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Für Social Media eine Agentur zu Hilfe nehmen? Wo es helfen kann und wo eventuell nicht

Agentur oder nicht Agentur – Das ist hier die Frage!

In kaum einem Bereich des (Online) Marketings ist es so heiß diskutiert, ob man ihn abgeben kann wie im Social Media. Warum eigentlich? Und was spricht für und gegen die Auslagerung von Facebook, Instagram und Co.? Ich versuche in diesem Beitrag einmal alles zu verheiraten, was mir in meinen gut sechs Jahren Social Media Beratung und -umsetzung so untergekommen ist.

Kaum ein Unternehmen macht einen Hehl daraus, dass Werbedienstleistungen ausgelagert werden. Jeder weiß, dass teilweise alteingesessene und prestigeträchtige Werbeagenturen die Ideen für Marken erarbeiten und diese auch in Print, Film usw. umsetzen. Auch in technischen Bereichen wie Websiteprogrammierung oder auch bei meinen Kollegen in der Suchmaschinenoptimierung oder im CPC-Bereich wie z.B. Google Ads scheint es kein Problem zu sein, offen darüber zu sprechen, dass man diese Dienstleistung gern auslagert. Wenn es aber vermeintlich gefühlvoller wird, wie in den sozialen Medien, wägen Unternehmen sehr viel länger ab. Warum ist das so? Liegt es wirklich nur daran, dass man bei Postings und in der Beantwortung von Kommentaren und Nachrichten im Namen des Unternehmens spricht und so viel näher am Kunden dran ist, als der SEO-Techie?

Ich kenne da verschiedene Ansätze. Der erste Glaubenssatz ist auch der am häufigsten ausgesprochene:

„Sie kennen sich mit meinem Produkt doch gar nicht aus!“

Stimmt zumeist anfangs auch. Allerdings kann ich aus Erfahrung sagen, dass es fast nichts gibt, in das man sich nicht einarbeiten kann. Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel über veganen Käse, über Dachfenster oder auch über Brautmode wissen könnte. Ihr könnt mich nachts wecken und ich zähle euch die verschiedenen Schnitttypen auf. Ohne jemals auch nur einen davon selbst getragen oder auch nur in der Hand gehabt zu haben. Weiterhin schadet es gar nicht, wenn man die Sprache der Kunden spricht. Je komplexer das Produkt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Produktmanager gar nicht mehr in „Kundensprache“ spricht, sondern Fachbegriffe nutzt, mit denen ein Normalsterblicher (oder eben einfach Branchenfremder) nichts anfangen kann. Für den Einstieg helfen hier vor allem FAQs, die man so umformuliert, dass sie jeder verstehen kann. Für den Ausnahmefall, dass die Fragen über Instagram oder Facebook wirklich tiefer gehen, kann der gewiefte Community Manager auch immer das Telefon in die Hand nehmen, auch wenn einige von uns aus der Generation Z kommen ;).

Für die Content-Generierung kann jemand, der völlig neu denkt, frischen Wind in die Angelegenheit bringen. Als Agentur bekommen wir durch die Entfernung zum Unternehmen zwar nicht alles unmittelbar an tagesaktuellen Themen mit, aber es gibt ja diverse Kanäle wie Telefon und E-Mail mit denen man diese Distanz locker überwinden kann. Und wer sagt, dass Social Media nur aus Postings und Kommentaren besteht, sollte erst einmal diesen Artikel mit der Liebesgeschichte von Content & Ads lesen Weiterhin gibt es Möglichkeiten, sich den Aufwand zu teilen. Häufig ist es der Fall, dass das Community Management auf Kundenseite bleibt, während wir uns um den Rest kümmern.

Dies bringt mich direkt zum Nächsten Punkt, den man bedenken sollte.

Social Media Media ist so verdammt vielfältig und schnelllebig.

Privat komme ich schon nicht mehr hinterher. Und im Vertrauen: Auch beruflich ist der Weiterbildungsaufwand immens hoch. Für eine Person allein ist das kaum zu stemmen. Ich bin froh, dass wir ein tolles, ausgewogenes Team mit Mitgliedern unterschiedlichster Stärken haben. So haben  wir z.B. SpezialistInnen für Content-Erstellung oder z.B. für Advertising, die in ihren Bereichen verstärkt Augen und Ohren offen halten und so das Team stetig über die Neuigkeiten in ihrem Fachgebiet auf dem Laufenden halten.

Menschen arbeiten zusammen an einem Tisch

Im Agentur-Team kann auf die Stärken und Erfahrungen aller Teammitglieder zurückgegriffen werden. Bildnachweis: scyther5/istockphoto.com

Wenn man in einem Unternehmen alleiniger Social Media Manager ist (weil die Kapazitäten für mehrere einfach nicht gegeben sind), stelle ich es mir fast unmöglich vor, mich in allen Bereichen up to date zu halten und gleichzeitig noch Output zu generieren. Nicht selten bin ich aus einem Urlaub wiedergekommen und BOOM! – der komplette Werbeanzeigenmanager wurde umgestellt und kein Knopf war mehr da, wo er vorher war.

Ein großes Team voller Social Media Manager kann auch noch an anderen Stellen hilfreich sein: Benchmarks. Die Performance bricht zusammen? Nichts ist da hilfreicher als der Blick über mehrere Accounts. Gibt es branchenübergreifende Trends? Wie z.B. 2018 der Zusammenbruch der organischen Reichweite nach einem dem Algorithmus Update von Facebook. Hier konnten wir z.B. eine Studie zu den organischen und bezahlten Reichweiten anlegen, um zu schauen, was passiert und – viel wichtiger –  gemeinsam Lösungen finden, um unsere Kunden wieder aus dem Tal rauszuholen. Hätte ich allein vor dem Problem gesessen, würde ich nun vermutlich in einem anderen Bereich arbeiten.

Ein häufiger Kritikpunkt an Agenturen sind die höheren Kosten.

Rechnet man dies pro Stunde, kann ich dem nichts entgegensetzen. Natürlich kostet eine Agentur pro Stunde mehr als es eine Inhouse-Kraft in 60 Minuten. Allerdings kann dies eine Milchmädchen-Rechnung sein: Rechtfertigen die Social Media Aktivitäten eine Ganztagsstelle? Super, dann gerne jemanden einstellen, wenn man bereit ist, die oben erwähnten Risiken zu tragen. Wenn die Antwort nein heißt, dann kann es tatsächlich günstiger sein, eine Agentur auf geringer Basis zu beauftragen.

Folgendes soll nicht anmaßend klingen, aber es ist meiner Erfahrung nach so: Wenn man eine Tätigkeit häufig ausführt, wird man mit der Zeit schneller. Und so ist es. Wir sind Social Media Fachidioten – im besten wie im schlimmsten Sinne. Wir sind super fit im Umgang mit unseren Tools und meist einfach schneller, weil wir den ganzen Tag nichts anderes machen. Außerdem haben wir zusätzlich noch Experten für Video, Fotografie und Grafik in der Agentur sitzen, die für eine noch schnellere Umsetzung der Content-Ideen sorgen. Hat eine Inhouse-Kraft noch andere Aufgaben neben Social Media, so ist es meiner Erfahrung nach oft so, dass der Facebook Post oder die Instagram Story am ehesten hintenüberfällt. Dadurch kann Social Media nicht wirklich nachhaltig betrieben oder sogar ausgebaut werden, weil es eben nicht die Hauptaufgabe des Ausführenden ist. Und dann gehen alle Chancen, die dieser tolle Online Marketing Kanal bietet, verloren.

Ein weiterer Vorteil einer Agentur gegenüber einer Inhouse-Lösung ist das nicht vorhandene Ausfallrisiko. Wenn ein Unternehmen nur eine Person für Social Media hat, ist diese ja auch mal im Urlaub oder krank.

Laptop mit Notifications

Das Erfolgsgeheimnis liegt darin, alle relevanten Kanäle regelmäßig bespielen zu können. Bildnachweis: ipopba/istockphoto.com

Ist dies also ein Plädoyer, sämtliche Social Media Aktivitäten abzugeben?

Nein, gar nicht. Ich halte es für furchtbar wichtig, hier auch als Unternehmen dranzubleiben. Gerne auch ganz nah. Ich denke, dass viele Unternehmen sich eher zu wenig als zu viel mit den Möglichkeiten der sozialen Medien beschäftigen. Eine Agentur wird allerdings oft zu einseitig betrachtet. Wir müssen nicht den Alles-oder-nichts-Ansatz wählen. Wir sind auch glücklich da zu unterstützen, wo es gerade brennt, damit jedes Unternehmen die vorhandenen Potenziale bis zum Ende ausschöpfen kann. Gerne auch beratend, in Form von einer Schulung oder begleitend als Coaching, um auf Unternehmensseite Kolleg(inn)en fit zu machen. Nichts macht Social Marketer trauriger, als ein verwaister Facebookkanal, ein liebloser Instagram Auftritt oder zig Pinterestboards ohne Titel oder mit nur einem Pin. Es bricht uns wirklich das Herz.

Was will uns die verwirrte Frau sagen, bevor sie völlig ins Emotionale abdriftet?

Ich möchte sagen, dass diese Entscheidung nicht pauschal getroffen werden kann. Man kann nicht sagen: Social Media ist auf Agenturseite immer besser aufgehoben. Genauso wenig würde ich unterschreiben, dass es inhouse immer besser und billiger läuft. Es ist, wie so oft im Leben, abzuwägen. Welchen Nutzen bringt mir Social Media aktuell? Und welchen Nutzen könnte es bringen? Die entscheidende Frage ist, wie man diese Lücke schließen kann und in welchem Zeitraum dies zu tun ist. Wenn es schnell gehen soll, ist auf Agenturseite schon Know-how aufgebaut und eine Übernahme meistens zügig möglich. Wenn man aber z.B. ein Konzern mit mehreren Marken ist, kann es durchaus sinnvoll sein, sich selbst ein eigenes Team aufzubauen und so die Vorteile des kompletten Artikels zu vereinbaren. Allerdings sei auch hier kurz mit spitzer Feder angemerkt, dass bei diesem Aufbau eine Agentur natürlich auch überbrücken, supporten oder schulen kann. Ihr seht, ich werde einfach nicht müde. 😉

In diesem Sinne: Wir sind wirklich nett, beißen nicht und sind nicht nur profitgeil, wie es das Klischee sagt. Versprochen, wirklich.

Foto vom web-netz - Social-Media Team

Viele Grüße vom Social-Team. Bildnachweis: web-netz

Nur das Beste

Adrienne

 

Bildnachweis Titelbild: Peshkova/istockphoto.com

 

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