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Lennart und Robin

Experte zu Usability: Worauf es wirklich ankommt

Was haben ein Navi, ein Smartphone und eine Waschmaschine gemeinsam? Richtig, alle sollen bitte das tun, was man möchte – und zwar möglicht logisch und leicht bedienbar. Es geht um Usability. Und auch Websites sollten heutzutage kinderleicht zu bedienen sein. Usability-Optimierung ist hier das Stichwort. Und, weil Usability in aller Munde ist, habe ich Lennart – unseren Experten dafür – mal gefragt, worauf es dabei ankommt.

Robin: Bevor wir nun zu den How-to-Fragen kommen, vielleicht erklärst du nochmal mit eigenen Worten, was Usability ist?

Lennart: Usability soll die grundlegende Bedienbarkeit einer Website, eines Webshops sicherstellen und bestenfalls verbessern, optimieren. Nur, wenn Webseiten gut und einfach zu bedienen sind, bleiben die User gern, werden im besten Fall dann zu Kunden. Und das ist – in dieser schnelllebigen Zeit und bei den vielen Angeboten im Netz – nicht immer so einfach und vor allem nicht „mal eben schnell“ gemacht.

Robin: Dann fangen wir vielleicht erst mal mit den Basics an. Worauf sollte jemand bei der Usability achten, der eine Webseite betreibt?

Lennart: Zuerst einmal geht es darum, die Konversionen zu optimieren, heißt, dass möglichst viele Nutzer in Kunden „umgewandelt werden“. Wer eine Shopseite besucht, sollte ja etwas kaufen. Und hier geht es nicht nur – und nicht immer –  um den Preis eines Produkts, einer Dienstleistung alleine. Ein Shopbetreiber sollte dem User also möglichst wenige Hürden auf dem Weg zum Kauf in den Weg legen. Das ist manchmal aber auch gar nicht so einfach. Eine Konversion muss dabei nicht unbedingt ein Kauf sein, sie kann ja eine Kontaktanfrage, ein Newsletter-Abo oder ein Download sein. Dabei kann es sein, dass die Konversionen gesteigert werden, die Bedienbarkeit aber darunter leidet.

Robin: Hast Du dazu ein Beispiel?

Wen will ich ansprechen?

Lennart: Wenn man beispielsweise Kunden mit Newslettern versorgt, um z. B. auf besondere Sale-Aktionen aufmerksam zu machen, dann kann ein aufpoppendes Fenster, das auf den Newsletter hinweist zwar neue Kunden binden, gleichzeitig können User aber auch von solchen Einblendungen genervt sein und verlassen dann eventuell die Webseite. Daher ist es eben besonders wichtig, sich im Klaren zu sein, was man mit der Seite erreichen möchte, wen man ansprechen möchte.

Robin: Kannst Du das etwas genauer benennen?

Lennart: Das Ziel einer Webseite sollte klar sein, bevor sie konzipiert und entwickelt wird. Bei einem Online Shop ist das meistens recht eindeutig, aber bei anderen Seiten kann das Ziel wie gesagt auch das Newsletter Abo oder die Kontaktanfrage an sich sein. Die Website sollte genau auf dieses Ziel hin ausgerichtet sein. Auf möglichst vielen verschiedenen Ebenen sollte der Nutzer die Möglichkeit haben dieses Ziel einfach und direkt zu erreichen.

Robin: Aber es gibt doch sicher Elemente, die für alle Ziele gelten, oder nicht?

Lennart: Ich kann ja einfach mal ein paar nennen:

  • Trustelemente sorgen für Vertrauen

Denn ohne Vertrauen in den Shop, in die Website kommt es zu keiner Konversion. Hierzu zählen Zertifikate, Trust-Siegel, aber auch Social-Media, Zahlungsmethoden, Produktbewertungen und Kundenmeinungen. Diese Elemente sollten prominent eingebunden werden – z. B. auch Kategorieseiten, Produktdetailseiten und natürlich auch auf den Seiten, auf denen der Kunde persönliche Daten hinterlegen soll – also Registrierungsformular.

screen trust

  • Interne Suche sollte ansprechend und funktional sein

Die Suchfunktion wird in Onlineshops immer häufiger benutzt und sollte demnach ein zentrales Element in der Konzeption einer Webseite sein. Durch Anbieter wie Amazon und Co. sind die Nutzer es gewohnt, eine einfache und gut funktionierende Suchmöglichkeit vorzufinden. Zum Beispiel kann man hier auch mit der Auto Suggest Funktion arbeiten. So kann der Nutzer sofort zu den gewünschten Produkten navigieren. So hat jeder Nutzer die Wahl, ob er alternativ zur Nutzung der Menüleisten die Suchfunktion anwendet. So kann er an jedem Punkt der Webseite in die Produktsuche einsteigen.

Robin: Worauf gilt es noch zu achten?

Lennart: Wichtig ist noch, dass die Navigation klar und eindeutig ist. Nichts ist schlimmer als eine verwirrende Navigation. Und natürlich sollte diese auf die Zielgruppe zugeschnitten sein. Sie muss auf die Bedürfnisse des Kunden ausgerichtet sein – Unternehmensvorstellungen haben hier z. B. nichts verloren. Eine Navigationsleiste sollte außerdem nicht überladen sein. In der Regel sind sollten nicht mehr als acht Menüpunkte eingebunden sein. Erfahrungsgemäß haben sich Teaserbilder der Kategorien als sehr nutzerfreundlich erwiesen.

Aufforderungscharakter sollte klar sein

Lennart: Eine Seite, die zum Verkaufen konzipiert wurde, sollte auch klar dazu auffordern bzw. Anreize schaffen dafür. Slider mit CTAs (Call-To-Action, Handlungsaufforderung) führen erwiesenermaßen zu mehr Konversionen. Auch sollten klickbare Buttons aussagekräftig beschriftet sein – die Maße sind hier mindestens 130 Pixel breit und 30 Pixel hoch.

screen slider

Robin: Wenn man jetzt diese Punkte bedacht um umgesetzt hat, was gehört dann noch dazu, damit die Seite gut nutzbar ist?

Lennart: Natürlich sollten Webseiten auch den SEO– bzw. SEA-Anforderungen entsprechen. Also: Passende Landingpages müssen erstellt werden (Blog z. B.), wo das Keyword/Bild wiederholt wird. So weiß der Nutzer sofort, dass er sich auf der richtigen Zielseite befindet und konvertiert eher.

Robin: Last but not least – was empfiehlst Du noch? 

Schnelle Ladezeiten

Lennart: In Zeiten von mobile ist eine schnelle Ladezeit sehr wichtig. Die Website sollte möglichst unter 2 Sekunden laden, jedenfalls der sichtbare Bereich. Dazu sollten Bilder nicht größer als 100 Kilobyte sein, der Quelltext sollte möglichst schlank gehalten sein und vieles mehr.

screen Ladezeit

Robin: Ich weiß, das ist ein großes Feld. Das sollten wir mal extra beleuchten in einem Blogtext zum Thema Ladezeiten, finde ich.

Lennart: Da bin ich Deiner Meinung. Ein Punkt liegt mir aber noch am Herzen.

Robin: Sprich dich aus … 🙂

Lennart: Die Strukturierung verschiedener Templates ist außerdem sehr wichtig. Der Grund dafür: Wichtiges kann von Unwichtigerem getrennt werden und der Nutzer kann die Webseite besser überblicken/überfliegen. Nehmen wir als Beispiel die Produktdetailseite: Hier sollten das Produktbild und die verschiedenen Elemente wie „In den Warenkorb legen“ , Preis, Mengenauswahl, Lieferkonditionen etc. klar von der Produktbeschreibung abgegrenzt sein. Kundenmeinungen und Felder wie „Ähnliche Artikel“ sollten unterhalb der Produktbeschreibung angeordnet sein. Allgemein lässt sich sagen, dass eine Seite, die zu überladen wirkt, zu einer höheren Absprungrate der Nutzer führen kann.

screen produkt

Robin: Ich danke Dir für dein Input.

Lennart: Aber immer doch.

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