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Black Friday Online-Marketing

Black Friday Online-Marketing: So schreibt auch dein Shop schwarze Zahlen!

Am Ende des Monats ist es wieder soweit: Hysterische Schnäppchenjäger stürmen in die Läden und ergattern, was ihnen in den Weg kommt – ganz gleich, wie viel Körpereinsatz sie dafür zeigen müssen. So oder so ähnlich lässt es sich zumindest in den USA beobachten. Aber auch hier in Deutschland ist der sogenannte Black Friday bereits angekommen und erfreut sich vor allem jetzt, in Zeiten des zweiten Lockdowns, großer Beliebtheit. Als Onlinehändler kannst auch du vom Black Friday und dem anschließendem Cyber Monday profitieren. Wir zeigen dir, was dafür notwendig ist!

Black Friday & Cyber Monday – das steckt hinter den Begriffen

Bereits fester Bestandteil des amerikanischen Kalenderjahres und doch kein offizieller Feiertag: der Black Friday. Dieser findet jährlich am Freitag nach dem Erntedankfest, dem Thanksgiving, statt und gilt als eine Art Shopping-Feiertag. 2020 fällt der Black Friday auf den 27. November. Trotz vorherrschender Pandemie sind Verbraucher nicht abgeneigt, auch dieses Jahr einige der verlockenden Angebote in Anspruch zu nehmen.

Die Online-Antwort auf den Black Friday ist der Cyber Monday. Am Montag nach Thanksgiving, also den 30. November 2020, locken Onlinehändler Nutzer mit speziellen Rabattaktionen. Während sich der Black Friday ursprünglich auf die physischen Ladengeschäfte konzentrierte, ist der Cyber Monday der größte Online-Shopping-Tag in den USA. Mittlerweile ist der Hype um das Black Friday Weekend auch in Deutschland und vielen weiteren europäischen Ländern angekommen und wird von Jahr zu Jahr für den Konsumenten attraktiver. Laut einer aktuellen Umfrage von blackfriday.de nehmen 77% der deutschen Onlineshopper die Angebote am Black Friday in Anspruch. Die geplanten durchschnittlichen Ausgaben pro Kopf liegen laut einer Umfrage bei 272,14 Euro. Letztes Jahr waren es „nur“ 222,20 Euro (Quelle: mydealz.de).

Welche Bedeutung hat Black Friday im E-Commerce?

Heute lassen sich die beiden Aktionstage nicht mehr klar voneinander trennen. Auch am Black Friday werben Online-Shop-Betreiber mit erheblichen Preisnachlässen und generieren rekordverdächtige Umsätze. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Tag in der Vorweihnachtszeit ist der durchschnittliche Warenkorbwert am Black Friday bis zu viermal so groß.

Mithilfe von Google Trends wird deutlich, dass das Suchvolumen von Suchanfragen, welche aus Kombinationen mit „Black Friday“ oder „Cyber Monday“ bestehen, im November deutlich in die Höhe schießt. Auffällig ist auch der kontinuierliche Anstieg dieser Suchbegriffe innerhalb der letzten fünf Jahre.

Suchvolumen von Begriffskombinationen aus „Black Friday“ und „Cyber Monday“

Google Trends zeigt Beliebtheit der Suchbegriffe Black Friday und Cyber Monday

Erhöhtes Absatzpotenzial für E-Commerce-Unternehmen: Am Black Friday Weekend schießt das Suchvolumen von Begriffskombinationen aus „Black Friday“ und „Cyber Monday“ massiv in die Höhe. (Bildquelle: © by Google Trends)

Daten der Plattform Black-Friday.Global zeigen, dass die Deutschen es sehr genau nehmen und ab Punkt Mitternacht nach Angeboten schauen. Einen erhöhten Aktivitätszeitraum der Verbraucher gibt es zwischen 7 und 22 Uhr am Tag des Black Fridays. Zwischen 8 und 9 Uhr am Morgen ist der Großteil der User in Online-Shops unterwegs.

Verbraucher-Aktivität am Black Friday in Deutschland

Verbraucher-Aktivität der Deutschen am Black Friday

Die Verbraucher-Aktivität der Deutschen am Black-Friday zieht sich über den ganzen Tag. Quelle: black-Friday.global / Daten aus dem Jahr 2018

Lockdown lässt online Nachfrage steigen

Trotz Corona wird der Black Friday in diesem Jahr überwiegend Online-Shopper anziehen. In einer Umfrage des Online-Portals blackfriday.de gaben 40% aller Befragten an, dass sie gerade durch die Pandemie eher Internetkäufe tätigen würden, als in ein Ladengeschäft zu gehen und sich einer Ansteckungsgefahr auszusetzen. Insgesamt gaben 69% der Interviewten an, in diesem Jahr Angebote in Online-Shops wahrzunehmen.

Eine repräsentative Umfrage ergab, dass 69% der Interviewten dieses Jahr Angebote im Internet kaufen werden. Quelle: blackfriday.de

Da im Moment noch unklar ist, wie lange der zweite Lockdown anhalten wird, werden bereits zum Black Friday vermehrt Weihnachtseinkäufe getätigt. Laut einer aktuellen Studie von Unruly haben noch ganze 84% der Deutschen ihre Weihnachtseinkäufe vor sich. Davon planen 54% die fehlenden Geschenke im November zu besorgen und 14% der Befragten möchten speziell den Black Friday dafür nutzen (Quelle: unruly.co).

Die Bedeutung von Black Friday SEO und anderen Marketing-Kampagnen

Als Betreiber eines Online-Shops solltest du das Potenzial dieses besonderen Aktionszeitraumes nutzen und dich mit geeigneten Maßnahmen von deiner Konkurrenz abheben. Im ersten Schritt gilt es sicherzustellen, dass deine Website einschließlich deines Shops technisch einwandfrei funktioniert – sprich, grundlegende Stolperfallen wie 404-Fehlerseiten, nicht korrekt eingerichtete Weiterleitungen, lange Ladezeiten und ein nicht responsives Webdesign sollten in jedem Fall vermieden werden, um Erfolg zu erzielen.

Da die Konkurrenz bekanntlich nicht schläft, steigt natürlich nicht nur die Nachfrage am Black Friday Weekend, sondern auch der Wettbewerb. Hebe dich mithilfe von speziellen Rabattaktionen, herausstechenden Rezensionen oder speziellen Konditionen wie Gratisversand von deinen Konkurrenten ab und ziehe so die Schnäppchenjäger in deinen Shop.

Sinnvolle Kampagnenformate sind beispielsweise Google Shopping und Merchant Promotions. Sonderangebote können mit diesen Anzeigen optimal beworben werden und erzeugen durch Platzierung und Format große Aufmerksamkeit beim Konsumenten. Außerdem solltest du das Budget während des Aktionszeitraumes aufstocken, damit deine Ads weiterhin sichtbar bleiben.

Und ein absoluter Geheimtipp sind Anzeigenerweiterungen: Liefere relevante und entscheidende Informationen mit Sitelinks und Callouts! Durch Angaben zu Lieferzeit, Produkten oder Rabatten steigerst du deine Klick- und Kaufraten.

Anzeigenerweiterungen am Black Friday

Online-Shop-Betreiber sollten Anzeigenerweiterungen nutzen, um den User mit zusätzlichen attraktiven Informationen zu locken. Quelle: Screenshot einer Home24-Anzeige

Auch nach dem Aktionswochenende solltest du Remarketing betreiben und Nutzer, die Interesse zeigten, mit deinen Werbeanzeigen erneut ansprechen.

In Sachen Black Friday SEO empfiehlt es sich, eine spezielle Landingpage zu erstellen – anstelle von kurzfristigen Anpassungen der Produktpreise. Um die Chance auf ein Platz-1-Ranking zu haben, sollten folgende Aspekte bei der Erstellung einer Landingpage beachtet werden:

  • Content: der Inhalt der Seite sollte Keyword optimiert und relevant sein
  • Meta-Daten: der Meta-Title sowie die Meta-Description sollten ebenfalls Keyword optimiert und aussagekräftig sein
  • Verlinkung: Links von außerhalb (sogenannte Backlinks), die auf die Seite verweisen, helfen bei der Steigerung der Sichtbarkeit

Um die Sichtbarkeit einer Seite mit hohem Absatzpotenzial im Allgemeinen rund um das Thema zu steigern, kannst du unter Zuhilfenahme des Google Keyword Planners und Google Trends geeignete Keywords recherchieren und deine Website insbesondere für den Black Friday durch Keyword optimierten Inhalt aufrüsten. Da Suchbegriffe, welche das Wort Black Friday beinhalten, deutlich häufiger in den Suchschlitz eingegeben werden (siehe Grafik zu Suchvolumen oben), ist es ratsam, sich weniger auf den Cyber Monday und vielmehr auf das Black Friday Wochenende zu konzentrieren. Weltweit suchen die meisten Schnäppchenjäger nach Smartphones, Computern, Laptops  in Kombination mit Black Friday.

Du könntest dich beispielsweise auf folgende Begriffe fokussieren:

  • Jahreszahlen – Wähle Kombinationen mit der aktuellen Jahreszahl, z.B. „Black Friday 2020“
  • Markennamen – Je etablierter deine Marke, desto höher das Suchvolumen mit Keywords wie „Black Friday Amazon“ oder „Black Friday Zalando“
  • Attraktive Terme – Begrifflichkeiten wie „Black Friday Angebote/Rabatte/Coupons“ sprechen eine große Bandbreite von Usern an

Zum Black Friday Online-Marketing gehört selbstverständlich auch eine rege Aktivität in den sozialen Netzwerken. Mache in Facebook & Co. auf Rabattaktionen und Schnäppchen deines Shops aufmerksam und vergrößere so deine Reichweite.


Rechtsstreit um die Wortmarke Black Friday

Seit dem 11. Oktober 2016 ist in Deutschland die Black Friday GmbH Lizenznehmer der Wortmarke Black Friday, Inhaberin der Wortmarke ist die Super Union Holdings Limited aus Hongkong. Seitdem gehen unzählige Löschanträge von Unternehmen wie Puma, PayPal oder Tom Tailor beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) ein. Laut Experten und auch dem DPMA hätte die Wortmarke gar nicht eingetragen werden dürfen, da es sich bei dem Begriff „lediglich um einen sachbezogenen, werbenden Hinweis auf den Freitag nach Thanksgiving, an dem deutsche Händler zahlreich spezielle Angebote und Aktionen mit eintägigen Sonderrabatten vergeben“ handeln würde. Am 27. März 2018 verfügte das Patentamt, die Eintragung der Wortmarke Black Friday zu entfernen. Die Markeninhaberin legte jedoch kurz nach dieser Entscheidung Beschwerde ein. (Quelle: t3n.de)

Das Bundespatentgericht (BPatG) hatte am 26.09.2019 im Beschwerdeverfahren gegen die amtsseitige Löschung der Marke Black Friday einen Termin zur mündlichen Verhandlung festgesetzt, in dem es nach einer ersten Einschätzung zur Löschung der Marke für eine Reihe von Werbedienstleistungen kommen sollte.

Im Februar 2020 hat das Bundespatentgericht dann entschieden, dass die Wortmarke Black Friday für bestimmte Dienstleistungen im Bereich Werbung gelöscht werden muss. Hinzu kommen Dienstleistungen wie Marketing, Organisation und Durchführung von Werbeveranstaltungen, Werbung im Internet für Dritte und einige weitere, denen die Verwendung der Marke untersagt ist (Quelle: https://www.focus.de/digital/internet/black-friday-2020-amazon-und-weitere-online-shops-bieten-nun-top-deals_id_12512550.html).

Rot, bunt und vergnügt – neue Wortkreationen anstelle von Black Friday

Media Markt wirbt 2020 für den Black November. Quelle: mediamarkt.de

Aufgrund der Rechtsstreitigkeiten um die Wortmarke Black Friday lassen sich einige Marken neue Wortkreationen einfallen: Media Markt feiert den „Red Friday“ im „Black November“ und bei home24 können Kaufwütige am „Best Friday“ in den „bunten Sparwochen“ ihr Shoppingvergnügen ausleben.

Singles` Day

Der chinesische Black Friday ist am 11. November, dann gibt es in China Mega-Rabatte zum „Singles` Day“. Der Tag wird seit den 1990er Jahren gefeiert und richtet sich an alle Singles. Als Gegenveranstaltung zum Valentinstag von Studenten gegründet, finden heute viele Hochzeiten und Blind-Dates am Singles`Day mit den vier einsamen Einsen im Datum 11.11. statt. Es ist also auch ein Tag geworden, um sich vom Singledasein zu verabschieden.

Umsatztechnisch hat der vor allem von E-Commerce-Riese Alibaba geführte Singles` Day den Black Friday und Cyber Monday schon längt überholt. Die Gesamtheit aller generierten Umsätze erreichte beim 24-Stunden-Shopping-Event im Jahr 2019 über 38,4 Milliarden US-Dollar. Rund 30% der Einkäufe stammen von Händlern oder Marken aus Übersee. Während sich in den USA und auch hier alles um die Preise dreht, geht es in China beim Singles`Day um Erlebnisse, Spaß und Unterhaltung: „Retail-tainment“ = Einzelhandel mit Unterhaltungswert.

In Deutschland ist der Singles`Day noch nicht so bekannt, aber die Bedeutung nimmt stetig zu. Es nehmen auch deutsche Shops, wie beispielsweise Home24, Adidas und AboutYou am Tag der Singles teil.

So lässt E-Mail-Marketing die Umsätze steigen

In der Vergangenheit haben sich unter anderem auch gezielte E-Mail-Marketing Kampagnen als erfolgreich bewiesen und die Umsätze vieler eCommerce Händler am Black Friday rapide steigen lassen. Aber Achtung: der Zeitpunkt des Newsletterversands ist entscheidend! Weise deine Kunden bereits 1-2 Wochen vor der eigentlichen Rabattaktion auf die bevorstehenden Preisnachlässe hin. Einige Tage vorher und am Tag selbst empfiehlt es sich, einen Reminder zu versenden, ganz nach dem Motto: „Endlich ist es soweit!“. Auch im E-Mail-Marketing gilt es, die Wortmarke „Black Friday“ und andere aufmerksamkeitsbringende Terme als Eyecatcher zu positionieren – hierfür eignet sich die Betreffzeile.

Als Geheimwaffe des Black Friday Marketings gelten Partnerschaften mit Plattformen, welche dem User eine einfache Möglichkeit geben, sich einen Überblick über die Händler, die an diesem besonderen Event teilnehmen, und deren Angebote zu verschaffen. blackfridaysale.de und black-friday.de sind nur zwei der mittlerweile fest etablierten Verkaufsplattformen in Deutschland.

Black Friday: Cross Channel Marketing Erfolgsstrategie

Cross Channel Marketing als Black Friday Erfolgsstrategie. (Bildquelle: © by eternalcreative / iStockphoto.com)

Black Friday Marketing – wer rechtzeitig beginnt, gewinnt!

Black Friday SEO, Google Ads-Kampagnen oder Facebook Ads allein sind nicht im Entferntesten so effektiv wie eine Kombination dieser und anderer Komponenten, um eine erfolgreiche Marketingstrategie für den wohl bekanntesten Shopping-Tag des Jahres umzusetzen. Wer frühzeitig beginnt, Cross Channel Marketing zu betreiben, wird als Onlinehändler Lorbeeren ernten können – und das mit einem relativ geringen Einsatz!

Also worauf wartest du noch? Es ist höchste Zeit, die Schnäppchenjäger im Kaufrausch abzufangen und schwarze Zahlen zu schreiben!

Unterschrift Corinna Rengstorf

Bildquelle Titelbild : © by CarmenMurillo / iStockphoto.com


Kostenlose Online-Marketing-Webinare

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2 Kommentare

  1. Muss man sich als Online-Händler sorgen darum machen, aufgrund des Patentes für „Black Friday“ im Nachhinein verklagt zu werden? Denn in diesem Falle würde es sich ja anbieten lieber „Cyber Monday“ stärker zu bewerben, auch wenn dieser weniger Popularität hat.

    1. Lieber Herr Springmann,

      da die Löschung der Wortmarke „Black Friday“ noch nicht endgültig stattgefunden hat, kann ich Ihnen keine verbindliche Antwort auf diese Frage geben. Ich selbst kann das Risiko auch nicht einschätzen, welches man als Online-Händler mit der Verwendung des Wortes eingehen würde. Am besten wenden Sie sich dazu an einen Rechtsanwalt, der sich auf dieses Thema spezialisiert hat und Ihnen sagen kann, ob die Gefahr einer Klage besteht. Mit „Cyber Monday“ zu werben ist mit Sicherheit eine gute und vor allem risikoärmere Alternative!

      Liebe Grüße,
      Corinna

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