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Behebung von Google Penalties – Google Filter richtig lösen

Jeder, der nicht gerade in den letzten sechs Monaten mit neuen Projekten, Online-Shops oder Website-Projekten jeglicher Art und SEO gestartet ist, wird irgendwo Altlasten haben und eventuell auch bereits eine Abstrafung hinter sich haben oder vielleicht noch in einer gefangen sein.

Nachdem Marius euch ja bereits in seinem Artikel für den Linkabbau sensibilisiert hat und ihr eine Checkliste an die Hand bekommen habt, wie ihr diese Altlasten gewissenhaft los werdet, möchte ich heute etwas über die Unterschiede zwischen manuellen und algorithmischen Abstrafungen herausstellen und aufzeigen, wie Ihr bei welcher der Maßnahmen reagiert und richtig vorgeht.

Manuell oder algorithmisch? – Welche Art der Penalty liegt vor?

Bevor ihr mit Maßnahmen gegen eine Abstrafung beginnt, ist es selbstverständlich notwendig zu wissen, welche Art der Strafe überhaupt vorliegt. Vorschnelles Agieren kann die Situation hier möglicherweise keineswegs verbessern. Daher heißt es: Ruhe bewahren und analysieren, was passiert ist und welche Gründe für die Abstrafung in Frage kommen.

Die manuelle Maßnahme – Glück im Unglück

Bei der manuellen Maßnahme handelt es sich um eine Penalty, die durch einen Google-Mitarbeiter ausgesprochen wurde. Hier greift also keinerlei automatisierter Filter.

Vorteil, sofern man es so nennen kann, bei der manuellen Maßnahme ist, dass ihr (bzw. der Seiteninhaber) eine Mitteilung von Google bekommt, welche auf die manuelle Maßnahme hinweist und gleichzeitig mitteilt, welche Art der folgenden Maßnahmen auf eurer Domain angewandt wurde.

Folgende Gründe können eine manuelle Maßnahme nach sich ziehen:

1. Unnatürliche Backlinks

2. Unnatürliche Backlinks mit seitenübergreifender Auswirkung

Abbau unnatürlicher BacklinksWas hilft dagegen? In diesen beiden Fällen gilt es die Backlinks der Domain gründlich zu prüfen und die als schädlich befundenen Links abzubauen.

3. Unnatürliche ausgehende Links  zu einer anderen Domain

Was hilft dagegen? Ähnlich wie bei dem ersten beiden Punkten sollten hier die ausgehenden Links geprüft und ggf. entfernt werden. Hier entfällt entsprechend der hohe Aufwand der Anschreiben an andere Webmaster, da man selbst eingreifen kann.

4. Keyword-Spam oder versteckte Texte

Was hilft dagegen? Hier gilt es sowohl Keyword-Spam, als auch die versteckten Texte zu entfernen und auszubauen.

5. User-Generated-Spam

Was hilft dagegen? Diese Art des Spam ist nicht eigenverschuldet und Google weiß dies auch. Sollte jedoch nicht dagegen vorgegangen werden, kann es durchaus sein, dass Google laut Quality Guidelines eine manuelle Maßnahme gegen die komplette Domain veranlasst. Zu den Arten des User-Generated-Spam gehören zum Beispiel das Spammen in Blogkommentaren oder auch in Foren.

6. Reiner Spam

Was hilft dagegen? Hier geht es um Dinge wie Cloaking, Scraping oder auch automatisch generierte Inhalte. Auch hier gilt: Beseitigen und Entfernen um aus der Maßnahme heraus zu kommen.

7. Wertlose Inhalte (keine Qualität)

Was hilft dagegen? Man mag es kaum glauben, aber auch hier heißt es für euch: Qualität vor Quantität – tauscht die „wertlosen“ und „schlechten“ Inhalte gegen einzigartige und qualitativ hochwertige Inhalte und Google könnte euch verzeihen.

Manuelle Maßnahme? – Wie sieht das eigentlich aus?

In diesem Beispiel sehen wir eine manuelle Maßnahme gegen eingehende Links, welche sich nur auf betroffene Keywords und Rankings beschränkt und nicht auf die gesamte Domain.

manuelle maßnahme

 

Zusätzlich zur Penalty auf Keyword-Ebene (wie im Beispiel) gibt es noch weitere mögliche Arten der Penalty:

  1. Verzeichnis- oder URL-Ebene: Hier sind die Rankings des gesamten Verzeichnisses oder der URL-Ebene betroffen und verschlechtern somit ihre Rankings.
  2. Seitenübergreifende Abstrafung: Sollte eure Seite hiervon betroffen sein, so werden eine Großzahl von Keywords eurer Domain an Rankings verlieren und die Penalty beschränkt sich nicht mehr nur auf einzelne Verzeichnisse.
  3. Die De-Indexierung: Dies ist der vermeintlich schlimmste Fall der Penalty. Die gesamte Domain wird von Google de-indexiert und für keinerlei Suchanfragen mehr in den SERP’s gelistet. Man könnte sagen es ist der Super-Gau.

Ein weiterer „Vorteil“ der manuellen Maßnahme ist es, dass ihr die Möglichkeit habt nach euren „Aufräumarbeiten“ einen Reconsideration-Request bei Google einzureichen, in dem ihr um Verzeihung bittet und eine erneute Prüfung eurer Seite veranlassen könnt.
Diese Möglichkeit besteht bei der algorithmischen Abstrafung nicht, worauf ich nun zu sprechen kommen werde.

Wenn der Algorithmus dreimal klingelt…

…kann es durchaus sein, dass ihr ein echtes Problem habt.
Im Gegensatz zur manuellen Maßnahme, welche wie erwähnt von einem Google-Mitarbeiter (also einer realen Person) ausgeführt wird, wird die algorithmische Abstrafung automatisiert „vergeben“. Die Schwierigkeit hierbei ist es, die Maschine wieder auf seine Seite zu ziehen, was durchaus schwierig werden kann.

Grundsätzlich ist es erst einmal egal, in welchen Filter ihr geraten seid (Panda oder Pinguin) – erkennen könnt ihr es am besten anhand des Sichtbarkeitsindex. Hier ist bei einer algorithmischen Abstrafung ein deutlicher Einbruch zu erkennen, welcher auf enorme Rankingverluste in den Google-SERP’s zurückzuführen ist.

Folgende Abbildung aus dem Sistrix-Sichtbarkeitsindex verdeutlicht, wie dies in etwa aussehen kann:Google-Filter

Was tun, bei Panda oder Pinguin?

In erster Linie muss euch klar sein, welcher Filter zugeschlagen hat – Panda oder vielleicht Pinguin? Habt ihr also viele doppelte Inhalte, dementsprechend wenig unique content oder eine geringe Verweildauer, dann ist das womöglich ein Indiz für den Panda-Filter.

Weitere Indizien sind u. a.:

  • hohe Absprungraten
  • gleiche Texte und gleiche Links auf vielen Unterseiten
  • Inhalt und Titel der Seite weichen voneinander ab
  • wenige qualitativ hochwertige Backlinks
  • zu viel Werbung

Was hilft dagegen? Zuerst solltet ihr herausfinden, ob die gesamte Webseite oder vielleicht nur Teilbereiche betroffen sind. Sollten nur Teilbereiche betroffen sein, dann schaut euch die Unterschiede zwischen betroffenen und nicht-betroffenen Bereichen an und versucht so Rückschlüsse zu ziehen.
Auch die Wettbewerber sollten mit in die Untersuchung mit einbezogen werden. Was wird dort anders gemacht? Gibt es zum Beispiel eine höhere Qualität im Content Bereich?

Habt ihr also die Seite geprüft und analysiert, heißt es, die gefundenen Fehler in mühsamer Arbeit zu beheben.

Wer in den Pinguin-Filter gerät, hat laut Google Webspam betrieben. Dazu gehören zum Beispiel folgende Maßnahmen:

  • Cloaking
  • Keyword-Stuffing
  • Link Schemes

Was hilft dagegen? Auch hier gilt es, die gemachten Fehler zu beheben und darauf zu hoffen, dass der Algorithmus erkennt, dass eine qualitativ hochwertige Webseite entsteht.

Aufgepasst!!!

In beiden Fällen gilt, dass eine derartige algorithmische Penalty durchaus das Aus für eine Webseite bedeuten kann. Überlegt euch also gut, ob es sinnvoll und rentabel ist Zeit und viel Geld in die Erneuerung der betroffenen Seite zu stecken, oder ob es von vornherein die bessere Entscheidung ist das Projekt auf einer anderen Domain unter der konsequenten Einhaltung der Google Quality Guidelines weiterzuführen bzw. neu zu starten.

Folgendes Video verbildlicht nochmals einige der angesprochenen Punkte und zeigt euch die wichtigsten Faktoren auf, auf die ihr achten müsst:

Video: Penguin and Panda Updates from Google

Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Beitrag für die Gefahren solcher Penaltys sensibilisieren und Ansätze geben, wie ihr mit Filtern und manuellen Maßnahmen am besten umgeht.

Nehmt es nicht auf die leichte Schulter, denn Abstrafungen können jederzeit und schnell auch mal das Ende für ein Projekt bedeuten.

Gebt Acht und haltet immer die Augen auf nach den kleinen schwarz-weißen, im Frack verkleideten und großen im weißen Pelz bemantelten Tieren.

Viel Erfolg dabei!

Euer
marc

 

 

 

Bildquellen:
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2 Kommentare

  1. Helga Gfader

    Hallo, war interessant zu lesen, weiss aber nicht ob mein Problem etwas mit abstrafung zu tun hat!? Ich habe an einem neuen Blog-Bericht gearbeitet – immer wieder gespeichert zwischendurch über die Vorschau kontrolliert. Als ich das wieder machte…. und anschliessend auf das Formular ging – war alles, was ich geschrieben hatte weg. Merkürdiger weise sieht nun auch die Post-Seite anders aus, d.h. es fehlt z.B. der Seitenscroll. Was kann da passiert sein?
    Und wo finde ich Hilfe?
    Vielleicht weisst Du einen Rat!?
    Gruass
    HelgaG

    1. Liebe HelgaG, Abstrafung kann ich mir in Deinem Fall kaum vorstellen. Warum der Text weg ist, kann ich leider aber so aus der Ferne auch nicht sagen. Dass deine Post-Seite – damit meinst Du das Menü links, denke ich – weg ist, könnte daran liegen, das sie eingeklappt ist. Da müsstest Du unten auf den kleinen Pfeil (sieht aus wie eine Play-Taste) klicken, dann sollte das Problem eigentlich wieder behoben sein. Viel Erfolg – ansonsten gibt es auch viele gute WP-how-to-Seiten im großen wunderbaren W.W.W.! Viel Erfolg und viel Spaß beim Schreiben, Formulieren, Texten.
      Gruß Robin

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