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Hummingbird’s Welt – wer sucht soll finden!

Der Suchalgorithmus von Google unterliegt permanenten Veränderungen. Jeden Tag werden 1,82 Algorithmus-Anpassungen verzeichnet, statistisch gesehen. Neben den bekannten Updates mit Namen Pinguin oder Panda, führt Google auch weitreichende Algorithmus-Erweiterungen durch.

Hier verändert vor allem der Hummingbird unser Suchverhalten nachhaltig, weil die Suchmaschine nun auch intuitive Anfragen – ohne Keywordfokus – gut beantworten kann.

googleHat der Algorithmus vor einigen Jahren die Relevanz einer Seite an der Keyword-Dichte, also der absoluten Nennung eines Keywords festgemacht, ist er nun in der Lage zu differenzieren.

Was ist Hummingbird?

Google versteht neuerdings immer besser den Sinnzusammenhang einer Anfrage

Nicht nur als Kinder haben wir gerne Teekesselchen gespielt – Google spielt auch heute noch. Doch dank des 2013 etablierten „Hummingbirds“ versteht Google den Sinnzusammenhang einer Suchanfrage des Nutzers immer besser. Ist nun ein Tier oder das Computerzubehör gemeint? Google interpretiert bei der Eingabe des Begriffes „Maus“ mitterweile den Kontext.

Hummingbird nimmt mehr denn je die Sprache in den Fokus und analysiert die Verbindung von Suchbegriffen zueinander, um die Suchintention richtig zu verstehen.

Das allein ist aber noch nicht Innovation genug. Die Suchmaschine hat es darüber hinaus geschafft, auch die Textbedeutung der Websites verlässlicher zu interpretieren. Damit ist das Instrumentarium von Google, „relevante“ Suchergebnisse zu einer spezifischen Suchanfrage (die sie also jetzt versteht) auszuspielen, exponentiell gewachsen.

Wie verändert Hummingbird die Suchergebnisse?

Wie funktioniert Hummingbird? Wo liegen die Unterschiede zu bisherigen Suchergebnissen? Nach einem Jahr Hummingbird existiert mittlerweile eine Datenbasis, die uns eine erste Auswertung erlaubt. Wichtiges Finding laut der aktuellen searchmetrics „Ranking Faktoren Studie 2014“ ist die Qualität der Textanalyse.

Video: „Ranking Faktoren Studie 2014 SEO“

Bisher schwor die Branche auf WDF*IDF-optimierte Texte. Hier wurde nach einer Formel das Verhältnis bestimmter Begriffe in einem Textdokument im Verhältnis zu ebenfalls relevanten Textdokumenten bestimmt.

Daniel Furch von searchmetrics hob letzte Woche auf dem SEO DAY 2014 in Köln einen zusätzlichen Hebel hervor, der eine Erweiterung zur reinen WDF*IDF-Optimierung darstellt. Er erklärte die Bedeutung von Proof- und Relevant Terms, die der Suchmaschine entscheidend bei der themenrelevanten Bewertung einer URL zu einer entsprechenden Suchanfrage helfen.

  • Proof-Terms stehen in semantischer Nähe zum Fokus-Keyword.
    • Beispiel: Hauptkeyword „iPhone 6“ daraus ergibt sich das Proof-Keyword „Apple“. Kaum ein Artikel über das neue iPhone wird ohne die Nennung des Herstellers Apple auskommen.
  • Relevant Terms sind hingegen relevante Begriffe, die einen Teilaspekt des Hauptkeywords unterstreichen bzw. erklären. Ihre semantische Bedeutung ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen.
    • Beispiel: Hauptkeyword iPhone 6 telefonieren.

Laut Furch sind Proof-  und Relevant Terms schon jetzt überaus wichtig für Suchmaschinen und werden seiner Meinung nach auch in Zukunft noch wichtiger werden.

Die Suchanfragen werden länger & individueller

Eine weitere Komplikation besteht darin, dass die Anfragen vielfältiger und in verschiedensten Varianten erfolgen. Mithilfe des Sprachassistenten vieler Endgeräte wird unsere Suchanfrage sprachlich und nicht textuell erfasst, das unweigerlich zu einer längeren Anfrage führt.

Ferner ist jede dritte Suchanfrage (35%!!) komplett neu durch die Spracheingabe. Durch die richtige Interpretation des semantischen Umfeldes gelingt es Google immer besser, diese Anfragen richtig zu verstehen, zu clustern und relevante Ergebnisse auszuspielen.

Gegenwärtig beobachten wir gespannt, ob die Diversität der Suchergebnisse tatsächlich sinkt, wie es in der Branche emotional diskutiert wird. Es ist durchaus denkbar, dass Google künftig vielen verschiedenen Anfragen ein einheitliches Ergebnisset ausspielen wird, um die Komplexität zu reduzieren.

Fazit: Drei ultimative Hummingbird-Learnings

  • Qualität vor Quantität! Wichtiger denn je ist es, dass qualitative Texte auf den Websites veröffentlicht werden. Wer auf reine Quantität setzt, wird an Relevanz verlieren.
  • Texte müssen länger werden. Qualität benötigt Thementiefe und diese erfordert Ausführungen und Erklärungen. Nur so können semantische Cluster gebildet werden. Der klassische 250-Wort-Kategorietext wird aussterben. Die Landingpages von Top-rankenden Keywords sind heute schon erheblich länger.
  • Landingpage-Optimierung: Topic statt Keyword! Der Fokus sollte weg von der reinen Keyword-Optimierung zur Topic-Optimierung.

 

Viel Spaß bei der Umsetzung der Learnings,

Eure Anna

Unterschrift Anna

 

 

Verwendete Bildquellen:
Titelbild: ©iStock.com/SteveByland
Textbild 1: ©iStock.com/Ilya731

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