Blog

Die 7 (größten) Sünden im Linkaufbau

Das Thema Linkaufbau ist im SEO immer wieder umstritten. Einige sagen Linkaufbau ist tot, andere sagen, Links sind wichtiger als je zuvor. Ich persönlich möchte mich eigentlich keiner dieser Extreme anschließen, sondern eher den Mittelweg gehen. Links sind nach wie vor wichtig, wenn die Qualität stimmt. Sich nur noch auf Linktausch und –kauf von günstigen und meist auch schlechten Webseiten zu konzentrieren, ist jedoch längst keine gute Idee mehr. In dem heutigen Artikel möchte ich aufzeigen, auf welche Dinge man im Linkbuilding besonders achten bzw. welche Dinge man vor allem nicht tun sollte.

1. Keine Variation bei den Linktexten

Das Thema Linktexte ist eines der sensibelsten Themen, wenn es um SEO, Linkaufbau und Abstrafungen von Google geht. Achte also behutsam auf die Linktexte und arbeite mit Variationen. Backlinks sollten nicht immer nur mit der Marke, der URL oder „hier“, „weitere Informationen“ usw. verlinkt werden. Vielmehr sollten auch hin und wieder Phrasen, Halbsätze oder auch mal Bilder als Verlinkungen erscheinen. Hauptsache es ist nicht einheitlich.

Vor einigen Jahren war es gang und gäbe im Linktausch oder Linkkauf diejenigen Begriffe als Linktext zu verwenden, mit welchen man in der Suchmaschine ranken wollte. Als Google dann aber mit dem Penguin-Update um die Ecke kam und diese Methoden nach und nach abstrafte, wurde dieses Schlupfloch nach und nach geschlossen.

Die Verwendung dieser sogenannten Money-Keywords bei Ankertexten von externen Links ist seither mit äußerster Vorsicht zu betrachten.

Bedenke ebenfalls, dass Links auf natürliche Weise entstehen und sich so die Zahl deiner Backlinks erhöht. Achte auf diese Verlinkungen und steuere – wenn möglich – gegen, falls die Linktexte der Verlinkungen nicht dem Standard entsprechen und eventuell eine Gefahr darstellen.

Habe also immer im Blick, dass deine gesamten Linktexte variieren und ein ausgeglichenes Verhältnis aufweisen!

2. Links aus schlechter Umgebung

Glaube nicht, dass eine Webseite, welche selbst „noch“ nicht von Google abgestraft ist, immer ein gutes Ziel für eine Verlinkung der eigenen Website ist. Schau‘ dir die Website genau an und analysiere auch, welche eingehenden und ausgehenden Links dieser Seite vorhanden sind, bevor du darüber nachdenkst, wie eine mögliche Kooperation zustande kommt. Früher oder später könnte es ein Problem werden, wenn „das Objekt der Begierde“ unzählige Links von billigen Linktausch, -kaufseiten oder abgestraften Seiten hat oder auf diese verlinkt. Bad Neighborhood ist hier das gängige Stichwort.
Bad Neighborhood
Freue dich ebenfalls nicht zu früh, wenn du eine thematisch passende Seite gefunden hast, die keine Bad Neighborhood aufweist und das Potenzial hat, deine Seite zu verlinken. Schaue auch hier lieber genauer hin, denn hinter der Fassade stecken hin und wieder auch kleine technische Fehler, welche es Google nicht möglich machen, die Seite vernünftig zu crawlen.

Auch hier möchte ich euch darauf hinweisen, dass natürlich entstehende Links durchaus auch aus schlechter Umgebung kommen können. Hier sind vor allem unseriöse Seiten wie zum Beispiel russische Datingportale, Casino-Seiten, Sportwettenportale etc. gemeint. Wer möchte hier schon gerne verlinkt werden? Also Augen auf!

3. Links von de-indexierten Seiten (MUSS NICHT IMMER SCHLIMM SEIN)

Habe bitte immer im Blick, ob die Seite, von der deine Website verlinkt werden soll, auch im Google-Index vorhanden ist.

Falls sich jetzt jemand fragen sollte, wo da das Problem ist – ganz einfach: Seiten, die aus dem Google Index geflogen sind, werden nicht zwangsläufig von Google links liegen gelassen. Diese Seiten stehen unter besonderer Beobachtung von Google und werden weiterhin regelmäßig untersucht.

Doch Vorsicht! Nicht immer muss es eine Google-Abstrafung sein, wenn eine Seite nicht indexiert ist. Vielleicht hat der Betreiber auch von sich aus entschieden, dass die Seite noch nicht in den Index soll oder Ähnliches. Also immer wieder deine vorhanden Links prüfen und schauen, ob nicht inzwischen eine der verlinkenden Seiten aus dem Index geflogen ist oder genommen wurde.

Lennart hat euch bereits erklärt, wie ihr eure Backlinks findet und wie ihr eine erfolgreiche Backlinkanalyse durchführt.

4. Offensichtlich abgestrafte Seiten

Einige mögen jetzt kurz denken: „Offensichtlich abgestrafte Seiten? – Ist doch das Gleiche wie de-indexierte Seiten!“ – Dem ist nicht ganz so.

Es ist richtig, dass de-indexierte Seiten durchaus von Google abgestraft worden sein können, aber es ist ja definitiv keine Seltenheit, dass Webseiten nur teilweise abgestraft worden sind und ein Großteil der Seiten noch im Index weilt.
SI abgestrafte Seite
Quelle: de.sistrix.com

Deshalb gilt – achte auch hier darauf, dass du keine Seiten erwischst, die möglicherweise bereits eine Abstrafung erhalten haben. Das muss nicht immer eine linkbasierte Abstrafung gewesen sein. Auch eine Abstrafung vom Panda bedeutet, dass die Seite bei Google wahrscheinlich noch genauer beobachtet wird. Also lieber kein Risiko eingehen.

Sollte es doch mal schief gegangen und du in Schwierigkeiten gekommen sein, kannst du hier nachlesen, wie du wieder aus der Misere herauskommst: Google Penalty beheben.

5. Unnatürliches Linkwachstum

Ein häufiger Fehler beim Start neuer Projekte oder aber auch bei Neukunden in Agenturen ist es, dass man hochmotiviert an den Linkaufbau herantritt und zu Beginn so richtig Gas gibt. Man ist heiß auf Links und baut einen tollen Link nach dem anderen auf.

In der SEO-Szene tauchen immer mal wieder die obligatorischen 10 % auf – bedeutet, dass jeden Monat ca. 10 % der bereits vorhandenen Links zusätzlich hinzukommen sollten.

Wer in Mathe gut aufgepasst hat, kann hier kurz weghören:
10 vorhanden Links à 1 neuer Link im nächsten Monat
100 vorhandene Links à 10 neue Links im nächsten Monat
550 vorhandene Links à 55 neue Links im nächsten Monat
usw.

Meiner Meinung nach ist das natürlich Quatsch. Es gibt nichts Schlimmeres, als in Mustern zu arbeiten, denn Muster können immer aufgedeckt werden. Entscheidend ist, dass ein guter Linkmix eingehalten wird und dass die Qualität stimmt. Auch Linkbaits, Aktionen, Gewinnspiele oder ähnliche Projekte können durchaus einen kurzfristigen starken Anstieg der Backlinks mit sich bringen und so für Ausreißermonate mit Tendenz nach oben sorgen.

Unabhängig davon wird es mit steigender Zahl vorhandener Backlinks auch immer schwieriger, die 10 % neuer Links zu erreichen. Lass deine Links also, mit Ausnahme von erwähnten Aktionen, gleichmäßig wachsen, sei aber nicht zu strikt mit den Zahlen, denn Das ist der natürlichste Weg.

6. Natürliche Linkverteilung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die natürliche Verteilung von Links. Das Ganze ist relativ simpel erklärt: Es bedeutet im Prinzip nichts anderes, als dass du beim Linkaufbau darauf achten solltest, nicht immer nur eine bestimmte Unterseite (oder die Startseite) eurer Website pushen zu wollen. Lass auch die anderen Bereiche nicht außer Acht. Natürlich sollte der Inhalt der Zielseite auch passend sein.

Da Wiederholung bekanntlich Lernerfolg schafft, erwähne ich gerne nochmal, dass du auch diesbezüglich deine Backlinks im Auge hast, die nicht durch deine Bemühungen, sondern auf natürliche Weise entstanden sind.

7. Künstliche Sitewide- oder Footer-Links

Aufpassen solltest du auch mit Links, die von jeder einzelnen Unterseite der verlinkenden Webseite auf dich verweisen. So hast du ganz schnell mal 1000 Links von nur einer Webseite. Muss nicht immer schlimm sein, sollte aber im Auge behalten werden.

Gleiches gilt für Footer-Links, welche nicht zwingend seitenweit ausgespielt werden, aber bei Google nicht immer gerne gesehen sind. Lass also nicht unbedacht externe Footerlinks auf deine Webseite zeigen, wenn diese nicht wirklich Sinn machen und in einem guten Verhältnis zu deinen anderen Linkquellen stehen.

Ausnahmen sind hier Dinge wie Banner oder Sponsoring von Events, Vereine und und und …! Solange die Dinge Sinn machen und für den Nutzer hilfreich sind, ist es kein Problem. Hilfreich sind hierbei Tools, die deine Backlinks monitoren und ggf. dazu beitragen, dass (gezielte) Spam-Attacken rechtzeitig bemerkt werden können. Bestenfalls erkennt das Tool auch noch die bösartigen Linktexte aus Punkt 1.

Fazit

Wie du gemerkt hast, gibt es im Linkaufbau viele Dinge zu beachten. Ich möchte auch betonen, dass die erläuterten Punkte lange nicht alles ist, was es zu beachten gibt, aber es sind die gröbsten Schnitzer, die du machen kannst. Du wirst auch recht schnell gemerkt haben, dass es stark auf Variationen ankommt. Google mag im Linkbuilding keine starren und einheitlichen Vorgehensweisen und will Qualität, Abwechslung und Themenrelevanz.

Schlechte Links von billigen Linkkauf- oder Tauschseiten gehören längst der Vergangenheit an und es ist viel wichtiger, sich seine Links zu verdienen und die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen.

Denk also daran, dein gesamtes Backlinkprofil jederzeit im Blick zu haben. Es sind nicht nur aufgebaute Links, die hier einfließen, sondern auch Links, die auf natürliche Weise entstehen.

Und nun: Viel Erfolg!

Autor Marc

Bilder: © by colevineyard | iStockphoto.com; © by Waynerd | iStockphoto.com

 

Kommentar verfassen