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Affiliate-Marketing: Insights zum gelungenen Programmstart

„Affiliate-Marketing kann doch jeder“ – das hört man immer wieder. Aber die Praxis zeigt, dass es bereits auf dem Weg hin zu einem erfolgreichen Programmstart viele Stolpersteine gibt. Daher möchte ich Dir hier einen Einblick in die relevantesten Aspekte beim Programm-Setup geben.

Eignungstest Affiliate-Marketing

Bevor es mit dem Setup jetzt losgeht, solltest Du unbedingt prüfen, ob dieser Kanal aktuell der richtige für Dich ist. Fakt ist, Affiliate-Marketing ist grundsätzlich nichts für kleine Shops. Du brauchst ausreichend Traffic und solltest bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erarbeitet haben: Je mehr eindeutige Besucher Dein Shop hat, umso größer ist auch die Chance für die Publisher, Geld zu verdienen. Das wiederum erhöht deren Bereitschaft, Werbung zu machen und noch mehr Sales zu generieren. Eine bessere Ausgangslage des Shops erhöht also überproportional die Chance, attraktive Partner zu akquirieren und erfolgreich Affiliate-Marketing zu betreiben.

Auch solltest Du offen dafür sein, die verschiedenen Publisher-Arten zu testen. Wer hier von Anfang an zu strikt vorgeht, wird das Programm nicht in Schwung bringen. Hilfreich ist es für unbekanntere Shops, sich durch Alleinstellungsmerkmale abzugrenzen und besondere Konditionen anzubieten. Dies gilt insbesondere für die Publisher-Vergütung.

Publisher-Provision ist das Aushängeschild

Am Anfang eines jeden Setups steht nämlich die Festlegung der Konditionen, die für die Publisher gelten sollen. Die bedeutendste Kennziffer ist hier die Provision, die vom Publisher verdient werden kann. Wer sein Programm nicht konkurrenzfähig aufstellt, hat schnell das Nachsehen bei der Publisher-Akquise.

Daher empfehle ich dringend, einschlägige Seiten wie http://www.100partnerprogramme.de/ zu nutzen, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie viel branchenähnliche Shops zu zahlen bereit sind. Auch ein Blick in die Programmübersicht einzelner Netzwerke hilft Dir bei der Konkurrenzanalyse oft weiter.

Prozentuale Vergütung bietet mehr Anreize

Gleiches gilt für die Höhe des durchschnittlichen Warenkorbwertes, die ebenfalls eine wichtige Rolle spielt – zumindest bei einer prozentualen Vergütung. Und die ist sehr weit verbreitet, weil sie Publishern ermöglicht, bei einem höheren Einkaufsvolumen stärker vom Verkaufserfolg zu profitieren – ein Anreiz, den jeder in Erwägung ziehen sollte.

Differenzierte Vergütung = notwendige Flexibilität

Gleichzeitig unterliegt die geplante Vergütung natürlich Deiner eigenen Kalkulation, sodass Besonderheiten wie zum Beispiel stark unterschiedliche Margen bei der Vergütung berücksichtigt werden können: Produktkategorie A kann bei Bedarf anders vergütet werden als Produktkategorie B. Zu komplex sollte es jedoch nicht werden, sonst wird es irgendwann unübersichtlich für Deine Partner. Lohnenswert sind zudem Staffelungen, beispielsweise abhängig von der Anzahl der generierten Sales eines Publishers pro Monat. Du schaffst so zusätzliche Anreize für den Publisher, die Verkäufe zu steigern.

Video: Affiliate, was ist das eigentlich?

Cookie-Laufzeit macht konkurrenzfähig

Ähnliches gilt selbstverständlich für die Cookie-Laufzeit, die festlegt, wie lange zwischen Werbemittelkontakt und Produktkauf der Publisher überhaupt eine Vergütung erhält. Relevant ist hier unter anderem die Beantwortung der Frage, wie lange es dauert, bis ein Shop-Besucher Dein Produkt tatsächlich kauft – und es nicht nur anschaut. Umso länger dieser Zeitraum ist, umso länger sollte die Cookie-Laufzeit sein.

Schafft attraktive Konditionen

Ein Blick zur Konkurrenz ist ebenfalls hilfreich, die Erkenntnis muss jedoch anschließend einem selbstkritischen Check unterworfen werden, denn: Nicht jeder Shop ist wirklich mit anderen vergleichbar. Als ein Extrembeispiel ist hier das Online-Warenhaus Amazon zu nennen, dessen Cookie-Laufzeit bei nur max. 24 h liegt. Aufgrund der hohen Besucherzahl und den vielen täglichen Bestellungen können die Publisher auch trotz der sehr kurzen Cookie-Laufzeit Einnahmen erzielen – eine Konstellation, die andere Shops nicht vorweisen können. Damit das Programm dennoch attraktiv ist, empfiehlt es sich, in diesem Fall deutlich großzügiger zu sein. In der Realität wird die Cookie-Laufzeit meist eh nicht vollständig ausgereizt.

Networking

Mit der Programmbeschreibung kommunizieren

Sind die Konditionen erst einmal definiert, müssen diese noch in eine Form gegossen werden: Die Netzwerke bieten zum einen meist vorgegebene Felder, in denen die Werte für Vergütung, Cookie-Laufzeit und Co. hinterlegt werden. Teilweise bedarf es jedoch weiterer Erläuterungen, was z. B. genau mit einer bestimmten Vergütung gemeint ist. Lass solche Punkte nicht ungeklärt, sondern nutze hierfür unbedingt das Freitextfeld der Programmbeschreibung. So vermeidest Du Missverständnisse und Enttäuschungen bei deinen Publishern. Auch generelle Vorzüge des Shops (USPs etc.) kannst Du hier veröffentlichen und den Publishern aufzeigen, warum es sich lohnt, gerade deinen Shop zu bewerben. „Knackige“ Beschreibungen und die wesentlichen Punkte als Stichpunkte reichen völlig.

Restriktionen transparent machen

Falls Du bestimmte Einschränkungen festlegen möchtest, kommuniziere diese unmissverständlich in der Programmbeschreibung. So schaffst Du für alle die notwendige Transparenz und verhinderst Irritationen bei allen Beteiligten. Aber überleg Dir, wie einschränkend Du vorgehen willst. Das Besondere an Affiliate-Marketing ist ja gerade, dass viele unterschiedliche Vermarktungskanäle grundsätzlich ohne lange Verpflichtungen ausprobiert werden können. Sei daher offen für Neues und teste einfach ein wenig!

E-Mailing

Änderungen offen kommunizieren

Und noch ein kleiner Tipp für die Zeit nach dem Programmstart: Veränderst Du nachträglich die Programmbedingungen, stelle sicher, dass die bereits angemeldeten Publisher auch davon erfahren! Geh nicht davon aus, dass ein Publisher die Bedingungen später auf Änderungen prüft – das ist nicht sein Job! Ein kurzes Mailing mit den Änderungen reicht aber für gewöhnlich völlig aus.

Biete Vielfalt an Werbemitteln

Das Thema Werbemittel darf natürlich nicht fehlen. Die Klassiker sind nach wie vor Banner, Textlinks, Produktdaten und Gutscheine. Für all diese Typen solltest Du sicherstellen, dass die Qualität stimmt: Die Bannergestaltung beispielsweise sollte alle gängigen Formate abdecken, sodass jeder Publisher die Möglichkeit hat, das für seine Website ideale Format auszuwählen. Selbstredend, dass darüber hinaus deren Design den aktuell gültigen Anforderungen an die Gestaltung entspricht. Nimm auch gerne Topseller als Produktbilder auf die Banner, das erhöht die Verkaufschance Deiner Publisher – und damit deren Motivation.

Retargeter und Preisvergleicher lieben Produktdaten

Das Werbemittel „Produktdaten-Feed“ ist ein Thema, das erfahrungsgemäß auch im laufenden Betrieb immer wieder einer Überprüfung bedarf: Funktionieren noch alle Deeplinks, sind alle Spalten gefüllt, sind alle Produkte im Feed? Insbesondere für Retargeting-Publisher ist ein vollständiger und immer aktueller Feed essentiell, um dynamische Produktbilder ausspielen zu können. Ähnliches gilt für Preisvergleich-Publisher, die genauso auf einen funktionsfähigen Feed angewiesen sind.

Technische Eingriffe am Live-Feed vermeiden

Besonders wichtig ist es daher, dass im laufenden Programmbetrieb Feed-Anpassungen immer vorab mit dem Affiliate-Netzwerk abgestimmt werden: Anderenfalls kann es passieren, dass z.B. aufgrund einer Änderung des Feed-Aufbaus die Daten vom Netzwerk nicht mehr korrekt importiert werden können.

Mein Tipp: Rühre den Live-Feed nicht gleich direkt an, sondern erstelle eine Kopie mit dem veränderten Feed und lass diesen vom Netzwerk prüfen. Wenn alles funktioniert, kann das Netzwerk dann den alten Feed ohne großes Aufsehen ersetzen.

Funktionierendes Tracking ist das Fundament

Und wo wir schon bei technischen Aspekten sind: Dem Tracking muss immer eine besondere Aufmerksamkeit beim Setup geschenkt werden. Stell sicher, dass das einwandfrei funktioniert, und zwar in möglichst vielen Varianten wie Cookie-, Session- und Flash-Tracking. Üblich ist es übrigens, dass nur der Nettowarenkorbwert (d.h. keine Steuern, keine Versandkosten) getrackt wird. Oft wird jedoch versehentlich anfangs der Bruttowert getrackt. Widme daher dem Trackingtest ausreichend Zeit, um solche Fehler noch vor Programmstart zu erkennen – das spart bares Geld!

Regelmäßige Tracking-Überwachung ist Standard

Auch im laufenden Betrieb solltest Du regelmäßig prüfen, ob das Tracking noch funktioniert. Ist es nämlich ausgefallen und keiner hat’s bemerkt, bekommen deine Publisher keine Vergütung für erbrachte Werbeleistung – und das wäre nicht fair. Fällt es Dir auf, kannst Du die Fehler zügig beheben. Dauert die Korrektur länger, informiere unbedingt die Publisher und lass sie nicht im Unklaren.

Partner

Fazit: Sei offen für Neues!

Du siehst, die genannten Themen sind für sich im Einzelnen betrachtet meist nicht schwierig nachzuvollziehen. Doch kommt es oft auf einzelne Aspekte an und in der Masse geht das eine oder andere entscheidende Detail schnell unter – plane daher ausreichend Zeit für alles ein!

Und sei immer fair im Umgang mit den Publishern. Denn hinter den Publisher-Namen stecken Partnerschaften mit echten Menschen – und ein gutes Miteinander ist die Basis für einen nachhaltigen Erfolg.

Mehr Programm, mehr Umsatz

Biete attraktive Konditionen und teste auch für Dich bislang unbekannte Publisher-Arten. So wächst Dein Programm und Dein Erfolg!

In diesem Sinne: Guten Start!

Dein    Unterschrift Daniel

 

Bildquelle: “©iStock.com/donskarpo/kpalimski/maxkabakov/drudoran“

2 Kommentare

  1. Hallo Daniel,

    ein klasse Artikel, der gefällt mir richtig gut.
    Was ich noch anzumerken habe:

    Die Advertiser sollten bei Kontaktaufnahme von aktiven Publishern & Affiliates immer innerhalb 24 Stunden eine Antwort übermitteln.

    Ich bin bei einigen Partnerprogrammen aktiv, habe den Programmbetreiber kontaktiert und hab erst nach 8 Tagen, nur wegen eines Telefonanrufs von mir, meine Antwort auf die Frage bekommen, die ich hatte. Ich hatte keine Antwort per E-Mail erhalten, was ich natürlich schade finde. Wenn man eine E-Mail an Advertiser schreibt, sollte man schon eine zügige Antwort bekommen.

    Solche Fälle sind mir schon bei einigen Advertiser vorgekommen. So etwas mag ein aktiver Affiliate gar nicht! Wenn ein aktiver Affiliate Kontakt zum Advertiser aufnimmt, sollte dieser schleunigst auf den Kontakt reagieren.

    Außerdem ist es auch schon vorgekommen, dass die Kontaktdaten von den Advertiser nicht mehr aktuell waren, so ein Fehler ist aus meiner Sicht tödlich für einen Partnerprogrammbetreiber.

    Freundliche Grüße
    Claudia

    1. Hey Claudia,

      vielen Dank für Dein positives Feedback!
      Und zu Deiner Ergänzung: Da gebe ich Dir völlig Recht, das ist ein sehr wichtiges Thema. Die Kommunikation zwischen Advertiser und Publisher sollte immer zeitnah erfolgen. Acht Tage sind da schon eine zu lange Zeit. Manchmal können 24 h für eine fundierte Antwort aber auch zu knapp sein, da z. B. noch etwas vorab intern geklärt werden muss. In diesem Fall finde ich es immer gut, den Publisher innerhalb von ein bis zwei Tagen schon mal kurz zu informieren, dass seine Nachricht wahrgenommen wurde und man sich darum kümmert.

      Viele Grüße
      Daniel

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