbau ihrer Webseite einfügt.

Insbesondere, wenn der Online-Shop des Merchants mobil erreichbar ist, bietet es sich an, den Partnern auch mobile Bannerformate zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus sollten auf Wunsch der Partner auch individuelle Links im Netzwerk hinterlegt bzw. ein Deeplinkgenerator bereitgestellt werden. So hat der Publisher auch die Möglichkeit, seine Werbeleistung bestmöglich zu optimieren – und das kommt wiederum auch dem Merchant zugute.

Freigabe

Tipp 8: Rasche Sales-Freigabe

Eine rasch durchgeführte Sales-Freigabe ist wohl eine der besten Möglichkeiten, um ein gutes Verhältnis zum Publisher zu pflegen.

Ideal ist es, die Sales bereits kurz nach Ablauf des Widerrufszeitraums im Online-Shop zu überprüfen und dann freizugeben. Müssen Sales storniert werden, wäre es dem Publisher gegenüber fair auch den Stornogrund mit an zugegeben (z.B. „Kunde hat nicht gezahlt“ oder „Vertragswiderruf durch den Kunden“). In den meisten Netzwerken gibt es bereits eine hinterlegte Auswahl an Stornogründen, aus denen man wählen kann.

Eine Orientierungshilfe kann bei dem regelmäßigen Sales-Abgleich auch die im Netzwerk hinterlegte automatische Freigabe bieten. Der Zeitraum bis zu dieser automatischen Bearbeitung sollte groß genug sein, um die Widerrufsfrist des Online-Shops zu berücksichtigen. Wird dieser technisch maximale Zeitraum jedoch zu großzügig angesetzt, empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass dieser nicht regelmäßig ausgereizt wird. Kein Partner möchte 90 Tage auf die Verprovisionierung seiner Sales warten!

Abschließend kann also festgehalten werden: Die laufende Kommunikation zu den Partnern – vom Beginn der Bewerbung bis hin zur Verprovisionierung der generierten Bestellungen – ist am wichtigsten. Dabei spielt die Transparenz eine wichtige Rolle: Cookie-Weichen und deren Einstellungen sollten nicht verschwiegen und auch Änderungen zum Partnerprogramm offen kommuniziert werden.

Gezielte Aktionsmaßnahmen können dazu beitragen, das Verhältnis zwischen Merchant und Publisher noch zu verbessern und den Publisher enger an das Partnerprogramm zu binden.

In diesem Sinne,

liebe Grüße und bis bald

Unterschrift Svenja

 

 

 

Bildquelle: Titelbild ©by BartekSzewczyk/ iStockphoto.com, © by boggy22/ iStockphoto.com

Kommentar verfassen