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Online-Marketing Trends 2016: Was relevant werden wird

Wir von web-netz haben die Zeit „zwischen den Jahren“ genutzt, um uns mal ein wenig bei dem ein oder anderen Online-Marketing-Fachmann umzuhören. Die Antworten kamen promt und daher vorab schon mal ein großes Danke an alle Interviewpartner. Fangen wir alphabetisch an:

Lieber Björn, Du bist als Social-Media-Experte schon seit vielen Jahren sehr gefragt. Was wird Deiner Einschätzung nach 2016 in diesem Bereich wichtig sein?

Social-Media in 2016:

Social Media wird sich 2016 weiter verändern. Die gravierendste Auswirkung dieser Entwicklung wird auf der einen Seite die Abstrafung irrelevanter Inhalte durch die User sein. Vor allem Facebook sorgt schon heute dafür, dass die User im eigenen News Feed nur das sehen, was sie auch wirklich sehen wollen. Schreckdenker werden das wieder als „dramatischen Rückgang der organischen Reichweite“ bezeichnen und Facebook beschuldigen, auf diese Weise mehr Geld verdienen zu wollen. Wirklich gute Inhalte werden sich aber auch 2016 überall im Internet – und nicht nur auf Facebook – viral verbreiten. Oft auch ohne dazugehöriges Media-Bugdet. Zusätzlich wird Social Media immer mobiler und auch lokaler. 2016 wird es darauf ankommen, die richtige Zielgruppe zu einem Thema zu erreichen, wenn das Thema wirklich aktuell ist – ganz egal wo das Thema „passiert“ oder wo sich die konsumierende Person aus der Zielgruppe aufhält.

Björn Tantau ist Unternehmensberater, Autor, Blogger und Podcaster

Tantau

Als zweiter Experte kommt nun Christoph zu Wort. Christoph hat die letzten Jahre für Google Deutschland in unterschiedlichen Bereichen gearbeitet und wird ab Januar bei web-netz die Leitung unserer SEA-Abteilung übernehmen.

SEA in 2016:

Weltbewegend Neues ist zwar noch nicht zu erkennen, was aber nicht bedeutet, dass sich AdWords auch 2016 in hohem Tempo weiterentwickeln und jede Menge neue Features auf den Markt werfen wird. Entscheidender wird hingegen sein, dass sich viele Trends aus 2015 fortsetzen, was den Handlungsbedarf entsprechend erhöht. Der Fokus sollte daher auf der Umsetzung bereits bekannter Marketingtrends liegen.  Wer also nicht von der Konkurrenz abgehängt werden möchte, sollte 2016 folgenden Themen genügend Raum geben:

  • Think Mobile First: Nicht erst seitdem im Mai 2015 bekannt wurde, dass der mobile Traffic den vom Desktop bereits in zehn Ländern übertrifft, ist klar, dass der Mobile-Trend anhält. Wer noch keine Mobile-Strategie hat, sollte sich dringend Gedanken machen, um konkurrenzfähig zu bleiben, denn nicht nur der Erstkontakt erfolgt häufig über Smartphone oder Tablet, auch die direkten Einkäufe nehmen immer mehr zu.
  • Bedeutung von Onlinevideo wächst weiter:YouTube als zweitgrößte Suchmaschine – und für viele Zielgruppen als wichtigste Unterhaltungsplattform – sollte als Touchpoint berücksichtigt werden. Wer keine eigenen Videoinhalte produziert, sollten zumindest fremde Videos zur Anzeigenschaltung nutzen. Auch andere Werbeplattformen wie Bing und Facebook bieten Werbetreibenden Videooptionen an. Video gehört ganz klar in den digitalen Marketingplan 2016.
  • Digital Analytics ist der Schlüssel zum optimalen Targeting: Unternehmen erhalten eine unglaubliche Masse an Daten von ihren (potentiellen) Kunden. Über Analytics müssen diese allerdings erfasst, geordnet und verknüpft werden. Genau definierte Zielgruppen aus Google Analytics können u.a. für effektive Remarketing-Kampagnen für Such- und Displayanzeigen eingesetzt werden. Um zukünftig vorne dabei zu sein, sollte also eine Digital Analytics Strategie erarbeitet und umgesetzt werden.

Wie diese Trends schon nahelegen, muss endgültig Schluss sein mit dem Silodenken. Alle Touchpoints in der Customer Journey müssen sinnvoll miteinander verknüpft und bewertet werden. Entsprechend dürfen für ein erfolgreiches Marketing die Kanäle – zwischen denen die User ständig wechseln – nicht separat betrachtet werden, sondern sie müssen alle in eine holistische Marketingplanung einfließen. Suchmaschinen bleiben in Bewegung und sind ein unverzichtbarer Baustein im Marketing-Mix. Voraussetzung für erfolgreiches Online-Marketing sind jedoch gut optimierte Kampagnen und – vor dem Hintergrund eines gestiegenen Wettbewerbs und entsprechend höheren Preisen – passende Budgets.

Schier web-netzChristoph Schier ist Head of SEA bei web-netz

In alphabetischer Reihenfolge kommt nun Jens dran. Jens ist von ganzem Herzen SEO, daher haben wir ihn gern zum Thema befragt:

SEO in 2016:

Ist wie bisher. Google versucht weiterhin seine Suche zu verbessern. Wer nachhaltig arbeiten will, versetzt sich immer in die Lage des Suchenden. Was erwartet der Suchende und wie kann ich das liefern und passt die Suchintention überhaupt zu meinem Geschäft? Das ist der Kern und das wird der Kern bleiben. Werden wir aber etwas genauer.

Bei einer Suche gibt es immer zwei Beteiligte. Der Suchende mit seiner Suchanfrage und die Dokumente im Index.

Google wird immer besser, Inhalte zu erkennen und zu klassifizieren. Sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich der Nutzbarkeit. Themen wie User Experience werden weiterhin wichtiger werden. Aber auch die inhaltliche Auszeichnung über schema.org etc.

Auf der anderen Seite wird Google den Context einer Suchanfrage immer besser verstehen. Themen wie Personalisierung und Lokalisierung werden weiterhin an Bedeutung gewinnen. Diese zu berücksichtigen und in die eigene Strategie zu integrieren wird in 2016 wichtiger werden.

Und natürlich mobile. AMP und App-Indexing sind Themen, die die normale mobile Optimierung in 2016 ergänzen und erweitern werden. Vor allem aber neue Herausforderungen an ein integriertes Reporting stellen. Wer hat schon ein SEO-Reporting für App und Website?

FauldrathJens Fauldrath ist Geschäftsführender Gesellschafter der takevalue Consulting GmbH

Mit Oliver arbeiten wir im Netzwerk Belboon schon seit Langem sehr effektiv und gut zusammen. Daher haben wir ihn nach seinem Ausblick fürs neue Jahr in Sachen Affiliate gefragt:

Affiliate in 2016:

Die Trends für das Jahr 2016 werden sich nur unwesentlich von den aktuellen Entwicklungen unterscheiden. So stehen Themen wie die Customer Journey bzw. Sales Attribution nach wie vor oben auf der Agenda zahlreicher Entscheider. Idealerweise Cross-Device. Auch Schlagwörter wie Data driven und Programmatic lassen uns zurecht keine Ruhe, denn hier hat gerade der Mittelstand enormen Nachholbedarf.
Nach einer wilden Sturm und Drang Phase flacht das Interesse an der App Vermarktung derzeit zwar ab, sollte aber auch im neuen Jahr noch nicht abgeschrieben werden – hier gibt es definitiv weitere Wachstumspotenziale. Diese sind auch im Mobile Traffic weiterhin vorhanden, wo uns diverse Publisher mit neuen Lösungen, speziell zum effizienteren User Targeting, erfreuen werden.
Für mich persönlich wird auf jeden Fall spannend zu beobachten sein, wie die Social Media Publisher sich weiter in den klassischen Affiliate Kanal integrieren werden. Noch scheint es hier Mauern zu geben, welche durch unterschiedliche Denkweisen und teils festgefahrene Strukturen stärker gestützt werden, als es beiden Märkten gut tut. Ich bin mir jedoch sicher, dass mit Netzwerken wie belboon als Vermittler hier rasch die nötigen Verbindungen geknüpft werden können.

Oliver OttilieOliver Ottilie ist Senior Key Account Manager Affiliate Marketing

 

In diesem Sinne wünscht das gesamte web-netz-Team allen, die das jetzt hier lesen … und dann bitte teilen 🙂 … ein

GESUNDES UND ERFOLGREICHES JAHR 2016!

Robin Unterschrift

 

Bildquellen: iStockphoto.com / © tpanimoni

 

 

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